

In warmen Lagen können ab Mitte März die ersten kältetoleranten Kopfsalat- und Kohlrabipflanzen gesetzt werden. Auch Freilandaussaaten von Möhren, Pastinaken, Spinat, Palerbsen, frühen Rettichen, Frühlingszwiebeln, Salatrauke, Melde, Radieschen, Borretsch, Kresse und Ringelblumen sind jetzt möglich. Durch den frühen Zeitpunkt wachsen die Pflanzen zum Beispiel der Möhrenfliege und schwarzen Bohnenlaus voraus. Frühe Aussaaten sind jedoch nur sinnvoll, wenn sie sorgfältig gepflegt werden können: Vliese oder Schlitzfolien müssen bei Kälte ausgelegt und das Frühbeet regelmäßig gelüftet werden.
Mitte März ist auch die beste Zeit für die Aussaat von Tomaten im frostfreien Gewächshaus oder auf dem Fensterbrett. Meine Lieblingssorten sind die reichtragende und sehr gut schmeckende, alte Kirschtomatensorte "Gardener's Delight" (etwas platzanfällig, siehe Foto unten) und die "Berner Rose", eine fleischige, großfruchtige, rosa Sorte mit dem besten Geschmack einer Tomate, den ich kenne. Beide gibt es bei Biosaatgutfirmen. Der Kraut- und Braunfäule trotzt bei mir jedes Jahr von neuem die hohe Stabtomate "de Berao". Sie muß jedoch an Bohnenstangen aufgebunden werden, da sie drei bis vier Meter hoch wächst. Die Früchte sind eiförmig, eignen sich hervorragend für Ketchup oder Tomatenpürree, schmecken jedoch nicht besonders ausgeprägt. Bei einem Freilandversuch des Bioland-Erzeugerrings Bayern brachten lediglich die Sorten "de Berao". und "Quadro" (Romatyp, von Allerleirauh) "nur" rund 20 Prozent kranke Früchte. Die angeblich fäuletoleranten Sorten "Pyros" und "Myrta" schnitten wesentlich schlechter ab. Eine sehr große Samenauswahl seltener und historischer Tomaten, Gemüse und einjähriger Kletterpflanzen/Stauden gibt es beim privaten Samenarchiv von Gerhard Bohl. Er bietet auch eine Tauschbörse an, bei der man Sorten von ihm vermehrt und dafür andere im Tausch erhält. Gegen 10,- DM in bar (incl. Porto) verschickt er drei verschiedene Samenlisten:
Gerhard Bohl
Oberfichtenmühle 2
91126 Rednitzhembach.
Er bietet auch, genauso wie die Firma Syringa, verschiedene Sorten von Asia-Gemüse an (siehe GR 1/2001)
Syringa
Bachstr.7
78247 Hilzingen-Binningen
Tel. 07739/1452, Fax 677
info@syringa-samen.de
www.syringa-samen.de
Im März beginnt die Flugzeit der Lauchminierfliege (GR 2+4/2000). Dieser Schädling, der in der Zwischenzeit vor kaum einem Zwiebelgemüse mehr halt macht, wird immer mehr zur Plage. Auch Schnittlauch wird befallen, was an den reihenweise angeordneten Saugstellen in der Spitze der Röhrchen zu erkennen ist. Gute Erfahrungen machte ein Demeter-Betrieb bei Lauch mit einer dreimaligen Spritzung von "Neem Azal TS" ("Schädlingsfrei Neem", GR 3+4/2000) gegen die zweite Generation der Fliege im Sommer.
Frisches Gemüse ist zur Zeit rar im Garten. Da lohnt es sich auf die jungen Triebe von Wildkräutern wie Löwenzahn, Bärlauch, Gänseblümchen oder Brennnessel zu achten und damit vitaminreiche Salate und Speisen zuzubereiten. Schöne Rezepte und Sammeltips liefern folgende Bücher:
Heide Rau: Der naturnahe Garten
19,80 DM
ISBN 3-89234-897-9
Verlag Edition Ellert & Richter.
Hier werden reiche Erfahrungsschätze mit ausgefallenen Tips auch für Geschenke und Kosmetik kombiniert. Nur die Dekoration mit Wachteleiern und das Sammeln von Wurzeln der Schlüsselblume sollte aus Naturschutzgründen nicht nachgemacht werden.
