

Das Sortiment an biologisch-dynamischem Saatgut von der Bingenheimer Saatgut AG (Adresse hier) wächst von Jahr zu Jahr. Zum ersten Mal wird jetzt auch eine Schlangengurke für den Anbau im Gewächshaus angeboten. Die Sorte ,Helena' zeichnet sich durch einen sehr frühen Fruchtansatz, einer frühen Ernte und ihren guten Geschmack aus. Weitere Neuheiten: verschiedene Kohlsorten, Zierkürbis-Mischungen, einen Stangensellerie und Salate. Außerdem gibt es über hundert Sorten von ökologisch vermehrten Blumenzwiebeln.
Damit ich so früh wie möglich eigenen Salat und Kohlrabi ernten kann, beginne ich ab Ende Januar mit den Aussaaten auf der Fensterbank. Ich hänge immer noch an der alten, sehr zarten und frühen Salatsorte ,Maikönig', da ich bisher keine bessere gefunden habe. Alle neueren Sorten schmecken mir nicht so gut, oder die Blätter sind wesentlich zäher. Schon länger suche ich nach einem Schnittsalat, der nicht so bitter schmeckt. Vielleicht können Sie, liebe Leser/innen, mir ja weiterhelfen. Die Anzucht von frühem Kohlrabi ist mir bisher nicht gelungen. Entweder wurden die Keimlinge viel zu lang oder sie wuchsen kaum. Ich denke, daß das Licht am Fensterbrett zur Anzucht nicht ausreicht.
Zur Blume des Jahres 2003 ist von der "Stiftung Natur und Pflanzen Hamburg" die Kornrade Agrostemma githago gewählt worden. Sie gehört zur Ackerbegleitflora und war bis in die sechziger Jahre im Wintergetreide häufig anzutreffen. Heute zählt sie zu den stark gefährdeten Arten. Mit der Wahl soll für ihren Erhalt geworben werden, stellvertretend für alle Ackerwildkräuter und für eine naturfreundliche Nutzungsweise der Ackerflächen und Ackerraine. Das oft schon im Herbst keimende Ackerwildkraut ist einjährig und wird bis 100 cm hoch. Die sehr schönen rund 2 cm großen, purpurvioletten Blüten zeigen sich von Juni bis August. Besonders Schmetterlinge lieben die Kornrade. Sie zählt zu den Nelkengewächsen, stammt aus dem Vorderen Orient und hat mit der Einführung des Ackerbaus hier Fuß fassen können. Die lichtliebende Art ist anspruchslos. Sie benötigt jedoch nährstoffreiche und im Herbst umgegrabenene Standorte, um auf vegetationsfreien Stellen keimen zu können. Als Kaltkeimer muß sie im Herbst oder spätestens zeitigem Frühjahr ausgesät werden, damit der Samen Minustemperaturen ausgesetzt ist. Er enthält den giftigen Inhaltsstoff Saponin. Deshalb war die Kornrade früher ein gefürchtetes Unkraut im Kornfeld, das den Bauern das Wintergetreidekorn verderben konnte. Im Garten macht sich die Kornrade als Zierpflanze in Staudenrabatten, zum Beispiel mit Ziergräsern oder Storchschnabel, sehr gut. Häufig ist sie bei Wildblumenwiesenmischungen beigemischt. Ich habe mich letztes Jahr sehr lange an ihrem wunderschönen Farbenspiel in meiner Blumenwiese gefreut und hoffe, daß sie sich auch ohne Umpflügen wieder zeigen wird.
Schon lange suche ich einen organischen Langzeitdünger für meine Balkonpflanzen, da ich in der sommerlichen Garten-Hektik immer wieder die wichtigen, regelmäßigen Düngergaben vergesse. Die Firma Neudorff hat jetzt meinen Wunsch erfüllt und die 'Azet DüngeDrops' für Blühpflanzen und Grünpflanzen auf den Markt gebracht. Es sind Dünge-stäbchen in Tropfenform mit einem organischen NPK-Dünger (6-4-5) und Mikroorganismen. Sie werden einfach in die Erde gesteckt und wirken mindestens hundert Tage lang. Erhältlich im Gartenfachhandel.
