

Hier finden Sie interessante Fragen der Leser/innen des Gartenrundbriefs mit Antworten der Redaktion. Sie können Themen über die "Suche" finden oder in den einzelnen Rubriken nachschlagen.
Bio-Dünger für Balkonpflanzen
Frage: Wie werden Balkon- und Kübelpflanzen am besten biologisch gedüngt?
Antwort: Als Alternative zu mineralischen Blumendüngern können Schafwollpellets eine gute Alternative sein. Sie besitzen einen hohen Stickstoffgehalt (11%)und zersetzen sich nur langsam, wirken also wie ein Depotdünger. Am besten ist es, wenn sie beim Pflanzen der Kästen direkt in die Bio-Erde gegeben werden.
Schafwollpellets enthalten dazu Kalium (4 bis 6 %), geringe Mengen Phosphor (bis 0,17 %), rund 2 % Schwefel und Magnesium. Ihr pH-Wert liegt bei 8,8. Schafwollpellets können bis zum 3,5fachen des Eigengewichts Wasser aufnehmen. Das heißt, sie wirken zusätzlich als Wasserspeicher. Die Pellets sind sehr ergiebig (Blumen: 10 g/Liter Erde, Gemüse: 50 bis 150 g/m2) und dadurch günstig. Der organische Dünger wird aus deutscher Schafwolle hergestellt und ist für den Demeter-Anbau zugelassen. Schäfer können heutzutage nur noch einen geringen Teil ihrer Wolle verkaufen. Deshalb sind die Pellets, bei denen auch grobe und verunreinigte Wolle mit verarbeitet wird, eine alternative Absatzmöglichkeit für die wichtigen Landschaftspfleger. Ein weiteres Plus: Der Dünger stammt von lebenden und gesunden Tieren. Bezugsquelle:
BasicFoods-naturbelassene Produkte,
Albrecht-Thaer-Str. 14, 09117 Chemnitz,
Tel. 0371/3589007, www.duengepellets.de
oder nur direkt bei
Rötberghof, Klaus Mebus, Hauptstr. 36, 74423 Obersontheim, Tel. 07973/910380, Roetberghof@t-online.de
Bezugsquelle Biologisch-Dynamischer Präparate
Frage: Wo bekomme ich die Biodynamischen Kompostpräparate und Spritzpräparate Hornmist/Hornkiesel?
Antwort: Da die Anwendung der Präparate etwas mit der Demeter Philosophie zu
tun hat, wäre es gut, sich vorher damit zu beschäftigen, anstatt sie nur nach Gebrauchsanweisung anzuwenden. Jedes Jahr gibt es dafür bei Demeter Baden-Württemberg und beim Demeter e.V. (www.demeter.de) Anfang des Jahres Einführungskurse.
Die Präparatezentrale, bei der die Präparate bestellt werden können, veranstaltet dazu
zweimal im Jahr Präparatekurse. Die genauen Termine bitte dort erfragen:
Internationale Präparatzentrale
CvW KG Brunnenhof-Mäusdorf
Hohestraße 25
74653 Künzelsau
Tel. 07940/2230
Fax07940/4911
c.v.wistinghausen@t-online.de
Lagerzeiten der Biodynamischen Präparate
Frage: Wie lange können die Biodynamischen Präparate gelagert werden?
Antwort: Dr. König vom Forschungsring für Biodynamische Wirtschaftsweise gibt folgende Lagerzeiten an:
● Hornmist 5 bis 10 Jahre
● Hornkiesel unbegrenzt im Glas am Licht aufbewahrt
● Kompostpräparate: bis 5 Jahre, wenn richtig gelagert wird
Die Lagerung müsse frei von Verunreinigungen, Schädlingen, Schimmel und Fäulnis in Glas-, Ton- oder Kupfergefäßen erfolgen, die allseitig von einer Isolierschicht aus Torf oder Kokosfaser umgeben sind. Kokos isoliere die Strahlungskraft besonders gut.