Wildfrüchte, -gemüse, -kräuter von Elisabeth Mayer
29,90 DM
ISBN 3-7020-0835-7
Leopold Stocker Verlag.
Nach Jahreszeiten geordnete Rezepte und Sammeltips mit Fotos - sehr zu empfehlen.
Nachfolgendes Rezept gab mir eine Kräuterbäuerin aus Österreich:
Löwenzahnhonig
300 Löwenzahnblütenköpfe kurz mit kaltem Wasser ?berbrausen. 1,5 Liter kaltes Wasser mit den Blüten kurz kochen lassen, dann zugedeckt über Nacht ziehen lassen. Mit dem Saft einer halben Zitrone abseihen, 1,5kg Zucker dazu, aufkochen, abschäumen und rund 4 Std. leicht köcheln lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
Sollen Pilzkrankheiten vorgebeugt werden, ist es jetzt sinnvoll, Ackerschachtelhalm auf den Boden zu sprühen. Es gibt ihn als Extrakt, Kraut oder Pulver im Gartenfachhandel. 10 gr. getrocknetes Kraut in 2 Liter kaltes Wasser geben, 20 Minuten kochen lassen, abkühlen. 8 Liter Wasser zugeben und zehn Minuten gut durchrühren, absieben. 10 Liter davon reichen für 100 m2 Boden. (nach Maria Thun)
Steckzwiebeln sollten in diesem Monat gesteckt werden. Seitdem ich nur noch haselnußgroße nehme, schießen die Zwiebeln später nicht mehr. Im Abstand von 10 bis 15 cm werden sie 3-4 cm tief gesetzt, so da§ die Spitze noch sichtbar bleibt. Gut ist es, das Beet die ersten Tage mit Vlies abzudecken, damit die Vögel die Zwiebeln nicht ausscharren können. Zur schnelleren Wurzelbildung wird empfohlen, die Zwiebeln etwa einen Tag vor dem Stecken in Wasser (möglichst Regenwasser) zu legen. Sie sollen sich dann auch nicht so leicht aus der Erde heben.
Wenn es wärmer wird, beginnen sich auch wieder die Blattläuse kräftig zu vermehren, was zum Beispiel an frühen Salaten keine Freude ist. Oft sind zu dieser Zeit die Nützlinge noch nicht aktiv, und es muß etwas gegen die Sauger unternommen werden. Ein interessantes Rezept nannte mir eine Leserin: Eine handvoll Brennnesseln in die Gießkanne geben, mit Wasser auffüllen, nur ein paar Minuten ziehen lassen und sofort den Salat damit übergießen.
Jetzt krabbeln die Ameisen wieder überall auf den Beeten herum. Ihre Haufen vermehrten sich in den letzten Jahren in meinem Garten drastisch. Leider sind die Krabbeltiere nicht nur nützlich. Sie transportieren Wurzelläuse an die jungen Gemüsepflanzen und nagen auch gerne mal an deren Wurzeln. In den "Gärtnerbriefen des ökologischen Gartenbaus" stand folgendes Rezept: 9 Teile Zucker (kein Einmachzucker!!), 5 Teile Wasser und 1 Teil Borax kristallin mischen und auf 60-70 Grad erhitzen (nicht kochen!). Nach dem Abkühlen in Köderdosen oder Petrischalen füllen, und auf die "Hauptstrassen" stellen. Solange nachfüllen, bis die Ameisen verschwunden sind. Das kann einige Tage dauern. Eine kompostierbare Köderdose mit einem Borax-Mittel gibt es auch von der Firma NEUDORFF im Gartenfachhandel zu kaufen.
Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal eine wunderschöne Sommerblume ausgesät, den Elfenspiegel Nemesia strumosa. Er wird nur 20-30 cm hoch und eignet sich hervorragend für Balkonkästen und Ampeln. üppige Doldentrauben blühen von Juni bis September in weiß, gelb, orange bis karminrot. Am besten wird Nemesia im April am Fensterbrett vorgezogen und nach den Eisheiligen mit 25 cm Abstand gepflanzt. Die Sommerblume liebt lockeren, sandig-humosen Boden ohne Staunüsse und hat mittleren Düngerbedarf. Für eine Nachblüte im September, sollte sie gleich nach dem Verblühen zurückgeschnitten werden.
