

Oft fallen mir nach der Veröffentlichung eines Artikels noch Infos oder Bücher zum Thema in die Hände. So auch zu dem Text "Pilzzucht im Garten" aus dem letzten GR. Ich empfehle noch das Buch
Shiitake und Austernpilze - Anbau im eigenen Garten
vegetarische Rezepte von Nicola Krämer und Jutta Grimm
Pala-Verlag
ISBN 3-89566-184-8
144 Seiten
€ 8,80
oder in der Rubrik Buchtips bestellen.
Die Autorinnen geben Tips zum Anbau mit Holzstämmen, zur Haltbarmachung und stellen mehr als achtzig vollwertige Rezepte vor.
Im März säe ich gerne eine Gründüngungsmischung mit Phacelia und Leguminosen in Beete, die erst ab Mitte Mai bepflanzt werden. Nach meiner Erfahrung sollte die Gründüngung mindestens zwei Monate Zeit zum Wachsen haben. Dann kann sich ausreichend Wurzel- und Blattmasse bilden. Es darf jedoch nicht zu kalt sein, da die Gründüngung sonst abfriert. Anfang Mai hacke ich die dann etwa handhohen Blätter unter. Sie werden langsam abgebaut und nach rund zwei Wochen ist der Boden pflanzbereit. Dieses Jahr möchte ich bei Tomaten die Gründüngung nur an den Pflanzlöchern unterhacken, sie um die Pflanzen noch eine Weile wachsen lassen. Das bedeckt den Boden gut, hält ihn feucht und verstärkt durch die stickstoffsammelnden Eigenschaften der Leguminosen die Düngewirkung.
Neben all den Freilandarbeiten läuft jetzt die Anzucht im Haus auf Hochtouren und die jungen Pflänzchen brauchen regelmäßig eine liebevolle Pflege. Anfang bis Mitte des Monats säe ich meine Lieblingsfrucht, die Tomate, aus. Meistens probiere ich jedes Jahr zu den altbewährten Sorten ("Berner Rose", "Matina", "Gardeners Delight" - Kirschtomate) ein oder zwei neue aus. Die russische "Mandarin-Tomate" von Frau Bretschneider (GR 1/03) hat mich letztes Jahr vom Geschmack sehr überzeugt und ich werde sie dieses Jahr wieder in mein Sortiment aufnehmen.
Anfang März werden außerdem das Frühbeet geputzt, Schnittsalat und Radieschen ausgesät und der vorgezogene Treibeissalat "Kellys" gepflanzt. Ab Mitte März folgen im Freiland der frühe Salat "Maikönig" und kälteresistente Kohlrabi. Wird es noch einmal kälter, kommt ein Vlies über die Pflanzen. Bisher habe ich damit sehr gut Erfahrungen gemacht. Das Gemüse ist mir noch nie verfroren.
Ungern benutze ich das Wort "Unkraut". Deshalb spreche ich auch lieber von Wildkraut, da es in meinen Augen keine Pflanzen in der Natur gibt, die an bestimmten Stellen "un"sinnigerweise wachsen. Trotzdem reiße auch ich Wildkräuter aus den Gemüse- und Blumenbeeten, da sie den Pflanzen Licht und Platz nehmen. Manche Hobbygärtner setzen Essig ein, um Wildkräuter zu bekämpfen. Wissenschaftler des Landwirtschaftlichen Untersuchungsamtes in Beltsville, Maryland, USA, haben Studien an verschiedenen weit verbreiteten Wildkräutern durchgeführt. Wurden die Blätter mit fünf- bis zehnprozentiger Essiglösung besprüht, starben die Pflanzen innerhalb von zwei Wochen ab. Bei älteren Pflanzen mußten höher konzentrierte Essiglösungen eingesetzt werden. Bei der Kanadischen Distel war Essig besonders wirksam. Eine zwanzigprozentige Essiglösung brachte innerhalb von zwei Stunden die Triebe zum Absterben. Versuche in Maisfeldern ergaben, daß mit einer zwanzigprozentigen Essiglösung achtzig bis hundert Prozent der Wildkräuter bekämpft werden konnten, ohne den Mais zu schädigen. Die Wissenschaftler werden weitere Untersuchungen durchführen, um ihre Ergebnisse abzusichern.