Jetzt sind sie noch tief in der Erde verkrochen oder warten im Eierstadium auf ihren neuen Auftritt: die Schnecken. Bisher habe ich im Gartenrundbrief über verschiedene Abwehrmaßnahmen berichtet. Haustiere als Helfer kamen noch nicht vor, da ich damit immer skeptisch war. Doch ein Demeter-Bauer aus der Hohenlohe hat mich überzeugt: Er hält seit mehreren Jahren erfolgreich Laufenten gegen Schnecken. Nach seiner Erfahrung sind sie sehr gierig nach den schleimigen Plagegeistern und lassen seinen Salat vollkommen in Ruhe. Das liegt vielleicht daran, daß sie von klein auf keinen Salat zum Fressen bekommen haben. Jetzt hat der Landwirt die sehr hübschen schwarz/dunkelblauen Laufenten nachgezüchtet und verkauft sie an Gärtner, die Interesse an den Schneckenjägern haben. Ich freue mich über einen Erlebnis-Bericht von Ihren Laufenten!!
Demeter Hof und Heu-Hotel Albert Retzbach
Naicha 7
74572 Blaufelden
Tel/Fax 07953/542
www.oekoferienhofretzbach.de
Eine interessante und liebevoll gestaltete Internetseite über Laufenten (nicht vom Demeter-Hof) gibt es unter www.laufenten.de.
Als Gemüse des Jahres 2003 hat der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) die Kartoffel gewählt. Damit wurde eine für Europa junge Kulturpflanze ausgesucht. Kam sie doch erst nach der Entdeckung der Neuen Welt nach Europa. Hier entwickelte sie sich von einer seltenen Zierpflanze zum neuen Grundnahrungsmittel. Die Sortenvielfalt hält sich heutzutage jedoch leider in Grenzen. Vor hundert Jahren gab es eine viel größere Formen-, Farben- und Geschmacksvielfalt. Ein Faltblatt informiert ausführlicher über den Erdapfel und ist beim
VEN
Sandbachstr. 5
38162 Schandelah
www.nutzpflanzenvielfalt.de
gegen € 1,53 in Briefmarken erhältlich.
Wegen der guten Nachfrage im letzten Jahr (315 kg) organisieren wir auch dieses Jahr wieder eine Versandaktion von Bio-Pflanzkartoffeln, diesmal in Demeter-Qualität. Es fehlte jedoch bis zum Druck dieser Ausgabe die endgültige Zusage des Lieferanten über Sorten und Preise. Dabei sind auf jeden Fall eine frühe, mittelfrühe und mehlige Sorte. Packungsgrößen: 2,5/5/10/25 kg - Zwischengrößen sind möglich. Lieferung voraussichtlich im März (witterungsabhängig).
Zusätzlich bietet Herr Clauss das erste Mal biologische Steckzwiebeln der Sorte ,Sturon' an. Sie sind gelb, groß, rund, schossfest, festschalig und sehr lange haltbar. Es können beliebige Mengen bestellt werden.
Bitte fordern Sie die Sorten- und Preisliste an. Alle Besteller vom letzten Jahr werden automatisch angeschrieben.
Gartenbedarf Clauss
Kolpingstr. 26
73732 Esslingen
Tel. 0711/372127
Fax 0711/3704566
GartenClauss@t-online.de
Auf der Landesgartenschau in Ostfildern präsentierte sich der "Ökologische Landbau" mit einer reichhaltigen Gartenanlage (25 x 50 Meter): einem biologisch-dynamischen Hausgarten von Demeter und einer Ökolandbauflächen mit Hühnerauslauf von Bioland. Von den zahllosen Menschen, die während der fünf Monate durch den Garten hindurchströmten, haben viele eingehendes Interesse für die Beete und Beschilderungen gezeigt. Aber nur wer mit unseren Standbetreuern ins Gespräch kam, lernte die Thematik näher kennen. Durch den hilfsbereiten Einsatz von einem guten Dutzend Freiwilligen aus dem Demeter-Umkreis war an den meisten Tagen auch ein kundiger Ansprechpartner zu Stelle. Herzlichen Dank!
