Demeter Baden-Württemberg
3. September 2010
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Der Biogarten

Biogartentipps

Generell geht es im Biogarten immer darum, besonders widerstandsfähige, kräftige und gesunde Pflanzen heranzuziehen. Dabei konzentriert sich der Biogärtner aber nicht nur auf die Pflanzen, sondern besonders darauf, daß ihre Wachstumsbedingungen ideal sind. Dazu gehört, daß der Boden einen optimalen Humusgehalt hat, die Nährstoffversorgung stimmt und der richtige Standort gewählt wird. Außerdem spielt die Anzahl und Lebendigkeit der Bodenorganismen eine große Rolle. Es wird versucht im Boden ein Millieu zu schaffen, in dem diese wichtigen Lebewesen optimale Bedingungen vorfinden. Denn, nur dann können sie die Pflanzen mit den jeweils nötigen Nährstoffen versorgen und eine optimale Bodenfruchtbarkeit stellt sich ein.

Die Pflanze wird dabei gefordert, da sie mit den Bodenlebewesen Stoffe austauscht. Sie muß sich richtig "anstrengen", um ihre "Nahrung" zu bekommen und bildet dadurch viele kräftige Wurzeln aus. Ein gesundes, starkes Wurzelwerk sorgt natürlich auch oberirdisch für eine kräftige Pflanze. Besonders der Rohfasergehalt in Blatt und Stengel von Biopflanzen ist hoch. Das bedeutet, dass sie von einem stabilem Gerüst getragen werden. Für den Menschen stellen solche Pflanzen eine hochwertige Nahrung dar - und vor allem schmeckt Biogemüse ausgesprochen gut.

Der konventionelle Garten

Hier geht es darum, wie die Pflanze am schnellsten und einfachsten an die nötigen Nährstoffe gelangt. Dafür wird meist leichtlöslicher Mineraldünger gegeben, den die Bodenorganismen nicht mehr aufschließen müssen. Das Resultat ist, daß die Pflanze im Überfluß lebt und selbst nichts mehr groß zu tun braucht, um an die Nahrungsquelle zu kommen. Die Wurzeln brauchen den Boden nicht tief zu durchdringen. Die Pflanze schießt schnell in die Höhe, wird aber gleichzeitig anfällig gegen Krankheiten und Schädlinge, da ihr die kräftigende Basis fehlt.

Getreide beispielsweise, das stark mineralisch gedüngt wird, bildet viel Eiweiß im Korn. Gleichzeitig wird aber auch der Halm weich und stellt damit ein gefundenes Fressen für Schädlinge dar, die sich aus dem weichen Halm optimal mit den Pflanzensäften versorgen können. Chemischer Pflanzenschutz ist dann unerläßlich.

Bodenpflegemaßnahmen im Biogarten

1. Die Gründüngung

Wer seinen Garten im nächsten Frühjahr auf "BIO" umstellen will, der kann schon im Herbst mit einer Gründüngung den Boden ideal vorbereiten. Besonders Bodenlockerung, Verbesserung der biologischen Aktivität und Erosionsschutz stehen bei der Herbst-Gründüngung im Vordergrund. Auf abgeernteten Beeten kann sie hervorragend ausgesät werden. Bis Ende August eignen sich: Buchweizen, Phacelia, Klee, Ackerbohnen, Sommerwicke und Erbse. Bis Mitte September: Inkarnatklee, Senf, Ölrettich, Landsberger Gemenge. Bis Anfang Oktober: Wickroggen (Zottelwicke und Grünroggen). Danach nur noch reiner Roggen. Er bildet schnell viele Wurzeln. Die Wicke ist ein Tiefwurzler mit einem intensiven Wurzelgeflecht. Beide Pflanzen sind frosthart und können im Frühjahr, etwa zwei Wochen bevor das Beet benutzt wird, untergehackt werden.

Auch im Frühjahr, etwa eineinhalb Monate vor der Pflanzperiode kann eine Gründüngung ausgesäät werden. Dazu eignen sich Kreuzblütler wie Senf oder Raps, Phacelia (Bienenfreund) und verschiedene Kleesorten. Im Gartenfachhandel gibt es verschiedene Gründüngungsmischungen. In dieser Jahreszeit steht die Nährstoffversorgung im Vordergrund. Durch das spätere Einhacken dieser Biomasse wird der Boden besonders effizient mit Nährstoffen angereichert und gelockert.

