5. Februar 2012
Aktueller Inhalt
Arbeitskalender Januar / Februar
von Iris Mühlberger
- Wildsträucherhecke
- Tomatenpresse
- Biosaatgut neu: Blumenkohl und Treib-Kopfsalat
- Elfenspiegel
- Nelken
- Phänologische Jahreszeiten
- Gierschbekämpfung
- Maisprojekt: Anhalonium Ferme Bio Eco
- Versandaktion von Demeter-Steckkartoffeln und Bio-Steckzwiebeln
Januar
Für mich ist im November auch ein Wunsch in Erfüllung gegangen. Ich habe eine zwanzig Meter lange, sonnige
Wildsträucherhecke als Grenze zu einem Feldweg gepflanzt. Es war nicht ganz einfach, regionale Pflanzen zu bekommen, die auch wirklich aus Hohenlohe stammen und dort vermehrt worden sind. Oft holen die Baumschulen Stecklinge oder Samen aus der ganzen Welt und vermehren sie nur regional. Deshalb ist es wichtig, nachzufragen und sich die Herkunft bestätigen zu lassen. Meine Hecke besteht jetzt aus folgenden Sträuchern und Wildrosen: Roter Hartriegel Cornus sanguinea, Felsenbirne Amelanchior ovalis, Gemeiner Pfeifenstrauch oder Echter Jasmin Philadelphus coronarius, Eingriffeliger Weißdorn Crataegus monogyna, Wolliger Schneeball Virbunum lantana, Berberitze Berberis vulgaris, Schlehe, Holunder, Essigrose Rosa gallica, Rote Bibernellrose Rosa pimpinellifolia ,'Single Red', Alpenheckenrose Rosa pendulina und Pillnitzer Vitaminrose 'Piro 3'. Sie hat den höchsten Vitamin C-Gehalt einer Rose. Damit die Hecke nicht so streng aussieht, habe ich die Sträucher wellenförmig gepflanzt und von den Rosen mehrere nebeneinander gesetzt. Ich bin gespannt, wie alles anwächst und wann daraus eine dichte Vogelschutzhecke ensteht.
Im vorletzten Gartenrundbrief suchte ich nach der "genialen" Tomatenpresse. Ich bekam einige Tips von Ihnen. Jedoch betrafen die meisten einen Fruchtpressenaufsatz für die Küchenmaschine. Er sieht zwar ähnlich aus, ist aber nicht die Tomatenpresse, die ich meine. Mit Hilfe eines befreundeten Gärtners, habe ich nun doch noch eine Bezugsquelle gefunden. Nur besteht bei diesem Modell die Spirale leider aus Kunststoff. Das finde ich nicht ganz ideal. Sonst sieht die Presse fast genauso aus wie auf dem Foto im GR 5/03. Es gibt sie in zwei Ausführungen: aus Edelstahl (Bestellnr. 45435, Passiermaschine Nr. 8603) für € 54,- oder mit Kunststoffteilen (Bestellnr. 45434 Passiermaschine Nr. 8602) für € 36,90. Fotos im Internet unter:
www.reber-snc.it/spremipo1.htm (Edelstahl)
www.reber-snc.it/spremipo1.htm (Plastik)
Die einzige Firma, die die Presse bisher nach Deutschland liefert ist:
Faie Versand
A-4840 Vöcklabruck
Tel. 0043/(0)7672716-32 (Frau Leitner verlangen - nur sie weiß Bescheid)
Die Bingenheimer Saatgut AG hat in ihrem neuen Katalog die erste biologisch-dynamisch gezüchtete samenfeste Blumenkohlsorte. Sie heißt 'Odysseus' und soll hervorragende Eigenschaften für den Bioanbau haben: früh mit schneller Entwicklung, reinweißer Blume und sehr einheitlich. Die Neuzüchtung des Treib-Kopfsalates ,Briweri' soll besonders gegen Mehltau widerstandsfähige und leckere Köpfe hervorbringen. Er eignet sich für beheizten und kalten Frühanbau unter Glas und Folie. ,Briweri' bildet gut geschlossene, mittelgroße feste Köpfe, die sehr unempfindlich gegen Fäulnis sein sollen. Außerdem neu im Angebot: Saatscheiben von Kräutern für die einfache und gleichmäßige Aussaat im Topf. Vereinzeln ist damit nicht mehr nötig.