Den vielfältigen Gesprächen verdanken wir einen ganz wesentlichen Teil der Öffentlichkeitswirkung, denn allein durch das Betrachten der schönen Beete hätten die Besucher unsere Thematik nur unzureichend wahrgenommen. Es war sehr aufwendig, die Beete mit Gemüse, Blumen oder Kräuter in ansehnlichem Zustand zu halten. Doch die Tomaten bekamen - wie nicht anders erwartet - auch bei uns ab August die Braunfäule. Weil wir die Pflanzen dennoch stehen ließen, hatten wir immer aktuellen Gesprächsstoff: Ich erklärte den Interessenten, daß Tomaten ohne Dach seit einigen Jahren auch bei guter biologischer Behandlung kaum gesund zu halten sind. Der Grund: Viele Kulturpflanzen und eigentlich unsere ganze Natur lassen in den letzten Jahren einen allgemeinen Schwund an Lebenskräften erkennen, weil wir durch vielseitige Belastungen das ganze Ökosystem immer weiter abwirtschaften. Und wenn ich dann von der Wichtigkeit sprach, daß wir künftig im Umgang mit unserer Umwelt auf jeden Fall mehr geben als nehmen müssen, sah ich viel nachdenkliches Nicken.
Die Kunst der Standbetreuer bestand darin, die Besucherfragen, die sich meistens auf praktische Themen bezogen, geschickt auf ökologische Themen zu lenken: Wenn zum Beispiel nach einem Schädling gefragt wurde, gab es zuerst einen informativen Tip, danach kam der Hinweis, daß es jedoch besser sei, vorher die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen zu stärken, beziehungsweise die Gesundheit und Lebendigkeit des ganzen Gartens zu steigern. Viele Elemente, die dabei zu beachten sind, hatten wir anschaulich aufgebaut: Kompostpflege und Präparatepflanzen, Fruchtfolge, Mischkultur, Gewürz- und Heilkräuter, Gründüngungsvarianten, artgerechte Hühnerhaltung, Obstbau, Wildsträucher, Rührturm, Himmelskunde und Aussaattage, Wurzelsichtkästen, Nisthilfen, Kunst- und Naturobjekte mit Steinen, Wasser, Wind und Feuer. Nicht selten entwickelten sich teils lange Gespräche mit tiefgehenden Inhalten über die eigene Haltung gegenüber der Natur. Es ist sehr zu bedauern, daß nicht noch mehr biologisch-dynamische Fachleute die Gelegenheit ergriffen haben, unsere Anliegen an Interessierte weiterzugeben und dabei solch anregende und beglückende Erfahrungen zu machen.
Daß dieses Projekt gemeinsam mit dem Bioland-Verband durchgeführt wurde, bewerte ich als sehr positiv. Andererseits wird es zunehmend wichtiger, daß wir den Unterschied des biologisch-dynamischen Ansatzes gegenüber den übrigen ökologischen Maßstäben deutlich vertreten.
Ohne das unermüdliche Engagement und den pausenlosen Einsatz vor Ort von Michael Stoewer hätte das Projekt nicht durchgeführt werden können. Er war hauptverantwortlich für die Planung, den Aufbau und die Standbetreuung. Herzlichen Dank dafür! Die Redaktion
Ein Heft (rund 20 Seiten) mit einer Zusammenfassung der Landesgartenschau und Tips für den biologisch-dynamischen Hausgarten kann hier als PDF-Datei abgerufen werden.
Spendenkonto speziell für die drei Betriebe:
Gemeinschaftsbank Bochum
Kontonummer 15 980 401
BLZ 430 609 67
Stichwort Hochwasser plus Hofname, wenn gewünscht