

Gegen Raupen an Gemüsepflanzen (besonders vom Kohlweißling) gab mir eine Demeter-Bäuerin ein von ihr seit Jahren im Hausgarten erfolgreich eingesetztes Rezept: ein halbes Likörgläschen Spiritus und ein Teelöffel echte Schmierseife in eine Zehn-Liter-Gießkanne geben, mischen und über die befallenen Pflanzen gießen. Die Raupen sterben und fallen ab. Im biologischen Pflanzenschutz wird normalerweise Brennspiritus verwendet. Er verstärkt die Wirkung von Spritzbrühen und zerstört die Schutzschicht der Tiere. Sie werden angreifbar für die Seifenbrühe.
Wer gerne auch noch nach den Ferien schöne Zucchinis ernten möchte, sollte alle schon angesetzten Früchte und Blüten vor der Abreise ausbrechen. An der Pflanze gibt es dann etwa 14 Tage nichts mehr zu ernten. Sie hat auch Urlaubspause und legt danach wieder so richtig los. Ganz schlecht ist es, wenn während der Abwesenheit nicht oder nur hin und wieder geerntet wird. Die Früchte werden viel zu groß und die Pflanze verausgabt sich total.
Flora Eisenkolb
Auf eine interessante Methode Kulturheidelbeeren im Garten anzubauen, machte mich ein Demeter-Gärtner aufmerksam. Sie werden in 80-Liter-Containern mit einem besonderen Substrat, das den Waldboden nachahmt, in den Garten gesetzt. Die Pflanze ernährt sich vorrangig von dem Substrat. Nur die restlichen Wurzeln außerhalb des Containers dringen in den Gartenboden ein. Die Container mit fünfjährigen Beerensträuchern stehen in zwei Gärtnereien zum Abholen bereit (Gewicht rund 25 Kilo!). Sie können zu jeder Zeit in den Garten gepflanzt oder auf den Balkon gestellt werden. Viel Gießen ist jedoch angesagt. Die Ernteerwartung im ersten Jahr liegt bei bis zu zwei Kilo köstlicher Früchte pro Pflanze. Preis zwischen € 20,- und € 35,-.
Container gibt es bei:
Demeter-Gärtnerei Berg
Niederfeld 1
79589 Binzen
Fon: 07621/968310
Fax: 07621/69271
info@bergbinzen.de
www.bergbinzen.de
Biolandhof Schwarz
Hauptstr. 38
86747 Maihingen
Fon: 09087/230
Fax: 09087/1254
Beide Gärtnereien führen auch verschiedene Sorten Bio-Rhabarber-Jungpflanzen, die sie auch versenden. In biologischer Qualität gibt es sie nur selten im Angebot.
Die Sommermonate sind sehr arbeitsintensiv im Garten, werden jedoch meistens mit schönen Ernten belohnt. Auch die Zwiebeln werden reif. Führen Sie keine Notreife durch, indem Sie das Laub um-knicken. Die Knollen halten sich sonst schlecht im Lager. Ist das Laub vergilbt und knickt es von selbst um, wird die ganze Pflanze aus dem Boden genommen und am besten in der Sonne getrocknet. Im lichten Schatten dauert es ein paar Tage. Danach die Erde mit losen Schalen abstreifen und Zöpfe binden oder die Schlotten abschneiden.
Ich habe durch die vielen Arbeiten im August schon vergessen Knoblauch zu ernten. Das Ergebnis waren häßliche Knollen mit schalenlosen Zehen. Besser ist es, ihn nicht so lange wie Zwiebeln stehenzulassen, sondern mit noch leicht grünen Schlotten aus dem Boden zu nehmen. Das Laub sollte noch fest mit der Zwiebel verbunden sein, was je nach Lage auch schon im Juli der Fall sein kann. Die meisten Sorten entwickeln Blütenstiele, die nicht stören und auch nicht wie bei Zwiebeln ausgebrochen werden. Die Knollen sollten kurze Zeit im Schatten getrocknet werden. Um den eigenen Knoblauch weiter zu vermehren, können außer den Zehen auch die Brutzwiebeln an den Blütenstielen genommen werden. Dabei ist jedoch zu beachten, daß sich große Knollen dann erst in der zweiten Kulturperiode bilden werden. Das heißt, daß sich im nächsten Jahr nur kleine Zwiebeln entwickeln, im übernächsten dann die richtigen Knollen.
Jetzt beginnt auch die Haupterntezeit meines Lieblingsgemüses, der Tomaten. Ich verarbeite sie vorwiegend zu köstlichen Tomatenpüree, das ich für winterliche Tomatensaucen einfriere. Dazu gebe ich möglichst viele verschiedene Sorten (mit Cocktailtomaten!) grob geschnitten in einen Topf ohne Wasser. Das Ganze lasse ich unter mehrmaligem Umrühren ca. zehn Minuten kochen. Dann wird es durch die "Flotte Lotte" passiert und zum Abkühlen vom Herd genommen. Am Ende kommt das Püree in Plastikdosen in den Gefrierschrank.
Sobald die Zwetschgenkuchen-Zeit beginnt, stellen sich regelmäßig auch unerwünschte Mitesser ein: Wespen. Sie naschen an der sonntäglichen Kaffeetafel und versetzen dabei manche Menschen regelrecht in Panik. Dazu besteht jedoch absolut kein Grund. Denn nur zwei der bei uns vorkommenden Wespenarten können für den Menschen zeitweilig lästig werden: die "Gemeine" und die "Deutsche Wespe". Durch ihre besonderen Kopfschild-Zeichnungen können sie von jedem Laien einfach von den harmloseren Wespen unterschieden werden (siehe Grafik oben). Nur etwa zehn Wespenarten gehören zu den so genannten Staaten bildenden, also sozialen Faltenwespen. Sie werden vom Laien ge-wöhnlich als die "typischen Wespen" erkannt, obwohl nur die Gemeine und die Deutsche Wespe im Sommer als Plagegeister auftreten.
In vielen Zeitschriften wird nach wie vor das Aufstellen oder Aufhängen von Wespen- Fangflaschen empfohlen. Anscheinend hat es sich in weiten Teilen der Bevölkerung noch immer nicht herumgesprochen, daß alle bei uns vorkommenden Wespenarten nach § 20 des Bundesnaturschutzgesetzes dem allgemeinen Artenschutz unterliegen. Nur in begründeten Notfällen, also bei akuter Gefährdung von Menschen, dürfen die beiden oben genannten Arten, ausschließlich durch geschultes Fachpersonal bekämpft oder umgesiedelt werden. Viele Menschen betrachten es nach wie vor als ihre Pflicht, Wespenfallen aufzustellen, um jedes in ihr Blickfeld geratene Nest unverzüglich zu beseitigen. Damit werden aber auch gleichzeitig die vielen völlig harmlosen Arten vernichtet und gefährdet, da die Gemeine und die Deutsche Wespe in der Regel gut versteckte Erdnester anlegen oder in schwer zugänglichen oberirdischen Höhlungen nisten. Die übrigen Wespenarten errichten freihängende und damit leicht zu entdeckende Ballon- oder Einwabennester.
Hier werden nicht nur alle bei uns heimischen Wespenarten und deren nächsten Verwandten (Hornissen, Solitärwespen, Wildbienen, Hummeln) in Wort und Bild ausführlich vorgestellt, sondern auch konkrete Schutz- und Förderungsmaßnahmen aufgezeigt.
Demeter Lehrgarten
Im Niederfeld 1
79589 Binzen
Fon: 07624/981371
Spendenkonto: GLS Stuttgart
Kontonummer 13678410
BLZ 43060967