

Ansonsten beginne ich ganz langsam neben der Scheunenrenovierung mit der Gartengestaltung. Ich habe die erste sieben Meter lange Hecke mit schattenverträglichen, niedrigen Wildsträuchern zwischen Haselnüssen und Zwetschgen gepflanzt: Zimtrose Rosa majalis (verträgt Halbschatten und blüht zauberhaft in lachsrot bis rot), Zwergheckenkirsche Lonicera xylosteum ,Compactum', Zwergschneeball Viburnum opulus ,Compactum' (die beiden sind zwar keine heimischen Arten, aber für die Tierwelt genauso wertvoll wie die höher wachsenden Wildarten) und Kornelkirsche Cornus mas (wächst nur langsam und kann gut geschnitten werden). Ein Pfaffenhütchen Euonymus europaeus hat sich am Gartenzaun von selbst angesiedelt. Mir ist wichtig, daß die Sträucher für meinen Garten aus der Region stammen und natürlich möglichst biologisch großgezogen wurden. Ersteres ist bei Hohenloher Baumschulen kein Problem, zweiteres schon eher. Da ich keine Bio-Baumschule in der Region kenne, habe ich der Regionalität den Vorrang gegeben und ziehe die Sträucher biologisch-dynamisch weiter.
Die im letzten Jahr ausgesäte Wildblumenwiese entwickelt sich prächtig: viele Margeriten blühen, dazu die wunderhübsche lila Nachtviole, gelber Färber-Waid, filigrane Kuckuckslichtnelken, Taubenkropf-Leinkraut, Knautie (Acker-Skabiose), Kornrade, Sauerampfer und Wiesen-Bocksbart. Demnächst folgen wieder die Teppiche der leuchtend-gelben Färberkamille. Es hat sich wirklich gelohnt, die Wildblumen-Mischung der Firma Rieger und Hofmann (siehe GR 3/2002) hier auszusäen.
Wer Erdbeeren selber vermehren möchte, sollte dazu jetzt die Ableger, die an den Ausläufern der kräftigsten Mutterpflanzen als erste wachsen, nehmen. Sie werden nicht abgeschnitten, sondern in kleine, etwas in die Erde eingegrabene Blumentöpfe gesetzt. Haben sie ein kräftiges Wurzelwerk gebildet, werden sie abgeschnitten und auf ein neues Beet versetzt. Wird Ende Juli/Anfang August gepflanzt, ist der Ertrag im nächsten Jahr bis zu vierzig Prozent höher als bei einer Septemberpflanzung. Eine Mischkultur mit Knoblauch, Winterkopfsalat, Spinat oder Feldsalat ist ideal. Die außergewöhnlich aromatische, immertragende Sorte ,Mara de Bois' trägt von Juni bis Oktober laufend kleinere, sehr gut schmeckende Früchte. Auf französischen Wochenmärkten sind ,Mara des Bois' zum Inbegriff feinster Dessert-Erdbeeren geworden. Die Sorten ,Dr. Bauers Florika und Spadeka' bilden sehr viele Ausläufer, die nicht entfernt werden und zu einer dichten, pflegeleichten Erdbeerwiese zusammenwachsen. Werden die Blätter Mitte August abgeschnitten, können die Ausläufer gut einwurzeln. Die Wiese verträgt Halbschatten unter Bäumen. Die gut schmeckenden Früchte reifen im Juni/Juli. Sie sitzen über dem Laub und sind dadurch für Schnecken kaum erreichbar. Interessant sind auch Hängeerdbeeren für Blumenampeln mit bis zu 40 cm langen Ranken (Ernte: Juni bis Anfang Oktober). ,Florika' und ,Mara de Bois' führt in Bio-Qualität die
Bioland-Gärtnerei Strickler
Lochgasse 1
55232 Alzey-Heimersheim
Fon 06731/3831
Fax 06731/3929
www.gaertnerei-strickler.de
Jetzt gibt es einen BIO-Schneckenzaun aus Eierschalen, Magnesiumsalzen und Dextrin. Die Schalen sind zerkleinert und durch thermisches Erhitzen keimfrei gemacht. Der Schneckenzaun ist nach Aussagen der Firma Naturrein vollkommen unschädlich für Menschen und Haustiere. Es wird ein rund fünf Zentimeter breiter Streifen um ein Beet gestreut (wichtig!), nicht um einzelne Pflanzen. Dabei dürfen keine Blätter über die Barriere herausragen. Die Schnecken, die sich innerhalb des Beetes und/oder im Boden befinden, müssen unbedingt abgesammelt werden, da sie vom Bio-Schneckenzaun nicht erfasst werden. Das Granulat ist sehr regenbeständig und soll bis zu vier Wochen vor Schnecken schützen. Danach können die restlichen Eierschalen eingearbeitet werden, verschwinden aber auch von selbst im Boden. Sie dienen zusätzlich als Calciumquelle und binden überschüssige Bodensäuren. 2,5 kg für 10lfm kosten 7,65 E zzgl. Versand.
