

Ab diesem Monat können Blumenzwiebeln gesteckt werden. Auch hierbei sollte man auf ökologischen Anbau achten. Er bedeutet ein gesundes Arbeitsklima ohne Herbizide und Schädlingsbekämpfungsmittel. Auch Kunstdünger sind tabu. Viele Krankheitsprobleme der Zwiebelblumen werden bei der Zucht durch eine Fruchtfolge mit Ackerpflanzen vermieden. Außerdem wachsen weniger Zwiebeln auf der Fläche als im konventionellen Anbau. Gejätet wird mit der Hand. Deshalb liegen die Preise auch höher als bei konventioneller Ware.
Bingenheimer Saatgut AG
Kronstr. 24
61209 Echzell
Fon 06035/1899-0
Fax 06035/1899-40
www.oekoseeds.de (hauptsächlich Demeterqualität)
Die Blumenzwiebeln stammen von dem holländischen Ackerbaubetrieb "Hoeve Vertrouwen". Er arbeitet seit 1980 Biologisch-Dynamisch. Außerdem Wintersteckzwiebeln und Knoblauch.
Gärtnerei Naturwuchs
Bardenhorst 15
33739 Bielefeld
Fon 0521/98817-78
Fax 0521/98817-79
www.naturwuchs.de
Zusätzlich zu Öko-Blumenzwiebeln verkauft Reinhold Krämer exklusiv Historische Hyazinthensorten: 'Koh-I-Noor' (hellblau, 1890), 'Distinction' (Pur-purblutrot, großglockig, 1880), 'King of Blues' (Indigoblau, riesiges Bouquet, Vanilleduft, 1863), 'Queen of Viiolets' (kräftiges Violett, ausgeprägter Duft, Anfang 20. Jhd.). Speziell für Gartenrundbriefleser gibt es ein Aktions-Paket mit zwei gefüllten Sorten für 23,80 E (incl. Versand): 10 Stück 'Chestnut-Flower' (Foto unten links, zartes Rosa mit dunkleren Streifen, 1880) und 10 Stück 'General Koehler' (breitgespreizte mittelblaue Blütenglocke, 1878). Die alten Sorten sind in konventioneller Qualität. Reinhold Krämer konnte bis heute leider keine biologische Quelle finden.
Küchengarten
Waldstetter Gasse 4
73525 Schwäbisch Gmünd
Fon 07171/9287-12
Fax 07171/9287-14
kuechengarten.kraemer@t-online.de
Engelstrompeten Brugmansia syn. Datura, sind Kübelpflanzen-Klassiker. Sie zu vermehren macht Spaß und kann zu erstaunlichen Ergebnissen führen. Die Landwirtschaftskammer Rheinland in Bonn rät: Erbgleich, also in Aussehen und Blütenfarbe so wie die Mutterpflanze, lassen sich Engelstrompeten am sichersten über Stecklinge vermehren. Für Überraschungen kann dagegen eine Aussaat sorgen. Denn manchmal kommt dabei eine völlig neue Sorte heraus. Im September wird dafür der Samen genommen und im Frühjahr bei Temperaturen um 20 Grad in Aussaaterde gesät. Die Keimung kann bis zu drei Wochen dauern. Sind die jungen Keimlinge bewurzelt, werden sie pikiert. Stecklinge können den ganzen Sommer über geschnitten werden. Dazu eignen sich krautige Kopfstecklinge aus den Spitzen der Triebe oder verholzte Teilstecklinge. Damit die jungen Pflanzen schnell blühen, sollten sie aus der Blühregion stammen. Sie werden in Anzuchterde gesteckt und bewurzeln in zwei bis drei Wochen bei rund 20 Grad. Danach kommen sie in größere Töpfe mit aufgedüngter Blumenerde, werden sonnig gestellt und sehr gut feucht gehalten. Im Herbst sollten die Pflanzen so lange wie möglich im Freien bleiben. Im frostfreien Winterquartier brauchen sie kaum Wasser. Der Wurzelballen darf jedoch nicht total austrocknen.
Ab Ende August fliegt wieder bis zum Frost die Lauchminierfliege. Nach Versuchen ist der beste Schutz eine Abdeckung mit einem feinmaschigen Gemüsefliegennetz. Ohne diese Maßnahme gibt es in vielen Regionen im Winter faulige Pflanzen.
Das Hornkieselpräparat kann jetzt zur Reifezeit auch Nachmittags gespritzt werden. Dies ist besonders bei Wurzelgemüse und Obstgehölzen zu empfehlen. Nähere Infos dazu im GR 5/2002. Im Herbst werden zwei Kurse für die Herstellung der Biologisch-Dynamischen Präparate angeboten. Sie sind besonders für Demeter-Interessierte und den Nachwuchs im Land-, Garten- und Obstbau geeignet.
