

Ab Mitte Januar können Frühsalate auf der Fensterbank oder im frostfreien Gewächshaus, möglichst an Blattagen, ausgesät werden. In den neuen Aussaattagen 2001 von Maria Thun finden sich dazu wieder nützliche Tips mit einer interessanten Vorschau für den Gartenbau im neuen Jahr: ISBN 3-928636-24-3, 15,- DM, oder als Wandkalender, ISBN 3-928636-25-1.
Jetzt ist der Monat der Gartenplanung. Im konventionellen Gartenbau ist das recht einfach: jedes Beet wird mit einer Gemüseart bepflanzt. Solche Monokulturen sind jedoch im Biogarten tabu. Hier wird bunt gemischt. Denn viele Pflanzen beeinflussen sich gegenseitig positiv, können sogar Schädlinge von der Nachbarpflanze abhalten. Genauso gibt es Nachbarn, die nicht gut zusammen passen und sich im Wachstum behindern. Jahrelang von mir erprobte und erfolgreich angepflanzte Mischkulturen sind in der Tabelle (siehe gedruckte Ausgabe) aufgeführt. Über Mischkultur wird viel geschrieben. Häufig ist der Gärtner jedoch enttäuscht, wenn die Zwiebeln doch nicht die Möhrenfliege abgehalten haben oder umgekehrt, die Möhren die Zwiebelfliege. Das kann zum Beispiel daran liegen, daß die Zwiebeln zu spät gepflanzt wurden und zur Zeit der Möhrenfliege noch nicht groß genug waren. Bei anderen Kombinationen haben eventuell die Bodenlebewesen die wirksamen Wurzelausscheidungen abgebaut, bevor die Nachbarpflanze davon zehren konnte. Damit auch bei einer Mischkultur der Boden nicht auslaugt oder Krankheiten vom Vorjahr übertragen werden, sollten die Beete jährlich mit anderen Kulturen bepflanzt werden.
Ausgerichtet wird dieser Fruchtwechsel nach der am längsten auf dem Beet stehenden Pflanze, der Hauptfrucht. Bei einer Mischung von Kohl mit Bohnen ist dies zum Beispiel der Starkzehrer Kohl. Auf ihn können im nächsten Jahr als Hauptfrucht die Mittelzehrer Möhren oder Pastinaken mit Zwiebeln folgen. Ein weiteres Plus: Die Mittelzehrer nutzen die Nährstoffreste des Starkzehrers und müssen dadurch nur wenig nachgedüngt werden. Am Ende sieht die Reihenfolge so aus: im ersten Jahr als Hauptfrucht Starkzehrer, im zweiten Mittel-, im dritten Schwachzehrer, dann wieder mit Starkzehren beginnen.
Bio-Pflanzkartoffel-Aktion
Das Klostergut Scheyern verschickt extra für Gartenrundbriefleser Bio-Pflanzkartoffeln:
Rita (sf, vf), Nicola (mf, Salatk.), Simone (neue, sehr feste Salatk., mf, sehr gute Kr, sehr gut lf), Agria (mf, vf, sehr gut lf), Treff (neu, mf, mehlig, gute Kr und Ertr?ge).
Die Pflanzkartoffeln sind amtlich auf Virusfreiheit getestet.
Abgabemengen: 2 kg, 5 kg und mehr
Preis: 3,90 DM/kg zzgl. Verpackung + Porto, Lieferung ab Ende Februar.
Bestellzettel und Abbuchungsgenehmigung unter Faxabrufnr. 08161/714409 oder gegen einen mit 1,10 DM frankierten Briefumschlag an Klostergut Scheyern, Prielhof 1, 85298 Scheyern.
sf=sehr früh, vf=vorwiegend festkochend, mf=mittelfrüh, Kr=Krautfäuleresistenz, lf=lagerfähig
Seltene und alte Kartoffelsorten "Rose Val", "Bamberger Hörnchen", "Violetta", "Augsburger Gold" u.a. versendet nur für den Hobby-Versuchsanbau die
Bioland-Versandgärtnerei Strickler, Lochgasse 1, 55232 Alzey, Tel. 06731/3831, Fax 3929, Strickler@t-on-line.de.
Drei Sorten mit je acht Knollen für 29,-- DM incl. Versand, jede weitere Sorte 7,-- DM.