Naturrein
Georg Schweiger-Beck
Regensburger Str. 61
84061 Ergoldsbach
Fon 08771/9108-36
Fax 08771/9108-38
www.naturrein-duenger.de
In diesem Monat ist es wichtig, neben den arbeitsintensiven Erntearbeiten, regelmäßig die Pflanzen nach Schädlingen und Krankheiten zu untersuchen. Gerne treten jetzt schon echter und falscher Mehltau und die Kraut- und Braunfäule an Kartoffeln und Tomaten auf. Wie Untersuchungen im Freiland und unter Glas belegen, kann durch den Einsatz des Pflanzenstärkungsmittels ,Elot-Vis' eine Vielzahl gärnterischer Kulturen geschützt werden. ,Elot-Vis' besteht aus ethanolischen Pflanzenextrakten. Es wurde in den vergangenen Jahren von der Biologischen Bundesanstalt auf seine Wirksamkeit hin überprüft. Auch bei höherem Infektionsdruck konnten gute bis sehr gute Befallsverminderungen erreicht werden: bei Gurke, Tomate und Kartoffel zum Schutz vor falschem Mehltau (57-88%) bzw. Braunfäule (Tomate: 64-79%, Kartoffel: 35-57%). Die Anwendungen erfolgten vorbeugend und wurden alle acht bis zehn Tage wiederholt. Erfolgte die erste Anwendung jedoch erst bei Befallsbeginn und nicht regelmäßig, konnten die guten Wirkungen nicht erzielt werden.
Dr. Frank Ellner, BBA (von der Redaktion gekürzt)
'Elot-Vis' gibt es bei
Prophyta Biologischer Pflanzenschutz
Inselstr. 12
23999 Malchow/Poel
Fon 038425/230
Fax 038425/2323
www.prophyta.com
Der Südafrikanische Bienenstockkäfer bedroht die Existenz unserer Bienen und Hummeln. Das ökologische Gleichgewicht ist in Gefahr. Durch den weltweiten Handel mit Bienen droht der Käfer jetzt nach Europa zu kommen. In seiner Heimat Südafrika lebt Aethina tumida mit den dortigen Bienen (Apis mellifera scutellata und capensis) im Gleichgewicht. Unsere europäischen Bienen haben keine Möglichkeit sich selbst zu helfen, weil sie den Käfer nicht kennen. Er ist gefährlicher als alle Bienenkrankheiten. Vertretbare wirksame Medikamente oder Behandlungskon-äzepte stehen nicht zur Verfügung. Der Käfer (Foto oben) ernährt sich an Blüten, bevorzugt aber Bienenstöcke. Geschickt dringt er ins Flugloch ein, versteckt sich und legt hunderte von Eiern. Larven schlüpfen und zerfressen Brut- und Honigwaben. Der Honig wird für Mensch und Biene ungenießbar. Schwache Völker brechen in wenigen Wochen zusammen. Reife Larven verpuppen sich vor dem Bienenstock in der Erde. So entstehen mehrere Generationen in den Sommermonaten. Weil dieser Kreislauf auch zum Beispiel auf faulem Obst, stattfindet, ist die Vermehrung kaum zu kontrollieren.