Kranzfäule bei Winterendivien
Frage: Ich hatte damit letztes Jahr große Probleme. Die Fäule fraß sich sehr schnell von außen nach innen, so dass nur noch die gelben Herzblätter zu verwenden waren. Anfangs hatten sich die Pflanzen sehr gut entwickelt, begannen aber im Endstadium zu faulen. Ich glaube alle Arbeiten und Maßnahmen berücksichtigt zu haben: nährstoffreiche Komposterde mit den Biodynamischen Präparaten angesetzt, Gesteinsmehl, zwei Hornmistspritzungen, zweimal Hornkiesel vormittags und zum Ausreifen einmal nachmittags, zusätzliche Düngung mit zehnprozentiger Pflanzenjauche aus Beinwell.
Antwort: Kranzfäule tritt sehr häufig in Endivien auf, speziell bei Frisée. Es ist ein lokaler Calcium(Ca)-Mangel. Meistens ist er nicht im Boden, sondern ensteht durch eine unterbrochene Ca-Zufuhr bei unregelmäßiger Wasseraufnahme. Die Pflanze ist auf eine ständige Ca-Aufnahme mit dem Wasserstrom angewiesen. Wird er unterbrochen, ist auch die Ca-Aufnahme unterbrochen, speziell in den am weitesten entfernten Zellen - also in den Blatträndern, die dann absterben. Die gestörte Wasserzufuhr kann unterschiedliche Gründe haben:
1. Wassermangel im Boden durch Trockenheit. Die Wurzeln wachsen schlecht an oder gehen nicht in die Tiefe.
2. In einer Schlechtwetterperiode mit hoher Luftfeuchtigkeit kann die Pflanze nicht verdunsten, also auch kein Wasser und damit Ca aufnehmen.
3. Bei plötzlich stechendem Sonnenschein mit hoher Verdunstung kommen die Wurzeln so schnell nicht mit. Das ist speziell im Gewächshaus ein Problem.
Ca-Mangel wird auch durch ein hohes Stickstoff-Angebot und einem hohen Kalium- und Magnesium-Gehalt im Boden gefördert. Dazu spielt der pH-Wert (sollte über 6 sein) eine Rolle. Auch eine schlechte Bodenstruktur oder ein hoher Salzgehalt sind problematisch. Zum Beispiel ist ein guter, nährstoffreicher Kompost salzhaltig. Wenn er in der üblichen Verdünnung ausgebracht wird, ist das gut. Es kann aber auch zu viel werden, was in Gewächshäusern nach einigen Kulturjahren fast die Regel ist. Die Endiviensorten sind verschieden anfällig. Bei der Kranzfäule sterben die Ränder der Blätter gleichen Alters ab. Meistens nicht die alten Blätter, da sie schon stabil sind. Und auch nicht die ganz jungen Blättern, da sie bei Mangelversorgung noch am ehesten bedient werden. So entsteht der Kranz im mittleren Bereich. Bei Nässe fängt er bald an zu faulen.
Flora Eisenkolb (Demeter-Gartenbauberaterin i. R.)
Bio-Grabgabel
Frage: Wo gibt es die Bio-Grabgabel zu kaufen?
Antwort: Sie heißt auch Doppelgrabegabel und es gibt sie hier:
www.biogartenversand.de
www.biokeller.de
Schnecken
Frage: Was tun gegen Schnecken?
Antwort: Ich bekämpfe die Schnecken in meinem Garten nicht mehr. Ich weiss, dass auch sie eine Funktion haben, auch wenn sie in Massen auftreten und manches Gemüse vernichten. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass mir die Schnecken so viele Pflanzen übrig lassen, wie ich gerade verwerten kann und brauche. Manche Pflanzen wuchsen sogar nach Schneckenfraß kräftiger und schneller (siehe Beitrag im Gartenrundbrief 6/2007, S.4).
Im GR 2/2007 habe ich einen größeren Artikel über Schnecken veröffentlicht und im GR 3/2005 einen Artikel zum Thema: Schnecken mögen keinen Hornkiesel.
Wenn ich Gemüseabfälle habe, lege ich sie an die Stellen, wo gerade viele Schnecken fressen. Das lenkt sie ab und verschont mir wichtige Pflanzen.
Sind mir die Schnecken doch einmal zu viele, sammle ich sie bei Nacht mit der Taschenlampe und trage sie auf den Kompost oder weiter weg aus den Garten. Auf jeden Fall töte ich sie nicht.