

Eigentlich bin ich der Meinung, daß nicht jeder Schädling gleich "bekämpft" werden muß. Denn jede tote Blattlaus ist auch kein Futter mehr für Marienkäferlarve, Ohrwurm und Co. Wenn ich jedoch merke, daß meine Nützlinge ausbleiben oder keine Chance gegen die Läuse hütenden Ameisen haben, greife auch ich zu sanften Mitteln, die Plage etwas einzudämmen. Mit den im Gartenrundbrief (GR) 3/2000 erwähnten Neem-Mitteln mache ich gute Erfahrungen, obwohl viele Schädlinge nach der Behandlung noch weiter an der Pflanze haften. Sie erholt sich jedoch nach ein paar Tagen deutlich und die neuen Blätter wachsen kräftig und gesund nach. Neemprodukte aus fairem Handel gibt es in Dritte-Welt-Läden oder Bezugsadressen bei der GEPA, Postfach 260147, 42243 Wuppertal, Tel. 0202/26683-0, Fax -10, gf@gepa.org
Auch die Lauchminierfliege labte sich bis Ende Mai an meinen Zwiebeln (siehe GR 2/2000). Machtlos beobachtete ich sie kurz vor Sonnenuntergang, wie sie sich an den jungen Halmen gütlich tat. Für nächstes Jahr habe ich mir geschworen, ein Gemüsefliegennetz aufzustellen, da die befallenen Zwiebeln im Lager nicht so lange halten, wie die gesunden. Ein Demeter-Bauer gab mir den Tip, geschädigte Winterlauchpflanzen unbedingt auf dem Beet stehenzulassen, auch wenn sie noch so schlecht aussähen. Sie würden ab Februar wieder gesund austreiben. Schöne Beispiele verkaufte er noch im Mai auf seinem Marktstand. Um sonstige Gemüsefliegen zu vertreiben kann es helfen, übrige Blätter von Tomaten zwischen die Möhren- und Zwiebelreihen zu legen. Das feuchte wie trockene Tomatenlaub verströmt einen strengen Geruch, der die Fliegen vertreiben soll.
Die Hauptarbeiten im Juli bestehen im Hacken und Ernten der Früchte. Hackarbeiten sind für die Pflanzen am besten an den dazu passenden Mondtagen, Tomaten zum Beispiel an Fruchttagen oder Kohl an Blattagen. "Bei jeder Bodenbewegung können die kosmischen Kräfte in den Boden einziehen und das Pflanzenwachstum beeinflussen. Werden Hackarbeiten an ungünstigen Tagen durchgeführt, schwächt sich der positive Effekt eines günstigen Aussaat- und Pflanztermins ab." (Maria Thun). Gurken sollten möglichst gar nicht oder nur sehr vorsichtig gehackt werden, da ihre hochliegenden Wurzeln sehr empfindlich auf Verletzungen reagieren.
Im August leuchten die Blumenbeete in den schönsten Sommerfarben. Ich finde es wichtig, sich ab und zu für die einzigartigen Früchte des Gartens bei den Naturkräften zu bedanken. Auch dann, wenn nicht alles so gewachsen sein sollte, wie man es sich gewünscht hat. Dadurch können die positiven Energien im Garten gestärkt und den Pflanzen harmonische Schwingungen vermittelt werden.
Alle abgeernteten Flächen werden sobald wie möglich mit Gründüngungspflanzen ausgesät. Es ist bekannt, daß Leguminosen, wie Ackerbohne oder Lupine, für Stickstoffanreicherung sorgen. Seradella, Ackerbohne und Perserklee erhöhen außerdem den "Phosphorgehalt" im Boden. Buchweizen und Phacelia erschließen "Kali". Bodenverdichtungen können durch Raps behoben werden. Bei Leguminosen ist darauf zu achten, daß nur alle drei Jahre auf dieselbe Stelle gesät wird, da andernfalls Leguminosenmüdigkeit eintreten kann. Werden sie an Wurzeltagen ausgesät, fördert es die Knöllchen- und Wurzelbildung. Soll viel Blattmasse erzeugt werden, wird an Blattagen, für viele Blüten an Blütentagen gesät. Um den Bienen auch noch im Spätsommer genügend Nahrung anzubieten, lohnt es sich, jetzt noch Phacelia, Buchweizen und Klee auszusäen. Sie sind besonders gute Bienenweiden. Beim Einhacken der Pflanzen in die oberste Bodenschicht (am besten an Pflanztagen) kann das von Maria Thun entwickelte "Fladenpräparat" zugegeben werden (siehe Artikel S. 7). Es fördert den Rottevorgang. Gelbsenf kommt noch zum Blühen, wenn bis zum 15. September an Blütentagen gesät wird, während Phacelia spätestens bis 1. September im Boden sein sollte. Fruchtfolgeschwierigkeiten treten mit ihr niemals auf, da sie zu einer sehr seltenen Pflanzenfamilie gehört. Auch Gründüngungspflanzen sind für eine Gabe gut verrotteten Komposts und Bodenlockerung vor der Aussaat dankbar. (Bernd Schimmele)
Im August breitet sich bei extremer Witterung gerne der Mehltaupilz auf Blumen und Gemüse aus. Brasilianische Agrarwissenschaftler haben entdeckt, daß sich eine bestimmt Art von Mehltau (Sphaerothea fuliginea), zum Beispiel bei der Zucchini, hervorragend mit Milch bekämpfen läßt. Die beste Wirkung konnte erreicht werden, wenn zweimal wöchentlich eine Mischung aus einem Teil Milch und neun Teilen Wasser auf die Pflanzen versprüht wurde. Wurde nur einmal die Woche gespritzt, waren Konzentrationen von zwanzig bis fünfzig Prozent für denselben Effekt nötig. Die Milchmischung ist offensichtlich genauso wirksam wie handelsübliche Fungizide, teilweise wirkte sie sogar schneller und besser. Bisher ist nur bekannt, daß Milch manche Mikroorganismen abtöten kann und das enthaltene Natriumphosphat die Abwehrkräfte der Pflanzen stärkt.