Bingenheimer Saatgut AG
Kronstr. 24
61209 Echzell
Tel. 06035/1899-0
Fax 06035/1899-40
www.oekoseeds.de
Sehr gerne säe ich Elfenspiegel Nemesia strumosa in mein Sommerblumenbeet. Er blüht sehr lange in leuchtend rot, gelb, orange oder lila Tönen und kann durch einen Rückschnitt zu einer zweiten Blüte gebracht werden. Die kompakte Sorte 'Sundrops Mix' hat eine FLEUROSELECT Goldmedaille bekommen. Nemesia kann Ende Februar/März vorgezogen oder ab Ende April direkt ins Freiland gesät werden (blüht dann erst im Sommer).
Nelken gehören bei uns zu den ältesten Gartenblumen. Sie können grob in drei Gruppen eingeteilt werden. Staudennelken: stark duftende Federnelke Dianthus plumarius und Pfingstnelke D. gratianopolitanus. Zweijährige Garten- und Bartnelken: D. caryophyllus und D. barbatus. Einjährige Sommernelken: D. chinensis und heimische Heidenelke D. deltoides. Staudennelken eignen sich besonders gut für den Steingarten oder Einfassungen, da sie niedrig bleiben. Gartennelken sind schöne haltbare Schnittblumen. Sie werden wie Bartnelken im Herbst vorgezogen. Auch Sommernelken lassen sich einfach aus Samen ziehen, am besten im März auf der Fensterbank oder im Mai direkt ins Freie. In naßkalten Jahren kann der Nelkenrost die schönen Blumen gefährden.
Februar
Die Natur kennt nicht vier sondern zehn Jahreszeiten. Sie heißen '
Phänologische Jahreszeiten' und sind an keine Kalender-daten gebunden. Die Natur läßt sich eben nicht in einen starren Rhythmus zwängen. Jede Jahreszeit wird von ganz bestimmten Signal- oder Kennpflanzen eingeleitet. So beginnt der Vorfrühling, wenn jetzt die Kätzchen der Haselnuß ihren Blütenstaub abgeben und die Schneeglöckchen blühen. Danach folgen Erstfrühling und Vollfrühling. Darüber mehr im nächsten GR.
In der Zeitschrift "Kraut und Rüben" fand ich einen interessanten Lesertip zum Thema Gierschbekämpfung: Das Beet umgraben, fräsen oder durchhacken. Dann Buschbohnen in engeren Reihen als üblich säen. Nach der Ernte das Gleiche wiederholen. Nach der zweiten Ernte soll es auf dem Beet keinen Giersch mehr geben. Ein Versuch ist es sicher wert!
Seit rund neunzig Jahren ist die Vielfalt von Maissorten drastisch am Sinken. Die Gründe unter anderem: Mechanisierung der Landwirtschaft, Hybridisierung, Biotechnologien, Monopolisierung von Forschung und Saatgutproduzenten. Der Mais wird oft als Ackerpflanze, Viehfutter oder Düngerschlucker verkannt. Die einmalige Kultur- und Nutzpflanze bietet jedoch viel mehr, zum Beispiel als dekorative Gartenpflanze oder wohlschmeckendes Nahrungsmittel (Zuckermais). Seit 1997 unterhält und dokumentiert das Projekt "Anhalonium Ferme Bio Eco" eine unabhängige Erhaltungssammlung. Sie besteht aus regionalen und weltweiten, teilweise verschwundenen Sorten. Einzelne von ihnen werden seit mehr als zehn Jahren biologisch vermehrt. Unter www.anhalonium.com gibt es einen Online-Katalog mit Biosaatgut zum Bestellen: darunter samenfester Zucker-, Erdbeer-, Popcorn-, Mehl- und Stärkemais. Außerdem sind Fotos vom Projekt und von den Sorten abrufbar. Zur Unterstützung werden dringend Praktikanten, Sortenbetreuer, wissenschaftliche Labors für genetische Analysen, Saatgut-Abnehmer und Spender gesucht.