2. Die Bodenuntersuchung

Sie spielt im Biogarten eine zentrale Rolle, weil es darum geht, das Wechselspiel zwischen Boden und Pflanze zu optimieren. Womit die Erde angereichert werden muß, welche Nährstoffe ihr fehlen oder welche sie im Überfluß zur Verfügung hat. Ob er zu fest oder zu locker ist, all´ das geht nur aus einer fundierten Bodenanalyse hervor. Am besten ist es, man scheut die Mühe und die Investition nicht, und schickt eine Probe zu einem versierten Analyseinstitut.

Das Labor AGROFOR Consulting & Products ist für den Bioanbau besonders zu empfehlen, weil es den Hobbygärtner nicht nur mit den verschiedenen Werten der chemischen Analyse versorgt. Es liefert ihm auch ganz konkrete Empfehlungen für den Bioanbau, So zum Beispiel, mit welchem organischen Dünger er in Zukunft wie oft seinen Boden versorgen sollte und welche Kompostmengen nötig sind, um bestimmte Nährstoffdefizite auszugleichen. Mancher Gärtner wird überrascht sein, wie hoch sein Boden mit Phosphor und Kali versorgt ist. Oft reicht es für die nächsten Jahre aus. Außerdem werden Empfehlungen ausgesprochen, wie und in welchem Maße der Boden gelockert werden sollte. Die Kosten für eine Analyse in dem Speziallabor betragen ca. € 35,-. Notwendig ist eine solche Bodenuntersuchung alle 2 -3 Jahre.

  AGROFOR Consulting & Products
   Dipl.-Ing. agr. Oliver Wegener
   Hauptstraße 27A
   35435 Wettenberg
   Fon 0641/980356
   Fax 0641/980357
   Mobil 0172/6755852
   agrofor@t-online.de
   www.agrofor.de


3. Der Bio-Kompost

Dem Kompost kommt die Aufgabe zu, im Boden wie ein Katalysator die Arbeit der Mikroorganismen anzukurbeln. Damit er im nächsten Frühjahr zum Beginn der Pflanzperiode diese Starterfunktion besonders gut übernehmen kann, wird er im biologisch-dynamischen im Herbst mit besonders hergestellten Heilkräuterpräparaten geimpft. Sie bestehen aus Schafgarbe, Kamille, Brennessel, Eichenrinde, Löwenzahn und Baldrian. Sie beschleunigen die Rotte und der Stoffumsatz wird verbessert. Mit einem so präparierter Kompost wachsen die Wurzeln kräftiger und dringen tiefer in die Erde ein, als solche, die mit ungeimpften Kompost behandelt werden.

Empfehlenswert sind auch Kompostvliese, die im Handel angeboten werden. Der Kompost kann die entstehende Wärme besser speichern und wird vorm Austrocknen geschützt. Ab- und Umbau des Pflanzenmaterials wird beschleunigt.

  Bezugsadresse:
   Gärtnerei Peter Berg
   Niederfeld 1
   79589 Binzen
   Fon 07621/968310
   Fax 07621/69271
   info@bergbinzen.de
   www.bergbinzen.de


Mitglieder von Demeter-Hausgartengruppen erhalten die Präparate einmal jährlich kostenlos. Andere Interessenten können sich bei Demeterbauern in der Nähe beraten lassen oder Einführungsseminare zur biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise besuchen. Auskünfte darüber erteilt der

  Forschungsring für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise
   Brandschneise 2
   64295 Darmstadt
   Fon 06155/8469-0
   Fax 06155/8469-11
   info@forschungsring.de
   www.forschungsring.de


  Der Präparateversand wird organisiert von der CvW KG
  Biodynamischen-Präparatezentrale
   Brunnenhof
   75653 Künzelsau-Mäusdorf
   Fon 07940/2230
   Fax 07940/4911
   C.v.Wistinghausen@t-online.de
   www.praeparatezentrale.de