So nach und nach wird wieder mit der Düngung von Zimmer- und Balkonpflanzen begonnen. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit einem neuen organischen Dünger aus humifiziertem Traubentrester gemacht. Diese HUMULUS-Pflanzennahrung besteht zu 65% aus organischer Substanz, enthält reichlich Huminstoffe, alle für die Pflanzenernährung wichtigen Nährstoffe und Spurenelemente, außerdem Phenolverbindungen und Phytohormone, das sind Wuchsstoffe der Traubenkerne. Nach verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen erhöht Tresterdünger nicht nur die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen (z.B. gegen Pilzbefall), sondern belebt auch den Boden und intensiviert die Blütenfarbe. Außerdem soll die Durchwurzelung gefördert werden. Es gibt den Dünger als flüssiges Extrakt und als streufertigen Langzeitdünger. Er ist auch im ökologischen Profi-Anbau zugelassen. Ein kleiner Teil des Tresters stammt aus kontrolliert biologischem Weinbau. Der Rest ist schadstoffuntersucht. HUMULUS gibt es im Naturkosthandel, in Gärtnereien, Reformhäusern oder direkt bei
TIMROTT Bio-Produkte GmbH,
An der Ahlm?hle 2, 76831 Ilbesheim,
Tel. 06341/30034, Fax 33710,
trestan@t-online.de,
www.timrott-bioprodukte.de.
Aussaatzeiten im frühen Frühjahr
Ende Januar: Treibeissalat "Kellys", Kopfsalat "Maikönig" (Fe,Fb), kältetoleranter Kohlrabi (Fe)
Ende Februar: Artischocke (Fe), Petersilie (Fr), Schnittsalat (Fr), Radieschen (Fr), Dicke Bohnen (Fr), Kerbel (Fe), Aster (Fe) und andere einjährige Sommerblumen
Fb=Frühbeet, Fe=Fenster/geheiztes Gewächshaus, Fr=Freiland
Der Steighof liegt idyllisch oberhalb des Lautertals auf der Schwäbischen Alb. Ein ruhiger und idealer Ort, um die nicht ganz einfachen Zusammenhänge der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise kennenzulernen. Die 19 Teilnehmer des Grundlagenseminars 2000 waren bunt gemischt: von Hausgärtnern, Landwirten und Lehrlingen auf Biohöfen bis hin zu einer Ernährungsberaterin und einem Arzt.
Nach einer mit vielen Fragen gespickten Hofführung folgte am Freitag Abend die theoretische Einführung in die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise. "Je mehr man den Hoforganismus in sich schließt, desto besser geht es wirtschaftlich", so beginnt Karl Tress, überzeugter Demeter Landwirt seinen Vortrag. Kosmische Einflüsse auf Erde, Boden und Mensch und Wirkungsweise von Hornmist und Hornkiesel waren weitere Schwerpunkte. "Wir treiben Raubbau an der Lebendigkeit der Erde. Das Leben muß ihr mit Hilfe der Präparate zurückgegeben werden."
Am Samstag schaffte es Dr. Eckhart von Wistinghausen innerhalb von nur drei Stunden grundlegende Dinge der Bodenkunde zu vermitteln. Viele anschauliche Beispiele halfen dabei, die komplizierten mineralischen und organischen Zusammenhänge zu verstehen. Danach gab Demeter-Gärtner Gotthart Willmann anhand von Dias praktische Tips zur Kompostierung, Sortenwahl, zu Schädlingen und Mondkonstellationen im Gartenbau. Für ihn ist der kosmische Umkreis in hohem Maße am Wachstum beteiligt.
Auch ohne Fruchtwechsel geht in der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise nichts. Wie er idealerweise aussieht, führte Demeter-Berater Erhard Gapp aus. Sein Motto: "Ein guter Ertrag ist die beste Vorfrucht." Tiere sind im Demeter-Anbau vorgeschrieben. Wie sie mit chinesischer Akupunktur behandelt werden können, stellte die Tierärztin Dr. Annerose Weiß anhand von Beispielen vor. Besonders bei schwierigen Kälbergeburten hat sie damit große Erfolge. Nach einem langen Vortragstag erfrischte am Abend Demeter-Bauer Konrad Graul das Publikum mit seinen stimmungsvollen Dias von Naturschönheiten. Wassertropfen auf Grashalmen oder bildfüllende Knospen unscheinbarer Blumen entspannten die Seele nach dem inhaltsreichem Tag.
Bisher wurde viel über die Wirkung der biologisch-dynamischen Präparate berichtet und diskutiert. Wie sie praktisch hergestellt und angewendet werden, zeigte Jochen Maurer, Demeter-Hausgartenberater, anhand von Dias am Sonntag. Ob Hausgärtner oder Landwirt, für alle gab das Seminar einen interessanten Einblick in die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise und es regte dazu an, es selber einmal auszuprobieren. Besonders gelobt wurde auch die hervorragende Verpflegung mit Demeterkost.
Vom 2. bis 4. Februar 2001 findet auf dem Steighof der nächste Einführungskurs mit verändertem Programm statt. Neu sind zwei parallel laufende Arbeitsgruppen "Gartenbau" und "Landwirtschaft". Spezielle Themen wie "Erlebniswelt Garten" oder "Fruchtfolgegestaltung/artgerechte Tierhaltung" können so je nach Interesse bearbeitet werden. Kosten: incl. Vollpension 290 DM.
Anmeldung ist erforderlich bei Demeter Baden-Württemberg, Tel. 0711/90254-0, Fax - 54, info@demeter-bw.de oder im Internet.