

Jetzt ist auch ein idealer Monat um Blatt- oder Stielmangold auszusäen. Er schießt ab April kaum mehr, was im März durch Trockenheit und Kälte leicht passiert. Seit letztem Jahr gibt es Sorten mit bunten Stielen, zum Beispiel die 'Bunte Mischung' (Grüner Tiger) oder 'Bright Lights' (Sperli). Sie sind auch im Blumengarten ein attraktiver Anblick. Mangold ist leichter zu ziehen als Spinat, kann, wenn das Herz erhalten bleibt, das ganze Jahr über geerntet werden und verträgt Halbschatten. Wichtig ist ein luftiger Abstand von rund 30 cm zwischen den Pflanzen, da sie sonst mehltauanfällig werden. Kalium und Kalzium sind in diesem, seit dem Mittelalter bekannten Gemüse, reichlich vorhanden.
Ab Mitte Mai kann es dann endlich losgehen mit dem Pflanzen ins Freie. In kälteren Regionen muß jedoch mit allen Südländern noch bis nach der Schafskälte, Anfang Juni, gewartet werden. Das gilt für Paprika, Melonen und Auberginen auch in wärmeren Lagen. Besonders freue ich mich, jedes Jahr die selbst vorgezogenen Tomaten dem Boden übergeben zu können. Seit zwei Jahren wird diese Freude auch nicht mehr durch die gefürchtete Braunfäule getrübt, die bei schlechter Witterung schon ab Juli zum großen Problem werden kann. Ich baue die Baumtomatensorte 'De Berao' an. Diese Eiertomate wächst dem Pilz buchstäblich davon, da sie bis zu drei Meter hoch wird. Sie schmeckt gut und eignet sich besonders für Tomatensaucen und -ketchup, aber auch zum frisch essen. Saatgut wird bei vielen Pflanzenbörsen in Gartenzeitschriften angeboten. Alle anderen Tomaten pflanze ich unter ein Folien-Schutzdach von der Firma BECKMANN. Es hat schon starken Stürmen standgehalten und läßt den Pflanzen genügend Luft zum Abtrocknen, weil es an den Seiten offen ist. Ich ernte damit bis zum ersten größeren Frost die schönsten Tomaten. Der Preis ab 99,- DM für 1,20 Meter Beetlänge ist angemessen (Breite durchgängig 115 cm). Höhe und Neigung des Schutzdaches können nach Bedarf eingestellt werden. Jedes Teil und die UV-beständige Folie gibt es zum Nachbestellen.
Jetzt saugen sie wieder, die kleinen grünen und schwarzen Blattläuse. Wenn Nützlinge wie Ohrwürmer, Florfliegen- oder Marienkäferlarven noch nicht unterwegs sind, muß manchmal zu anderen Mitteln gegriffen werden. Neu auf dem Markt sind Produkte aus dem Extrakt der Samen des Neem-Baumes (Wirkstoff Azadirachin). Sie helfen gegen zahlreiche beißende und saugende Insekten. 'Schädlingsfrei Neem' wird von der Firma CELAFLOR im Gartenfach-handel vertrieben, 'NeemAzal-T/S' von der BIOCONTROL AG in der Schweiz. Neem ist jetzt auch im Biolandbau zugelassen. Es ist ein natürlich wachsender Rohstoff, schonend für die meisten Nützlinge (außer der Schwebfliege Episyrphus balteatus) und nicht bienengefährlich. Durch Neem werden die Schädlinge innerhalb weniger Stunden inaktiv. Nach einigen Tagen können sie sich nicht mehr vermehren. Gewarnt wird vor der Behandlung von Birnen, da Blattschäden auftreten können. Die Verträglichkeits-Versuche stehen noch in den Anfängen. Es gibt viele positive Erfahrungen und wenige negative, hauptsächlich bei Unterglaskul-turen von Zierpflanzen. Dill wächst dagegen kräftiger durch eine Neem-Behandlung. Eine sehr gute Wirkung konnte auch beim Kartoffelkäfer, Gespinnstmotten und der mehligen Apfelblattlaus festgestellt werden. Neemsamen, -öl,- Presskuchen und weitere Produkte, auch für die Tierpflege, bietet der NIEM-HANDEL an.
