

Im letzten Gartenrundbrief ist mir leider ein Fehler unterlaufen, den ich hiermit richtigstelle: Die Gärtnerei Kräuterzauber (Seite 6) heißt jetzt Gärtnerei Rühlemanns und hat eine andere Email-Adresse, nämlich info@ruehlemanns.de. Falls Sie eine Email an die genannte Adresse geschickt haben, werden Sie nie eine Antwort bekommen. Bitte entschuldigen Sie den Fehler.
Je nach Lage können bei offenem Boden noch Meerrettich und Wurzelpetersilie ausgegraben werden. Bei einer Ernte vor September, kann es passieren, daß die Merrettichstangen nach längerer Lagerzeit bitter schmecken. Ist der Boden frostfrei, kann das Wurzelgemüse sogar den ganzen Winter über geerntet werden: Seitentriebe entfernen und Blätter nur abdrehen oder vorsichtig abschneiden, damit das Herz nicht verletzt wird. In Kellern mit hoher Luftfeuchtigkeit lässt sich Meerrettich mindestens ein halbes Jahr lagern.
Die Blätter von Endiviensalat sollten immer ungeschnitten gewaschen werden. An den Schnittstellen werden sonst wertvolle Inhaltsstoffe einfach weggespült. Dazu gehört auch der gesundheitsfördernde Bitterstoff Intybin.
Dieses Jahr sind mir schon im Juli die vielen mit braunen Blättern übersäten Kastanienbäume aufgefallen. Die Biologische Bundesanstalt in Braunschweig (BBA) schreibt: "Lange Zeit blieb die Rosskastanie von spezifischen Schädlingen verschont. Jedoch sorgt seit Mitte der neunziger Jahre die Rosskastanienminiermotte in Deutschland für Schreckensbilder im Sommer. Viel zu früh wird das Laub braun und die verdorrten Blätter fallen ab. So geschwächte Bäume sind anfällig für Pilze und andere Krankheitserreger. Die Miniermotte hatte dieses Jahr hervorragende klimatische Bedingungen. Die BBA rät deshalb den Kommunen und allen Gartenbesitzern, unter Kastanien die Blätter sorgfältig zu entfernen, damit im nächsten Jahr der Befall geringer ist. In den Blättern überwintern die Miniermotten, um im Frühjahr ihre Eier auf die jungen Blätter zu legen. Nur wenige vergessene Blätter reichen für einen erneuten Befall aus, der sich leicht hochschaukeln kann. Es gibt bis zu vier Generationen pro Jahr. Die biologische Bekämpfung mit natürlichen Gegenspielern wie Schlupfwespen oder Krankheitserregern ist bisher nicht möglich, weil man noch keinen spezialisierten Parasiten kennt. Eine Möglichkeit ist, die Widerstandskräfte des Baumes zu stärken, zum Beispiel durch eine gute Wasserversorgung und Düngergaben. Hingegen ist die Wirkung von Pflanzenstärkungsmitteln nicht wissenschaftlich nachgewiesen."
Gerade in der kalten Jahreszeit wirken Gefäße aus Terracotta wärmedämmender als solche aus anderen Materialien, berichtet das Ziegelwerk Trost aus Rauenberg. Erstklassige und somit frostsichere Qualität entstehe erst durch den Brennvorgang bei etwa tausend Grad und der Verwendung erstklassiger Rohstoffe. Gefäße aus Rauenberger Terracotta sollen sogar Minustemperaturen überstehen können. Dennoch sei zu bedenken: gefrierendes Wasser kann selbst Stahl und Felsen sprengen. Hundertprozentig frostfeste Pflanzgefäße könne es daher nicht geben. Entscheidend sei der im Topf enthaltene Wasseranteil. Verglichen mit anderen Terracotta-Töpfen würden die Poren der Rauenberger Terracotta Gefäße jedoch sehr viel weniger Wasser aufnehmen. Gefahr drohe auch von Wasser, das im Innern stehen bleibt und gefriert. Staunässe kann durch eine Schicht aus Tonscherben und Kies über dem Loch im Boden verhindert werden. Außerdem unterstützen kleine Füße unter dem Topf den Wasserablauf. Das Gefäß kann nicht am Boden festfrieren. Auch sandige Erde hilft dem schnellen Abfluss. Lehmige, stockende Erde hingegen hält das Wasser im Topf. Ratsam sei auch, aufliegenden Schnee zu entfernen, bevor er taut.
Trost Vertriebs und Verwaltungs GmbH
Bottstraße 1
69231 Rauenberg
Tel: 06222/651
www.rauenberger-terracotta.de
Immer wieder suche ich nach Alternativen zu Torf in Blumenerden, um den Abbau der Moore zu stoppen. Ab der Gartensaison 2003 bietet die Firma Neudorff verschiedene torffreie Blumenerden an. Grundlage der Substrate sind ein über drei Jahre gereifter, gütegesicherter Rindenhumus, Holzfasern, Kokosfasern und verschiedene Zuschlagstoffe. Je nach Art der Erde sind noch zusätzlich Ton und Blähton enthalten. Neudorff berichtet von besonderen Eigenschaften: durch den lange gereiften Rindhumus keine Stickstoff-Fixierung, besonders stabile Struktur (die Erde sackt nicht zusammen) und sehr gute Nährstoff- und Wasserhaltefähigkeit. Folgende Sorten wird es im Gartenfachhandel zu kaufen geben: Blumenerde, Pflanzerde für Gehölze, Stauden und Sommerblumen, Balkon- und Geranienerde, Graberde, Kübel- und Zitruspflanzenerde, Aussaat- und Anzuchterde. Darin ist besonders feiner Rindenhumus enthalten, sowie Cocobeat, eine feine Kokosfaser. Zusätzlich ist die Erde mit Algenmehl für die schnelle Wurzelbildung angereichert.