Von Florida aus hat sich der Bienenstockkäfer seit 1996 durch die intensive Wanderimkerei fast in ganz Nordamerika ausgebreitet. Neuerdings ist er auch in Australien und in Ägypten aufgetreten. Es ist höchste Zeit zu handeln. Ägypten liegt schließlich vor unserer Haustür! Aus allen Kontinenten werden regelmäßig Bienenvölker und Bienenköniginnen in großer Zahl nach Europa eingeführt. Wir fordern deshalb einen generellen Stopp für die Einfuhr von Bienen nach Deutschland und in die EU. England hat als erstes Land der EU einen solchen Einfuhrstopp verfügt. Trotz vieler Warnungen handeln unsere Veterinärbehörden bislang nicht.
Der Deutsche Imkerbund, die Arbeitsgemeinschaft der bienenwissenschaftlichen Institute und das internationale Tierseuchenamt warnen vor Bienenimporten.
Mit der Bienenstockkäfer-Kampagne fordern wir von den Ministern Trittin, Künast und dem EU-Kommissar Fischler Gelder zur Entwicklung von Behandlungskonzepten und zur Information der Betroffenen. Unterschriftenlisten, Infomaterial (auch PC-Präsentation, Dias, Folien, Video) und Handzettel gibt es bei
Klaus Breckenfelder
Montfortstr. 25
88239 Wangen
Fax 07528/91295
info@bienenstockkaefer.de
www.bienenstockkaefer.de (Newsletter)
Spendenkonto
GLS Bank Stuttgart
Konto 18710007
BLZ 430 609 67
Stichwort "Spende Bienenstockkäfer"
Was macht man, wenn man plötzlich Zeit hat, viel Zeit hat, gern in einem sozialen Zusammenhang tätig sein möchte und dazu noch Zeit, Kraft und Können verschenken kann? Ich schaute mich um, wo in meiner Umgebung Hilfe nötig sei und kam bald über die Arbeit im Demeter-Schaugarten zur Gärtnerei Berg. Solch geniale Ideen, die Christina und Peter Berg verwirklichen, sind einfach unterstützenswert. Erst erwarb ich einen Pflückpass und erlebte beglückend ernten zu können, wo ich nicht gesät hatte, keine Arbeit und Mühe aufgebracht hatte. Es ging mir wie früher in Großmutters Garten, wo ich als Kind die ersten Erdbeeren, Radieschen, Erbsen oder Möhrchen frisch von den Beeten naschen durfte. Da gab es auch keinen Kunstdünger, keine Pestizide, und ich konnte ruhig ein bißchen "Heil"-Erde mitessen. Ich erinnere mich noch genau an den Geschmack. Nie wieder schmeckte das im Supermarkt gekaufte Gemüse so gut. Aber hier empfand ich wieder diese Kindheitserlebnisse und genoß das Ernten und Naschen. Doch schon bald kam der Wunsch, nicht nur zu ernten, sondern auch zu helfen.