19. und 20. September Brunnenhof in 74653 Künzelsau-Mäusdorf
Anreise Freitag Abend, Themen u.a. praktische Herstellung von Hornmist-, Schafgarben-, Kamillen-, Löwenzahn- und Eichenrindenpräparat, Demonstration der Herstellung von Hornkiesel- und Löwenzahnpräparat, Präparatewirkungen und -anwendungen. Näheres bei
Dr. Christian von Wistinghausen
Brunnenhof
Hohestr. 25
74653 Künzelsau
Fon 07940/2230
Fax 07940/4911
C.v.Wistinghausen@t-online.de
29. September bis 1. Oktober Hofgut Rengoldshausen, 88662 Überlingen
Jeweils 10.00 bis 16.00 Uhr, nähere Infos
Matthias Busl
Rengoldshauser Str. 29
88662 Überlingen
Fon 07551/1039
Fax 07551/69332
m.busl@t-online.de
Vogelnistkästen sollten im Herbst nicht gereinigt werden. Viele Kleintiere, darunter nützliche und bedrohte Arten, überwintern in Nistkästen. So zum Beispiel Florfliegen, Wespen-, Hummelköniginnen und Siebenschläfer. Die Nistkästen sollten am besten direkt nach der letzten Brut im Spätsommer oder nach dem Winter, vor dem Beginn der Nistplatzsuche, gereinigt werden. Grundsätzlich ist dies sinnvoll, weil dadurch Parasiten (Vogelflöhe, Milben, Zecken) entfernt werden. Nicht unbedingt nötig ist es jedoch bei Mauerseglerkästen und Schwalbennestern. Am besten ohne Seife mit heißem Wasser und Wurzelbürste oder nur trocken ausputzen.
Bei der Lagerfähigkeit von Gemüse ist der richtige Erntezeitpunkt wichtig. Das Gemüse muß reif sein (nicht überreif) und sollte am besten in den kühleren Vormittagsstunden bei trockenem Wetter geerntet werden. Dies sollte so spät wie möglich im Herbst passieren, da die Pflanzen dann ihren Stoffwechsel verlangsamt haben, was sich günstig auf die Lagerung auswirkt. Auf keinen Fall gefroren ernten. Nach einem Frost unbedingt warten bis sich das Gewebe vollständig erholt hat (ein bis zwei Tage). Mit möglichst wenig Erde, Steinen und losen Blättern einlagern. Wer keine Zeit hat, kann durch eine dicke Vliesabdeckung den Erntezeitpunkt nach hinten schieben.
Kupferanwendungen gegen Pilzkrankheiten werden im Bioanbau heiß diskutiert. Für die einen handelt es sich um einen Spurennähr- stoff, für die anderen eher um ein Schwermetall mit negativen Folgen auf Boden und Kleintiere. Meist klaffen große Wissenslücken, wenn es um harte Zahlen und Fakten geht. Kupfer wird im Profi-Bioanbau und Hausgarten hauptsächlich gegen Kraut- und Braunfäule an Tomaten und Kartoffeln, Pfirsichkräuselkrankheit und Pilzkrankheiten im Weinbau eingesetzt. Wie das Schwermetall auf die Umwelt wirkt, ist bisher nur wenig erforscht. Interessante Untersuchungsergebnisse stellte Dr. Christine Kula vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit im Vorfeld der Weinsberger Ökologischen Obstbautagung 2003 vor. Hier eine Zusammenfassung:
Es läßt sich aus zahlreichen Untersuchun- gen ableiten, daß Kupfer bei langjähriger Anwendung schädigend auf viele Arten von Bodenorganismen wirkt. Sie reagieren auf das Schwermetall jedoch nicht alle gleich empfindlich. Dies ist bodenabhängig. So kann ein niedriger pH-Wert oder niedriger organischer Gehalt des Bodens die Auswirkungen von Kupfer erhöhen. Labortests ergaben außerdem bei einer Kupferkonzentration von mehr als 350 mg/kg Boden eine akute Wirkung auf Regenwürmer (Eisenia fetida). Auswirkungen auf die Fortpflanzung der Würmer wurden schon ab 32 mg/kg Boden festgestellt. Im Freiland konnten auf 15 Rebflächen bei Kupfergehalten von mehr als 100 mg/kg Boden Auswirkungen hinsichtlich der Größe und/oder Artenzusammensetzung der Regenwurmpopulation festgestellt werden. Außerdem wurden erhöhte Mengen von Falllaub bei vermehrter Kupferanwendung beobachtet. Dies läßt den Schluß zu, daß die Regenwürmer nicht mehr so aktiv waren.
Ein weiterer Nachteil von Kupfer ist die Anreicherung im Boden. Wenn es einmal im Boden ist, wird es kaum ausgetragen oder durch Ernteprodukte abtransportiert. Es findet auch kein Abbau statt. An insgesamt 324 Flächen konnte gezeigt werden, daß nur maximal rund drei Prozent des im Boden vorhandenen Kupfers bioverfügbar sind. Das heißt, Kupfer reichert sich nach und nach im Boden an und kann dann Bodenorganismen und Regenwürmer schädigen. In welchem Maße dies auch auf ökologisch bewirtschafteten Flächen mit einer gegebenenfalls anderen Bodenstruktur und -zusammensetzung stattfindet, ist bis heute jedoch noch nicht ausreichend geklärt. Dies zeigte sich auch bei der an den Vortrag anschließenden Diskussion als Antworten auf diese Fragen offen blieben.
Um eine Anreicherung im Boden zu verhindern, sollte generell so wenig Kupfer wie möglich im Garten ausgebracht werden. Auf jeden Fall ist es unumgänglich neben einer nicht zu umgehenden Spritzung beste Bedingungen für die Bodenorganismen zu schaffen: zum Beispiel durch Gründüngung, mulchen, schonende Bodenbearbeitung und Humusaufbau mit Kompost.
Grüner Anzeiger
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