Wenn nach den Eisheiligen die Balkon-kästen neu bepflanzt werden, ist es sinnvoll, gleich einen Langzeitdünger mit einzuarbeiten. Biogärtner sollten organische "Balkonpflanzen-Blumendünger" von OSCORNA oder NEUDORFF (Gartenfachhandel) verwenden. Sie werden beim Pflanzen in die Erde gemischt oder später zum Nachdüngen darauf gestreut und leicht eingearbeitet. Wer möchte, kann seine Blumen zusätzlich ab und zu mit einem organischen Flüssigdünger verwöhnen.
Tomaten müssen jetzt ständig entgeizt und hochgebunden werden. Am besten werden diese Pflegearbeiten an Fruchttagen durchgeführt. "Werden die Geiztriebe an Blattagen entfernt, ist fast unweigerlich Pilzbefall die Folge" (M.Thun). Oft wird empfohlen, mehrere Blätter zu entfernen, damit die Früchte von der Sonne besser bestrahlt werden. Untersuchungen zeigen jedoch, daß dies negative Folgen auf die Festigkeit, Haltbarkeit und Geschmack der Früchte hat. Auf den Boden liegende Blätter sollten jedoch entfernt werden, weil sie nur schwer abtrocknen und so die Sporen des Braunfäulepilzes leicht in die Pflanze wandern können. Tomaten brauchen viel Wasser und alle ein bis zwei Wochen einen kräftigen Schuß Brennesseljauche. Einen Mulch aus Beinwell- oder Brennesselblättern tut ihnen auch sehr gut.
Wildblumenwiesen dürfen weiter blühen und wachsen. Sie werden auf keinen Fall gedüngt und erst im Juli gemäht. Die Samen müssen ausfallen können, um sich weiter auszusäen.
Wasser und Zucker aufkochen bis der Zucker gelöst ist, abkühlen lassen. Blütendolden in großen Stein- oder Kochtopf kopfüber geben, Zitronensäure darüberstreuen, Zitronenscheiben sehr dünn schneiden und dazugeben, mit dem Sirup auffüllen. 48 Stunden stehenlassen, gut abseihen (am besten durch Kaffee- oder Teefilter, dauert etwas)und in Flaschen bis zum Überlaufen füllen. Hält mindestens ein Jahr. 1 cm Sirup ins Trinkglas, mit Wasser, Sprudel oder Sekt auffüllen. Schmeckt herrlich und ist bei Kindern besonders beliebt !!!
Margeriten und Wiesensalbei, Pechnelke und Federgras - wer im Mai oder Juni ins Kräuterdorf Irschen nach Kärnten kommt, kann die vielen bunten und artenreichen Blumen- und Streuobstwiesen bewundern. Blühende Feldraine, Wildsträucherhecken und wettergegerbte Bauernhöfe mit liebevoll angelegten Bauerngärten machen die Idylle perfekt. Das kleine Bergdorf liegt auf einer Sonnenterrasse 800 Meter über dem Oberen Drautal und unterhalb der 2600 Meter hohen Kreuzeckgruppe, rund fünfzig Kilometer westlich von Spittal. Jenseits von Touristenrummel und Skipisten verfolgen die Bewohner von Irschen seit 1990 den Weg eines intelligenten, sanften Tourismus. Der sorgsame Umgang mit der Landschaft, das Wissen über die Heilkräfte der Kräuter und die mehr als 400 wildwachsenden Heilpflanzenarten haben Irschen den Beinamen "Natur- und Kräuterdorf" gegeben. In den mehr als 300 (!) Hauskräutergärten wachsen unzählige Heil- und Küchenpflanzen. Außerdem wurde ein Umwelt-Stammtisch gegründet und in der Dorfschule wird Ökokunde als Hauptfach gelehrt.
1991 wurde der Verein der Kräuterfreunde Irschen von Hausfrauen, Gastwirten und Bergbauern ins Leben gerufen, um das uralte Heilpflanzenwissen zu erhalten und an die junge Generation weiterzugeben. Die Mitglieder ernten die Pflanzen in der Natur oder im eigenen Garten und bekommen dafür einen bescheidenen Obulus. Die Hausfrauen setzen Liköre an und bas-teln Kräutergebinde. In den Regalen der vom Verein eingerichteten Irschner Natur- und Kräuterwerkstatt verkauft die Heilpraktikerin Annette Wallner außer den hübschen Bastelarbeiten zahllose Sorten von getrockneten Teekräutern. Vom Frühstücks- oder Fitneßtee, über Kräuteröle, -tinkturen, -salben und -schnäpse, bis hin zu Kräutersalz oder biologisch angebauten alten Getreidesorten (Waldstaude) finden hier Kräuterliebhaber alles für ihre Leidenschaft.