Die Hausgartengruppe (HG) Ludwigsburg (bei Stuttgart), machte Anfang Juli 2000 ihren ersten Tagesausflug. Es ging zu Volkmar Lust nach Balingen und zur Fischermühle nach Rosenfeld. Im Jahr zuvor be-suchten wir zusammen mit der Balinger HG die Saatgutfirma Hild in Marbach am Neckar, das ehemalige Landesgartenschaugelände in Bietigheim und die Demeter-Gärtnerei Willmann in Ingersheim. Zum Gegenbesuch fuhren wir mit dem Zug nach Balingen, wo wir von Mitgliedern der HG abgeholt wurden. Zuerst besuchten wir Volkmar Lust, der seit Jahren seinen großen Hausgarten biologisch-dynamisch bewirtschaftet. Darüber berichtete Herr Lust schon mehrfach im GR und der "Lebendigen Erde". Es regnete in Strömen, der Garten war jedoch so faszinierend und Herr Lust erzählte so spannend, da§ wir es uns trotzdem nicht nehmen ließen, bis hinter die letzte Brombeerhecke zu gehen, wo sehr schöne Komposthaufen lagen. Die Brombeeren standen in voller Blüte und versprachen eine reiche Ernte. Der Garten liegt an einem leichten Hang und ist mit eingefaßten Beeten ?bersichtlich aufgeteilt. Die vielen Gemüsearten müssen in sehr guten Mischkulturen und zu guten Terminen gepflanzt und gesät worden sein, denn es zeigte sich ein frohes und gesundes Wachstum. Lediglich die Himbeeren hatten, wie fast ?berall, mit der Rutenkrankheit zu kämpfen. Eine Pflanzung mit neuen Sorten ist geplant.
Zum Mittagessen ging es in die Innenstadt, wo wir uns den schönen, großen Marktstand der Fischermühle ansahen. Es hörte endlich auf zu regnen, und wir fuhren am Nachmittag weiter zu dem Demeter-Betrieb. Gemeinsam mit der Balinger Gruppe hörten wir viel über Bienen und die biologisch-dynamische Bienenhaltung, zum Beispiel das Vorgehen gegen die Varoamilbe ohne Chemikalien. Als endlich die Sonne hinter den Wolken hervorkam, wanderten wir noch zu einem Bienenstand und konnten, umnebelt von Kräuterrauch, einige Blicke in den Bienenstock werfen. Vom Angebot, Honig, Salben oder Auflagen zu erwerben, wurde fleißig Gebrauch gemacht. Am Schluß führte uns der Gärtner durch seine Folienhäuser. Speziell die Wachstums- und Ertragsunterschiede zwischen veredelten und unveredelten Tomaten waren sehr auffällig. Alles sah frisch und gesund aus. Es ist schon erstaunlich, wie gut es selbst in ungünstigen Lagen mit Hilfe solcher Folientunnel wächst. Gegen Abend brachte uns die Balinger Gruppe wieder zum Bahnhof. Während der Rückfahrt wurde bemerkt, da§ ein solcher Tag zwar anstrengend sei, aber durchaus in ähnlicher Weise wiederholt werden sollte. Wir danken den Helfern der Balinger Gruppe ganz herzlich. Der Tag wird uns noch lange positiv in Erinnerung bleiben.
Lust bekommen mitzumachen? Demeter-Hausgartengruppen gibt es in...
| Bundesland | Gruppen | Mitglieder | Ansprechpartner | Telefon | Telefax |
|---|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 20 | 840 | Demeter Ba-Wü | 0711/90254-0 | 0711/90254-54 |
| Bayern | 3 | 140 | Demeter Bayern | 08166/6204 | 08166/6274 |
| Berlin-Brandenburg | 1 (AG) | 30 | Demeter BB | 033432/722-14 | 033432/722-13 |
| Hessen | - | Fördermitglied | Demeter Hessen | 06167/1565 | 06167/7341 |
| Nordrhein-Westfalen | 7 | 550 | Demeter NRW | 02302/6961-10 | 02302/6961-11 |
| Nordwestdeutschland (S-H, NS, Bremen, HH) |
8 | 120 | HG-Berater Hinnerk Lenz |
05334/7355 | - |
| Rheinland-Pfalz | - | 50 | Demeter R-Pf/Saar | 06852/8023-93 | 06852/8023-94 |
| Saarland | 1 | 30 | AG in Saarland | 06821/89500 | - |
| Sachsen | 1 | 15 | Demeter Sachsen | 0351/268-5391 | 0351/268-2358 |