Demeter Baden-Württemberg
31. Juli 2016
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Der Biogarten

Biodynamischer Kompost

Der Kompost ist das "Gold des Gärtners". Ihm kommt die Aufgabe zu, im Boden wie ein Katalysator die Arbeit der Mikroorganismen anzukurbeln. Außerdem ist er humusfördernd und wirkt leicht düngend. Damit er diese Funktionen besonders gut übernehmen kann, wird er nach dem Aufsetzen und kurz vor dem Ausbringen im biologisch-dynamischen Anbau mit besonders hergestellten Biodynamischen Präparaten geimpft. Sie bestehen aus Schafgarbe, Kamille, Brennnessel, Eichenrinde, Löwenzahn und Baldrian. Sie beschleunigen die Rotte und der Stoffumsatz wird verbessert. Mit einem so präparierter Kompost wachsen die Wurzeln kräftig und dringen tief in die Erde ein.

Normalerweise wird, wenn es viele Gartenabfälle gibt, eine Miete aufgesetzt oder ein Kompostbehälter gefüllt. Es sollten viele verschiedene Materialien gemischt werden, zum Beispiel Obst-/Gemüseabfälle und Pflanzenreste mit kleingeschnittenem Baum-/Strauchmaterial oder angetrocknetem Grasschnitt. Dadurch entsteht eine gute Durchlüftung des Materials. Wichtig ist es, dass der Kompost nie austrocknet oder von Wasser überschwemmt wird. Die Organismen aus dem Tier- und Pflanzenreich stellen sonst ihre Arbeit ein oder die Erde beginnt zu faulen - ein Alarmzeichen, daß zu wenige Luftpolster (Strukturmaterial) vorhanden sind. Ein Kompost muß auf lebendigen, gelockerten Boden aufgebaut werden, damit Regenwürmer und Kleinstlebewesen von unten einwandern können. Ein halbschattiger Platz ist ideal. Sollte der Haufen doch einmal zu trocken werden, hilft etwas Wasser. Beginnt er zu riechen, muß er so schnell wie möglich gelüftet oder umgesetzt und mit holzigen Abfällen vermischt werden.

Empfehlenswert sind auch Kompostvliese, die im Handel angeboten werden. Der Kompost kann die entstehende Wärme besser speichern und wird vorm Austrocknen geschützt. Ab- und Umbau des Pflanzenmaterials wird beschleunigt.

  

Bezugsadresse Kompostvlies:
  Gärtnerei Peter Berg
  Niederfeld 1
  79589 Binzen
  Fon 07621/968310
  Fax 07621/69271
  info@bergbinzen.de
  www.bergbinzen.de


Je nach Ort, Jahreszeit und Gefäßtyp braucht ein Kompost mehrere Monate bis zu einem Jahr bis er "reif" ist. Wird zu lange gewartet nimmt seine Katalysator- und Düngefunktion ab. Ein einfacher Kressetest hilft, den Reifegrad zu bestimmen: Kresse wird in einer Schale mit dem fertigen Material ausgesät. Nach drei bis vier Tagen haben die meisten Samen gekeimt. Die Blättchen sind entweder saftig grün, das heißt, der Kompost hat den richtigen Zersetzungsgrad und ist ideal zum ausbringen. Oder sie werden gelb, dann ist der Kompost noch nicht fertig. Es sollte noch gewartet werden.

Der Keimtest kann schon nach sechs Wochen positiv ausfallen, das heißt ein "Frischkompost" ist fertig. Er enthält noch eine große Anzahl von Mikroorganismen sowie halb verrottete Materialien. Das sorgt im Boden für eine beschleunigte Umsetzung. Nährstoffe werden schnell freigesetzt, der Humus jedoch rasch abgebaut. Ein junger Frischkompost sollte jedoch nur oberflächlich auf die Beete gestreut, und in den ersten Wochen feucht gehalten werden. Ist ein Kompost älter als sechs Monate spricht man von "Reifkompost". Er verbessert vorrangig die Bodenstruktur und kann auch in dickerer Schicht auf Beete verteilt und leicht eingehackt werden. Auch im Frühjahr eignet er sich am besten, da die Wurzeln der jungen Kulturen empfindlich auf Frischkompost reagieren und keine "triebige" Düngung benötigen.

Kompostbehälter

Jeder Gärtner sollte selber entscheiden, welcher Kompostbehälter für ihn der geeignetste ist. Im biologisch-dynamischen Anbau wird vorrangig mit Mieten gearbeitet. Das sind einfache Haufen, die 1,20 Meter (m) bis 1,50m breit und maximal 1m hoch sind. Bei der Länge kommt es auf die Größe des Gartens an. Die Seiten fallen schräg ab. Selten wird so eine Miete an einem Tag aufgesetzt. Deshalb wird auf dem Kompostplatz eine Sammelstelle (-behälter) vorgesehen, auf welcher der organische Abfall gelagert wird. Ist eine größere Menge zusammengekommen, erfolgt das Aufsetzen des gut gemischten Materials. So wird die Miete nach und nach immer länger. Jedes neue Stück wird sofort mit den Biodynamischen Präparaten geimpft und mit dem Kompostvlies abgedeckt. Ein so behandelter Haufen muß nicht zwangsläufig umgesetzt werden. Nur wenn die Rotte mit schlechten Gerüchen oder zu trocken abläuft, sollte der Haufen ein bis zweimal neu gemischt werden. Dies ist auch wichtig, wenn es die erste Miete auf einem neuen Kompostplatz ist.