Aus der amerikanische Fachzeitschrift Ressource - bearbeitet von Renate Kessen, aid
Ist kein Frost mehr zu befürchten, wird als erstes Präparat im biologisch-dynamischen Hausgarten Hornmist ausgebracht. Wie es geht, kann im GR 2/2002 nachgelesen werden oder in einer unserer Hausgartengruppen (Treffen siehe Kasten) gelernt werden. Nähere Infos und ein Faltblatt gibt es in der Rubrik Hausgartengruppen, im GR 2/2001 oder nur für Baden-Württemberg bei der Demeter-Geschäftsstelle, info@demeter-bw.de.
Wenn es wärmer wird, werden in meinen Beeten wieder die Ameisen aktiv und bereiten mir ernste Probleme. Ich meine, daß die Krabbeltiere erst seit ein paar Jahren so zahlreich in den Blumen- und Gemüsebeeten auftreten. Früher fand ich nur ein paar Haufen in der Wiese. Bei der Frage der Nützlichkeit von Ameisen, gehen die Meinungen stark auseinander. Prinzipiell bin ich der Meinung, erst einmal nach der Ursache eines plötzlichen massenhaften Auftretens zu forschen. Doch bei den Ameisen bin ich bisher zu keinem Ergebnis gekommen. Sie haben kaum mehr Feinde, am ehesten noch den Grünspecht. Nach meinen Erfahrungen lockern Ameisen den Boden zwar ein klein wenig auf, melken und hüten aber hauptsächlich mit Begeisterung Blatt- und Wurzelläuse. Teilweise überwintern die Ameisen die Läuse sogar in ihren Bauten in der Erde. Schon viele meiner frisch gepflanzten Kohl- und Salatsetzlinge haben schlapp gemacht, nachdem Ameisen sie entdeckt hatten. Am Grund der Pflanze war ein kleines Loch, aus dem sie rein und raus krabbelten. Die Pflänzchen ließen sich leicht aus dem Boden ziehen. Beim näheren Betrachten sah ich, daß die Feinwurzeln verschwunden waren und an der Hauptwurzel Wurzelläuse klebten. Ich meine sogar, daß Ameisen an den jungen Wurzeln geknabbert haben. Stören tun mich die Krabbeltiere weder im Kompost, noch in der Wiese oder unter Gehölzen. Die sanfteste Methode, sie zu vertreiben, ist für mich deshalb das Umsiedeln. Dazu nimmt man einen kleineren Blumentopf und stülpt ihn über die Nester. Er wird von den Tieren gerne als neuer Wohnraum angenommen. Nach ein paar Tagen wird der Topf samt Ameisen auf eine Schaufel gesetzt und an einen Ort im Garten "umgezogen", wo die Tiere nicht mehr stören. Die dabei nicht gefangenen Ameisen sind meistens Arbeiterinnen, die kein neues Volk gründen. Auch zwei alte Hausmittel sollen die Krabbeltiere vertreiben: Zimt und Lavendel. Sie werden als Pulver oder Essenz auf die Ameisenwege gestreut. Zum Vergrämen gibt es im Gartenfachhandel Fertigprodukte aus Kräutersubstanzen, zum Beispiel die Ameisenstreumittel von Oscorna und Biocontrol/Schweiz. Zur Abwehr von Ameisen, die an Obstbäumen hoch krabbeln und die Läuse hüten, eignen sich verschiedene Leimringe, so zum Beispiel der im Gartenfachhandel erhältliche Raupen- und Ameisenleimring oder Aurum-Insektenleim von Neudorff oder der Raupenleimring und die Ameisenbarriere/Leimtube von Biocontrol/Schweiz.
