

Dadurch wird auch die immer wieder kontrovers diskutierte Winterfütterung beinahe hinfällig. Ist der Boden jedoch hart gefroren, die Schneedecke so hoch, daß die Tiere nicht mehr an Insekten oder Samen herankommen, kann eine Winterfütterung sinnvoll sein. Auch Kinder und ältere Menschen können sich daran freuen und einen Zugang zum Vogel- und Naturschutz finden. Bei starker Kälte besuchen meinen Futterplatz sogar scheuere Arten wie Kernbeißer, Bunt- oder Grünspecht. In Futtersilos können die Vögel nicht hineinhüpfen und mit ihrem Kot Krankheiten oder Seuchen verbreiten. In Garten- und Zoofachgeschäften gibt es spezielle Futtermischungen für Körnerfresser (Meisen, Finken, Kleiber u.a.) oder Weichfutterfresser (Amsel, Rotkehlchen). Am allerbesten ist es jedoch, natürliche Futterquellen im eigenen Garten anzubieten: eine Blumenwiese, Wildsträucherhecke mit Früchten (Schlehen, Hagebutten) oder hochstämmige Obstbäume.
Ab Mitte Januar beginnen die Vögel an schönen Tagen mit der Nistplatzsuche. Es wird höchste Zeit, die aufgehängten Ersatzwohnungen zu reinigen. Nur wenn sie sehr verschmutzt sind, ist dazu warmes Wasser nötig. Ansonsten reicht es, die alten Nester zu entfernen. In der Natur werden die Baumhöhlen auch nicht saubergemacht. Seitdem ich verschiedene Nistkästen aufgehängt habe, kenne ich kaum mehr Pro-bleme mit Blattläusen oder anderen schädlichen Insekten. Meisen, Feldsperlinge und Hausrotschwänze fliegen ununterbrochen mit Schnäbeln voller Insekten zu ihren Jungen. Eine Meisenfamile vertilgt pro Jahr rund 70.000 Raupen und 20 Millionen (!) Insekten. Wichtig ist es, verschiedene Nisthilfen anzubieten. So kann durch ein kleineres, als das übliche 32mm-Flugloch, verhindert werden, daß hauptsächlich Kohlmeisen in die Wohnungen einziehen. Die Nistkästen sollten katzen- und mardersicher aufgehängt werden. Die Firma Schwegler (siehe Infokasten) bietet verschiedenste Nistkästen aus dem langlebigen Holzbeton an. Hobbybastler können in einer Bauplansammlung vom Naturschutzbund unter fünfzig verschiedenen Nisthilfen aus Holz für Vögel, Insekten und Säugetiere die richtige für sich aussuchen. Gegen 7,- DM (Verrechnungsscheck oder bar) zu bestellen bei:
NABU Altkreis Norden
Wilde-Äcker-Weg 42
26529 Upgant-Schott
Tel. 04934/5527
Auch hierbei gilt: Besser ist ein abgestorbener Baum mit natürlichen Höhlen.
Den Katalog gibt es kostenlos bei
Schwegler
Vogel- und Naturschutzprodukte GmbH
Heinkelstr. 35
73614 Schorndorf
Tel. 07181/97745-0
Fax 07181/97745-49
Die letzten Wintergemüse sollten schnell abgeerntet werden. Für Rosenkohl ist es fast schon etwas spät, da der Wechsel von Wärme und Kälte die Röschen leicht faulen läßt, und der Putzabfall immer größer wird. Lauch und Feldsalat können etwas länger auf dem Beet bleiben. Feldsalat, wenn er sich aussäen soll, bis er schießt. Bei frostfreiem Wetter können die wertvollen Vitaminspender Schwarzwurzel und Topinambur ausgegraben werden. Letzterer läßt sich nur bedingt lagern.
Die ersten Aussaaten am Fensterbrett oder im frostfreien Gewächshaus können Ende Januar, wenn die Sonne wieder etwas länger scheint, vorgenommen werden. Günstige Aussaattage* sind der 30. und 31. Januar (bis 20.00 Uhr). Gute Erfahrungen habe ich mit der frühen Freilandsalatsorte 'Maikönig' (Ernte ab Mitte Mai) und dem Treibeissalat 'Kelly' fürs kalte Frühbeet (Ernte ab Anfang Mai) gemacht. Beide lassen sich leicht vorziehen, sind relativ frosthart, schmecken sehr gut und sind widerstandsfähig. Salate dürfen bei der Anzucht in den ersten Stunden nur Temperaturen bis maximal 15 Grad ausgesetzt sein, sonst schießen sie später leicht. Die Keimlinge brauchen genügend Luft und Licht zum wachsen, sonst entwickeln sie sich zu langbeinigen Schwächlingen, was am Fenster-brett leicht passieren kann. Eine nützliche Pflanzenlam-pe mit Energiesparbirne gibt es bei:
Firma memo
Am Biotop 6
97259 Greußenheim
Tel. 09369/905-0
Fax 09369/905-222
Nach der langen blütenlosen Zeit sehnen wir uns nach den ersten bunten Tupfern im tristen Grau. Winterlinge, Schneeglöckchen oder frühe Botanische Krokusse erfreuen unsere Seele schon diesen Monat mit ihren frostharten, leuchtenden Blüten. In meinem Garten öffnen sich häufig auch schon die ersten vorwitzigen Märzenbecher (Knotenblume) mit ihren entzückenden weißen, dicken Glocken und hellgrünen Punkten. Sie sind empfindlich gegen Wurzeldruck und müssen deshalb in Abständen von etwa zehn Zentimeter gesteckt werden. Mit den Jahren bilden sie an sonnigen bis halbschattigen, nicht zu trockenen Plätzen ein hübsches Blütenpolster.
Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen treiben uns Gärtner gerne zu früh in die Beete. Der Boden sollte erst betreten werden, wenn die Erde nicht mehr an den Stiefeln klebt. An solchen Tagen können die ersten Beetvorbereitungen getroffen werden: Kompost in dünnen Schichten verteilen (wenn nicht im Herbst schon geschehen), Horngries für Starkzehrer ausbringen (zwei bis drei Wochen vor der Saat oder Pflanzung) und Gesteinsmehle einarbeiten. Manche Steinmehle haben einen hohen Kalkgehalt, was nicht für jeden Boden gut ist. Eine Bodenprobe oder ein einfacher Test aus dem Gartenmarktl gibt über den pH-Wert Auskunft. Er sollte bei Gemüsebeeten zwischen sechs und sieben liegen.
Jetzt ist auch Zeit, das erste Mal im Jahr das Hornmistpräparat(500) auszubringen. Maria Thun empfiehlt: "Das Hornmistpräparat bringt die Pflanze in eine bessere Beziehung zur Erde. Wenn es zu Aussaaten gespritzt wird, bildet die Pflanze mehr Wurzelmasse und kann dann das Obere besser mit Erdenkräften und Erdenstoffen versorgen. Es wird eine Stunde (am Nachmittag, Anm. d. Red.) gerührt und hat eine Wirkung von vier Stunden. Es wirkt am besten, wenn es in drei Etappen zur Bodenbewegung während der Saatbettbereitung gespritzt wird. Das Hornmistpräparat sollte auch bei Umpflanzarbeiten angewendet werden und ist besonders wichtig, wenn die `'Pflanzzeit' nicht genutzt werden kann." Maria Thun rät, es nicht bei ungünstigen Planetenkonstellationen zu verwenden.
Am Anfang meiner Gartenarbeit meinte ich, so früh wie möglich alles am Fenster-brett aussäen zu müssen, damit es besonders gut wächst. Die Erfahrung hat mich anderes gelehrt: Erstens schießen die Anzuchten sehr schnell in die Höhe, weil die Sonne nur wenige Stunden am Tag scheint und zweitens wurde der Platz bald zu eng. Die Tomatenpflänzchen waren Mitte Mai bis zu einem Meter hoch gewachsen und hatten beim Auspflanzen im Verhältnis dazu einen viel zu kleinen Wurzelballen. Heute säe ich beispielsweise Tomaten, Auberginen und Paprika erst Mitte bis Ende März aus. Eine frühe Saat ist nur bei Dicken Bohnen oder Puffbohnen sinnvoll. Werden sie schon Ende Februar ins Freiland gesät (nur in klimatisch günstigen Lagen) haben sie einen Vorsprung vor der Schwarzen Bohnenlaus. Auch manche Sommerblumen wie Löwenmäulchen, Ziertabak oder Verbenen wachsen langsam und können schon jetzt am Fenster angezogen werden.
Der Baum- und Gehölzschnitt muß diesen Monat beendet werden. Allerspätestens wenn der Saft steigt und die Knospen schwellen. Ansonsten werden dem Gehölz wichtige Nährstoffe entzogen - je später der Schnitt, desto mehr.
Weitere Anbieter von ökologischem Saatgut (ganz oder teilweise): Sie verkaufen, genauso wie die Firma Allerleirauh, über mehrere Jahre ökologisch vermehrtes Saatgut. Bei größeren Saatgutfirmen ist meistens nur die letzte Stufe der Vermehrung biologisch.
Dreschflegel
Gemüse, Kräuter, Blumen, alte Kulturpflanzen
Föckinghauser Weg 9
49324 Melle
Tel. 05422/8994
Fax 05422/8764
Grüner Tiger c/o Felix Lage
Vergessene Gemüsesorten, Urgetreide, historische Bauerngartenblumen
Besonderheit: ökologische Blumenzwiebeln, u.a. Demeter-Tulpen
Pfarräckerstr. 13
90522 Oberasbach
Tel. und Fax 0911/698430
Katalog mit ausführlichen und interessanten Beschreibungen gegen 15,- DM incl. Porto
Ferme de Sainte-Marthe
Ausgefallene Kürbis- und Tomatensorten
Ulla Grall
Bäreneck 4 / Efeuhaus
55288 Armsheim
Tel. 06734/960379
Fax 06734/960014
ulla.grall@t-online.de