Kompostbehälter gibt es aus Recycling-Kunststoff, Metall oder Holz. Sie können normalerweise leicht auseinandergenommen werden. Schnell- oder Thermokomposter sind meistens aus Kunststoff und sollen durch Luftschichten in den Wänden oder bestimmtes Dämmaterial ein besonders heißes Rotteklima schaffen, was jedoch umstritten ist.

Kompost mit Präparaten impfen

Wer einen neuen Komposthaufen oder eine Miete aufsetzt, impft sie im biologisch-dynamischen Gartenbau mit Kompostpräparaten. Sie sind aus Schafgarbe, Kamille, Brennnessel, Eichenrinde, Löwenzahn und Baldrian zubereitet. Dazu werden mit einem angespitzten Holzstock fünf Löcher senkrecht von oben in den Haufen gestoßen. Die Löcher sollten mindestens 50cm, jedoch nicht weiter als zwei Meter voneinander entfernt sein. In einem Schnellkomposter können die Abstände geringer sein. Maximal ein halber Kaffeelöffel der Präparate wird mit etwas fertigem Kompost zu einer Kugel geformt und einzeln in je ein Loch gesteckt. Das Brennesselpräparat kommt in die Mitte. Die Löcher werden gut verschlossen, so daß die Präparate von allen Seiten von Dünger umgeben sind.

Vom flüssigen Baldrianpräparat wird max. ein Kaffeelöffel mit fünf Liter abgestandenem handwarmen Wasser (Regenwasser) vermischt. Das Ganze wird rund fünf Minuten lang in wechselnder Drehrichtung gerührt und mit der Gießkanne auf der Oberfläche des Komposthaufens verteilt. Anschließend mit Vlies, Erde, Gras oder ähnlichen abdecken.

Mitglieder von Demeter-Gartengruppen erhalten die Präparate einmal jährlich kostenlos. Andere Interessenten können sich bei Demeter-Bauern in der Nähe beraten lassen oder Einführungsseminare zur Biodynamischen Wirtschaftsweise besuchen. Hier mehr

  Biodynamische Präparate gibt es bei:
  Brunnenhof Mäusdorf
  CvW KG Internationale Biodynamischen-Präparatezentrale
  Caroline von Wistinghausen-Noz und Maik Noz
  Hohe Str. 25
  75653 Künzelsau
  Fon 07940/2230
  Fax 07940/4911
  www.praeparatezentrale.de
  brunnenhof@biologisch-dynamisch-bewegt.de
  und
  in einem Onlineshop mit Präparatekiste bei:
  Biologisch-dynamische Präparate GbR
  von Bonin und Steiner
  Hof Eichwerder 1
  23730 Schashagen
  Tel. 04561/558229, Fax 526685
  www.biodynamische-praeparate.de


Kompost ausbringen

Im Prinzip gibt es im ganzen Jahr immer wieder fertigen Kompost. Wird er im März oder April ausgebracht wirkt er düngend auf den Boden. Im Herbst trägt er eher zur Bodenverbesserung bei, da die Düngekraft über den Winter nachläßt. Im Normalfall reichen fünf bis zehn Liter pro Quadratmeter ganz leicht oberflächlich (ein paar Zentimeter) eingearbeitet - nicht zu tief, sonst können Wurzeln geschädigt werden. Starkzehrer wie Kohl, Tomaten, Kürbis oder Gurken sollten noch zusätzlich zum Beispiel mit Brennnessel- oder Kräuterjauche versorgt werden.

Geräte für die Kompostwirtschaft

Die wichtigsten Geräte sind Schaufel, Schubkarren, Mist- und Kompostgabel. Mit ihr kann gelockert, gelüftet oder umgesetzt werden. Fertiger Kompost enthält meistens noch grobe Anteile. Sie sollten vor dem Ausbringen ausgesiebt werden. Dazu gibt es im Gartenfachhandel spezielle Kompostsiebe.

Für diejenigen, die viele Holzabfälle im Garten haben (Baum-/Strauchschnitt) lohnt sich die Anschaffung eines Häckslers. Folgende Punkte sollten dabei beachtet werden:


Rezepte von Anzuchterden mit Kompost

In Anzuchterden ist meisten Torf beigemischt. Mit eigenem Kompost, der aber mindestens ein Jahr gereift sein sollte, lassen sich gute Erden herstellen:

1) Je ein Drittel gut gereifter Kompost, normale Beeterde und Torfersatzstoff "Kokoblock". Es handelt sich dabei um ein umweltschonendes Abfallprodukt aus der Seilherstellung. Ein Kokoblock entspricht acht Liter Substrat. Erhältlich im Gartenfachhandel.

2) Zwei Drittel zweijähriger Kompost, gut gesiebt plus ein Drittel Torf und etwas Steinmehl. Diese Anzuchterde hat zwar noch einen Torfanteil. In den meisten käuflichen Mischungen liegt dieser jedoch bei fast hundert Prozent.

3) Ein Teil sehr reifer Kompost, gesiebt, plus 1 Teil feinkrümelige, humusreiche Gartenerde (gesiebt) oder Maulwurfserde (samenfrei) plus halben Teil Sand.