Pflanzen, die kurz vor der Ernte stehen, erhalten jetzt keinen Dünger mehr, da sie sich sonst im Lager nicht lange halten. Auch Wintergemüse wird nur noch schwach gedüngt, damit es standfest und frosthart bleibt. Das Gleiche gilt für Obst-, Ziergehölze und Stauden. Jauchereste können bis zum Frühjahr aufgehoben werden. Frost schadet der Qualität nicht.
Wasser mit Zucker aufkochen bis er sich löst. Ins heiße Zuckerwasser Melisseblätter geben, zudecken und 24 Std. kühl stellen. Danach Kräuter abseihen, Zitronensäure in 1/8 Liter warmen Wasser auflösen, gut verrühren und zum Sirup geben. Nochmals 24 Std. stehen lassen und öfters umrühren. In kleine Flaschen abfüllen und kühl lagern. Mindestens ein Jahr haltbar.
Goldmelisse ins kochende Zuckerwasser geben, sonst wie oben.
Gartenadresse: Niederfeld 1, 79589 Binzen
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Gehard Zahn
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Die im GR 2/2000 erwähnte Dokumentation ist zur Zeit vergriffen. Eine Neuauflage ist geplant, dauert aber noch einige Monate.
Das von uns hergestellte Fladenpräparat wurde als belebender Faktor bei radioaktiv verstrahlten Böden entwickelt. Über vierzehn Jahre dauerten die Versuche, bis es anwendungsreif war. Es hat sich dann bei der Verseuchung in verschiedensten Erdregionen bestens bewährt. Es war für uns eine große Überraschung, daß es neben der gewollten und angestrebten Wirkung bei Radioaktivität eine sehr positive Veränderung auf den Bodenzustand und die Bodenstruktur hervorrief. Wird das Präparat dreimal im Jahr auf den Boden gespritzt, werden die Humusverhältnisse merklich verbessert. Während Hornmist und Hornkiesel eine Stunde gerührt werden müssen um vollständig zu wirken, reichen beim Fladenpräparat zwanzig Minuten. Es kann über drei bis vier Tage verbraucht werden. Übriges Präparat kann in die Biotonne in der Küche oder über den Kompost gegeben werden. Das Fladenpräparat ist kein Ersatz für Hornmist, der zu den Aussaaten gegeben wird und die Pflanze direkt angeht. Das Fladenpräparat wirkt anregend und aktivierend auf alle Umsetzungen. Es fördert die Tätigkeit der Bodenorganismen, kann beim Aufsetzen der Komposthaufen angewendet werden und hilft besonders bei allgemeinen Bodenverdichtungen. Wird Gründüngung eingehackt, Kompost ausgebracht oder umgegraben, wird es auf dem Boden verteilt. Man benötigt sechs Gramm in zehn Liter Wasser für eine Fläche von 250 Quadratmeter. Nach dem Rühren wird es durch einen Nylonstrumpf gesiebt und mit einer (Blumen)Spritze dünn versprüht. Ich empfehle das vorzügliche Fladenpräparat von:
Wedig von Bonin
Hof Eichwerder
23730 Schashagen
Tel. 04561/9910
Fax 04561/9960
Näheres zur Entwicklung und Herstellung des Fladenpräparates in Hinweise aus der Konstellationsforschung für Bauern, Weinbauern, Gärtner und Kleingärtner, 34,50 DM, ISBN 3-928636-09-x.