Am Ende jedes Gartenjahres überlege ich mir, was ich im nächsten Jahr besser und rationeller machen kann. So zum Beispiel meine Anzuchten anstatt in Plastiktöpfen in Erdpresslingen auszusäen. Das spart das mühsame Abwaschen und den Plastikmüll der kaputten Töpfe. Bisher konnte ich mich noch nicht endgültig für eine Erdtopfpresse entscheiden, da ich nicht weiß, welche Erde sich dazu am besten eignet. Außerdem ist mein Lichtangebot für die Jungpflanzen auf den Fensterbrettern nicht ideal. Das heißt, ich sollte sie auf jeden Fall pikieren, damit sie gedrungener wachsen. Die Firma Kriete GmbH bietet verschiedenste Erdtopfpressen für den Hobby- und Profigärtner an. Als Vorteile nennt die Firma zum Beispiel: Erdpresslinge brauchen weniger Platz als Töpfe, sind standfester, werden besser durchwurzelt (kein Wurzelschock und keine Unterbrechung des Wachstums beim Auspflanzen) und sparen Samen (da hohe Keimrate). Die Pressen werden in den Größen von 17x17x17mm bis 70x70x70mm angeboten. Dazu gibt es Kunststoffeinsätze mit einer Vertiefung für den Samen. Die Preise liegen zwischen rund 25 E und 165 E (für den Profi). Außerdem gibt es noch Einzelkornsäer, Kleinsämaschinen, thermische Unkrautbekämpfer und Kulturschutznetze in Profi-Qualität für den Hausgärtner. Geplant ist der Verkauf von Radhacken.
Kriete Ökologische Produkte GmbH
Lothringer Str. 1
66271 Kleinblittersdorf
Tel: 06805/9124-14
Fax: 06805/9124-15
Dieses Jahr will ich Ihnen wieder einmal eine Übersicht über Biosaatgutanbieter von Gemüse, Blumen und Kräutern für das neue Gartenjahr geben. Details und noch mehr Adressen können Sie auf unseren Internetseiten hier nachlesen. Ich nenne hier absichtlich nicht die großen Anbieter, da sie viele Hybriden verkaufen und die Pflanzen meistens nur einmal biologisch vermehrt wurden. Bei konventionellem Saatgut sind die Mutterpflanzen mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln behandelt worden.
Das heißt, sie sind unter ganz anderen Bedingungen als im biologischen Anbau gewachsen und kommen oft von weit her. Deshalb sollten Biogärtner auch nur Biosaatgut verwenden.
Hummeln standen lange Zeit etwas im Schatten des allseits anerkannten "Bestäubungsmonopols" unserer Honigbienen, obwohl bereits Darwin auf die besonderen bestäubungsrelevanten Eigenschaften dieser gemütlichen Brummer im bunten Pelzrock hingewiesen hat. So sind Honig- und Solitärbienen bekanntlich nicht in der Lage bei Temperaturen unter 15°C zu sammeln. Dagegen können die dicht bepelzten Hummeln noch bei 2°C (Königin) bis 6°C (Arbeiterinnen), ausfliegen und Blüten besuchen, wenn alle anderen Insekten vor Kälte starr sind. Auch wurde beobachtet, daß Hummeln im Vergleich mit Honigbienen in derselben Zeit die drei- bis fünffache Anzahl von Blüten aufsuchen und somit eine größere Arbeitsgeschwindigkeit entwickeln. Im Mittel besucht eine Hummel zehn bis zwanzig Einzelblüten pro Minute. Dies geschieht jedoch keineswegs auf Kosten der Gründlichkeit, denn der Bestäubungswert eines Hummelbesuches entspricht dem von drei Bienenbesuchen. Da sich Hummeln mit ihren großen Augen auch noch in der Dämmerung zurechtfinden, sind sie bis spät in den Abend bzw. schon sehr früh am Morgen (im Sommer schon kurz nach vier Uhr) unterwegs, wenn die Bienen ihr Tagewerk längst beendet oder noch nicht wieder aufgenommen haben. Selbst bei regnerischem oder stürmischem Wetter, ja sogar bei Hagel- und Schneeschauer, fliegen die schweren, nicht so leicht verdriftbaren Insekten aus und verhindern so auch in Jahren mit ungünstiger Witterung einen völligen Ernteausfall. 25 bis 50 Prozent aller Blütenpflanzen werden dann allein durch sie bestäubt.
Helmut Hintermeier ist selbst Imker und hält schon seit vielen Jahren Hummeln in ausgedienten Bienen-Ablegerkästen auf dem Balkon seines Hauses.