Auch in den Irschner Gasthöfen werden Kräutergerichte und -tees angeboten. Die Wirtin Ingrid Striemitzer organisiert weitere Aktivitäten des Kräutervereins, zum Beispiel Kräuterwanderungen für Einheimische und Gäste. Hoch oben auf der Leppner Alm mixt der Hüttenwirt Sepp seine Kräutlein, die unmittelbar vor der Tür seines Almgasthofes Bergheimat auf 1.700 Meter Höhe gedeihen. Der Naturphilosoph weiß auch sonst noch viel über die Heilkräfte in der Natur oder die Wirkung seines speziell "belebten Wassers".
Seit mehr als zehn Jahren betreibt der Köstl-Bauer Bio-Landwirtschaft unter dem österreichischen "Ernte-Verband"-Siegel. Vor drei Jahren hat die Familie begonnen Pfefferminze, Goldmelisse, Salbei und Lavendel für eine hauseigene Teemischung anzubauen. Dem Beispiel folgend, haben auch andere Bauern kleine Äcker mit Kräutern bestellt. Gemeinsam gründeten sie die Arbeitsgemeinschaft Kornblume, die das Sammelgut erntet und in der Trockenkammer des Köstl-Hofes lagert und verarbeitet. Bis heute haben sich acht Bauernhöfe zusammengeschlossen. Sie bieten zusätzlich "Urlaub auf dem Kräuterbauernhof" an.
Fast jedes Jahr haben die Irschner neue Ideen, um ihr Kräuterdorf noch attraktiver zu machen. Im April 1998 entstand so als Wahrzeichen ein Kräuter-Kraft-Kreis. Oberhalb des Dorfzentrums wurde ein Ort geschaffen, der durch seine Lage und seine Aura Kraft und Geborgenheit vermittelt. Der gepflasterte Boden besteht aus Steinen der Drautaler Landschaft. Die mit Kräutern bepflanzten Beete und von Bauernhand geschnitzten Holzsäulen symbolisieren die vier Urelemente. In einer Zeit der zunehmenden Entfremdung von der Natur soll eine Rückbesinnung auf die eigenen Ursprünge und Wurzeln angeregt werden.
Höhepunkt des Irschner Sommers 2000 wird das erste Kräuter-Festival vom 13. bis 15.August 2000 sein. Drei Tage lang steht das Dorf ganz im Zeichen der Heilpflanzen. Die Wirte und Bauern des Dorfes kredenzen im Freien Köstliches aus der Kräuterküche. Es gibt Exkursionen zu den heimischen Kräuterbauern, eine Meditation am Kräuter-Kraft-Kreis und viele Seminare. Für die Kinder sind Kräutermärchen und eine Schatzsuche geplant. Am 15. August wird als Höhepunkt die "Blumen- und Heilkräuterweihe" gefeiert. Ein Treffen von modernen Kräuterhexen und -feen rundet das Festival ab.
Die Irschner sind stolz auf ihre aufwendig hergestellten Produkte: handverlesene Wildkräuter, schonend luftgetrocknet und unzerkleinert, damit die ätherischen Öle so weit als möglich erhalten bleiben. Die dorfeigenen Kräuterhexen versichern auch, daß ihre Teemischungen die besten im ganzen Land seien.
Ausführliche Informationen bei der
Dorfur-laub-Information
A-9773 Irschen
Tel. 0043/(0)4710-24772
Fax 0043/(0)4710-24773
irschen@carinthia.org
www.tiscover.com/irschen
Im Hotel findet auch die erste österreichischen Kräuter-Akademie statt. Experten aus unterschiedlichen Bereichen der Naturheilkunde, dem Biolandbau und der Alternativmedizin halten Fachreferate und bieten Workshops an: am 20./ 21. Mai 2000 zum Beispiel "Die grüne Hausapotheke" mit Ursel Böhring von der Freiburger Heilpflanzenschule.
Kräuterhotel Mandler
A-9773 Irschen
Tel. 0043/(0)4710-2471
Fax 0043/(0)4710-2471130
www.tiscover.com/mandler
Infos bei
Demeter-Dienste
Stichwort Reisen
Brandschneise 2
64295 Darmstadt
Tel: 06155/84690
Fax: 06155/846911
demeterbd@t-online.de
Außerdem gibt es unter www.demeter.de "Urlaub auf Demeter-Höfen in Europa" abzurufen.