Bei einem Rundgang erfuhr ich, daß für das Rühren der Spritzpräparate Hilfe schön wäre. Ob ich mir zutrauen sollte, es zu übernehmen? Schnell waren die ersten Termine gefunden, frühmorgens bei Sonnenaufgang und abends bei Sonnenuntergang. Besitze ich überhaupt die Kraft und Ausdauer, eine Stunde am Rührfass tätig zu sein? Erste Zweifel überkamen mich. Hatte ich mir vielleicht zuviel vorgenommen? Ich wollte es probieren. Als ich mich für diese Tätigkeit vorbereitete, bekam ich einen langen Besuch eines Admirals, der sich am Fensternetz des Wohnwagens niedergelassen hatte und mir als ein gutes Omen erschien. Eine kurze Unterweisung von Peter Berg über Menge und Sinn, das Wort "Dynamisch" in die Praxis umgesetzt, und ich stand am Johannitag allein im Schaugarten vor dem Rührfass und rührte. Erst langsam, dann schneller zur Mitte gehend, um in der Mitte ganz schnell zu werden, bis der Trichter sich bis zum Grund bildete: zwei Atemzüge Ruhe, das Ganze durcheinander wirbelnd, die Richtung ändernd, bis wieder alle Wasserschichten in der gleichen Richt-ung wirbelten. Ein faszinierendes Schauspiel! Das muß man erlebt haben! So also könnten die Formen der lebendigen Welt entstanden sein, durch eine harmonisierend rhythmische Bewegung!
Am meisten Freude machten mir die immer wiederkehrenden Strudelformen der Trichterwinde und einer Lemniskate, dann das schäumende Geräusch, die Blasenbildungen von unten herauf, wenn ich in die entgegengesetzte Richtung kräftig rührte. Von der Mitte nach außen: Wild schäumendes Wasser, dann die allmähliche Beruhigung über die Formen des Jing-Jang-Zeichens, eines Schneckenhauses, eines Sonnenblumenbodens von geordneten Spiralformen, ein Sonnenwirbel, wie auf van Goghs berühmten Bild wieder zur Trichterwinde. Immer wieder empfinde ich die Auflösung der Ordnung, um sie neu herzustellen. Ich fühlte mich dem Schöpferischen nahe, der aus dem ungeordneten Chaos wieder einen geordneten Zusammenhang herstellte und Keime zu neuer Ordnung entstehen ließ.
Im Schmetterlingskasten hatten sich viele hübsche grüne bunte Raupen des Schwalbenschwanzes eingepuppt. Sie wurden von der farbigen, weichrunden Raupe zur grauen eckig erstarrten Puppe und darinnen war jetzt "reine" Flüssigkeit, wie mein gerührtes Wasser. Es wurde neu geordnet und verwandelt, bis sich bald das Wunder des Schmetterlings zeigen würde. War es ein verwandter Prozess? Jetzt noch nicht, erst wenn Beata und Joanna es ausgespritzt hätten und die Pflanzen zu kräftigem Wachstum anregten und belebten, Schmetterlinge und Marienkäfer anzogen, von denen ich beim Ernten schon so vielen begegnet war.
Als ich das erste Mal auf die Uhr schaute, war schon fast die Hälfte der Rührzeit um. Der Bussard zog seine Spiralen wie eine Gegenbewegung meines kreisenden Wassers, immer höher in den Himmel. Das Kätzchen schlich auf Sammetpfoten vorbei und putzte sich zwischen Mars und Saturn des Tierkreisbeetes. Eine wunderbare Ruhe, heilige Stimmung und immer wieder das Rauschen des Wassers. Dann kam die letzte schnelle Bewegung und husch, den Besen heraus! In der Mitte hatte sich ein größerer Wirbel mit einer Blase gebildet und schaute mich an, wie ein Auge Gottes aus einem dunklen Sonnengeschehen heraus. Lange noch schaute ich dem Kreisen des Wassers zu, außen viel langsamer, in der Mitte sich schneller drehend: Schaumbläschen, ein Hälmchen, Stäubchen in der Mitte kreisend - ewig lange - "im Auge" den Himmel spiegelnd.
www.stmelf.bayern.de
Nicht nur viele Infos rund um Landwirtschaft und Gartenbau, sondern auch ein Bestimmungsschlüssel für Insekten und Spinnentiere (Rubrik Landwirtschaft - Weinbau - Bestimmungsschlüssel), außerdem Beratung zu aktuellen Gartenproblemen, das Bayerische Gartentelefon, Gartentip der Woche, viele Texte zu Gemüse und Blumen.