Biocontrol
Stahlermatten 6
CH-6146 Großdietwil
Fon 0041-(0)6291750-00
Fax 0041-(0)6291750-01
www.biocontrol.ch
Wenn im Gewächshaus Pflanzen plötzlich schlapp machen, kann die Ursache die Verticillium-Welke sein. Sie tritt im Frühjahr häufiger auf als im Sommer. Grund dafür ist der hohe Wärmebedarf der Kulturen, der oft im zeitigen Frühjahr nicht gedeckt werden kann. Gurken und Tomaten (besonders unveredelte) sind besonders wärmebedürftig und empfindlich bei zu niedrigen Temperaturen im Gewächshaus. Weniger empfindlich reagieren Auberginen und Paprika. Bei niedrigen Temperaturen ist das Wurzel- und Triebwachstum gehemmt und die Nährstoffaufnahme stagniert. Das sind optimale Voraussetzungen für den Bodenpilz. Die Pflanze ist geschwächt und nicht in der Lage dem Pilz davonzuwachsen. Das Pilzmycel dringt über kleinste Verletzungen an den Wurzeln in die Pflanze ein und verstopft die Leitungsbahnen. Sie macht schlapp, weil sie weder Wasser noch Nährstoffe aufnehmen kann. Typisches Merkmal für den Pilz sind die verbräunten Gefäße der Pflanzen - gut erkennbar im Längsschnitt durch die Stengelbasis. Gegenmaßnahmen sind: veredelte Pflanzen nehmen, unveredelte nicht zu früh pflanzen und nie mit eiskaltem Wasser gießen.
(aus Ökomenischer Gärtner-Rundbrief 3/2002)
| 23. März | 11.00 Uhr | HG Wain (88489), Kirchstr. 8, (Anmeldung erforderlich!, Tel. 07353/2407) |
| 28. März | 20.00 Uhr | HG Ulm, Freie Waldorfschule Ulm, Römerstr. 97 |
| 29. März | 20.00 Uhr | HG Tübingen, Wächterstr. 36 |
| 2. April | 20.00 Uhr | HG Biberach, Christengemeinschaftshaus beim Waldorfkindergarten |
| 5. April | 14.30 Uhr | HG Stuttgart, im Schulgartenhäuschen der Waldorfschule Uhlandshöhe |
| 7. April | 20.00 Uhr | HG Nürtingen, Waldorfschule Nürtingen |
| 8. April | 20.00 Uhr | HG Reutlingen, Waldorfschule Reutlingen |
| 9. April | 20.00 Uhr | Hg Esslingen, Waldorfschule Esslingen |
| 9. Mai | 20.00 Uhr | HG Göppingen, Waldorfschule Faurndau, Ahornstr. 41 |
Günter Friedmann ist einer der Pioniere der Ökologischen Imkerei in Deutschland und hat an der Erarbeitung und Umsetzung der Richtlinien zur Ökologischen Bienenhaltung maßgeblich mitgewirkt. Ökonomie und Ökologie sind bei dieser Betriebsweise keine unvereinbaren Gegensätze, sondern bilden die Grundlage einer besonderen Kultur der Imkerei. Über Vorträge, Veröffentlichungen, Seminare und nicht zuletzt durch die Ausbildung von Lehrlingen, gehen von der Imkerei Friedmann (zur Zeit zwei Mitarbeiter) wesentliche Impulse aus. Die täglichen Arbeit an den Bienen wird durch Forschungsprojekte zu Fragen der artgerechten Imkerei und deren Auswirkungen auf die Bienenvölker ergänzt. Solche Projekte waren zum Beispiel der Vergleich der Pflege der Bienenköniginnen in Bienenvölkern aus Demeter Bienenhaltung mit konventionell geführten Bienenvölkern, sowie eine Untersuchung zu den Auswirkungen der Biologisch-Dynamischen Präparate auf Bienenvölker.
Besondere Zuwendung und Pflege erfahren in der Imkerei Friedmann neben den Bienen auch die Hornissen (siehe GR 5/2002). An allen Bienenständen seiner Imkerei hat er Nisthilfen für die größte Faltenwespe Mitteleuropas angebracht, um deren Schutz und Erhaltung zu fördern. Er ist dazu Hornissenbeauftragter der Naturschutzbehörde.
Mit der Imkerei Friedmann wird ein besonderer Betrieb mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau ausgezeichnet. Hier werden nicht nur die hohen Anforderungen an eine große Berufsimkerei gemeistert, sondern es wird zusätzlich bei Fragen der Ökologischen Imkerei Pionierarbeit geleistet.
Die Redaktion gratuliert Herrn Friedmann ganz herzlich zu diesem einzigartigen Preis und wünscht ihm weiterhin viele schöne Erlebnisse mit seinen Bienen und Erfolge bei der Demeter-Imkerei.
Alle folgenden Termine finden in der Lehr- und Versuchsimkerei der Fischermühle in
72348 Rosenfeld statt:
Tel. 07428/935-460
Fax 07428/935-450
info@mellifera.de
www.mellifera.de
Telefonnummer für Zuschauerfragen: 0180/2291545