ANHALONIUM Ferme Bio Eco
Martin Häfeli
Brevette
F-71500 Vincelles
martin@anhalonium.com
oder
Roman Naef
Mühlebachstr. 50
CH-8008 Zürich
Tel. 0041/(0)1-2606373
Fax 0041/(0)1-2606374
info@addnaef.ch
Aktion: Bio-Pflanzkartoffeln und Bio-Steckzwiebeln
Wegen der guten Nachfrage im letzten Jahr organisieren wir auch dieses Jahr wieder eine Versandaktion von Bio-Pflanzkartoffeln in Demeter-Qualität. Bei Redaktionsschluß waren jedoch Sorten und Preise vom Lieferanten noch nicht bestätigt. Dabei ist auf jeden Fall eine frühe, mittelfrühe und mehlige Sorte. Packungsgrößen: 2,5/5/10/25 kg - Zwischengrößen möglich. Lieferung voraussichtlich im März (witterungsabhängig).
Außerdem können Bio-Steckzwiebeln der Sorte ,Sturon' bestellt werden. Sie sind gelb, groß, rund, schossfest, festschalig und sehr lange haltbar.
Bitte fordern Sie die Sortenliste an. Alle Besteller vom letzten Jahr werden automatisch angeschrieben.
Gartenbedarf Clauss
Kolpingstr. 26
73732 Esslingen
Tel. 0711/372127
Fax 0711/3704566
GartenClauss@t-online.de
Frühblüher - für Bienen lebensnotwendig
von Helmut Hintermeier
Eine besondere Freude sind die ersten Blüten im Jahr, die oft schon durch die letzte Schneedecke ans Licht drängen. Sie werden als ein Zeichen der Erneuerung der Natur wahrgenommen. Für die ebenfalls wiedererwachende Insektenwelt bietet dieser zarte Blütenflor zugleich die erste und wichtigste Nahrungsgrundlage. Dies gilt besonders für unsere Bienen, deren Lebensbedingungen sich seit Jahrzehnten zunehmend verschlechtern. Vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft hat vielerorts zu einer drastischen Verarmung der Bienenflora geführt. Die Bienen sind daher heute mehr denn je auf das Blütenangebot in den noch vorhandenen Restbiotopen und Gärten angewiesen. Zwar können davon keine "Erntetrachten" erwartet werden. Sie liefern jedoch die für die Entwicklung und Erstarkung der Völker die so wichtige Frühjahrs- und Herbstpollentracht. Neben dem hohen Eiweiß- und Vitamingehalt des Blütenstaubes bewirken die in vielen Pollenarten im zeitigen Frühjahr in unterschiedlichen Mengen vorkommenden weiblichen Pflanzenhormone einen intensiven, ja geradezu stürmischen Bruteinschlag bei den Bienen. Zu diesen frühen Hormonspendern gehören neben Christrosen, vor allem Winterlinge, Schneeglöckchen, Märzenbecher und Krokusse, zu denen sich etwas später die Weidenkätzchen gesellen.
Kätzchen haben nährstoffreichsten Pollen
Die Anpflanzung dieser Frühlingsboten in Garten und Park sollte jedem Naturfreund am Herzen liegen, da sie zugleich die erste Nahrungsquelle für die aus der Winterstarre erwachenden Schmetterlinge und Hummeln darstellen. Schon im Dezember öffnet die auch als Schnee-, Weihnachts- oder Christrose bekannte Schwarze Nieswurz ihre stattlichen weißen Blüten. Ihre Kronblätter, die beispielsweise der Rose ihre Schönheit verleihen, haben sich zu einem Kranz kleiner, tütenförmiger "Honigblätter" von gelblich-grüner Farbe umgewandelt, die im Innern reichlich Nektar absondern. Häufigster Gast ist die an milden Wintertagen ausfliegende Honigbiene. Rohrzuckerreichen Nektar hält auch der mit der Christrose nahe verwandte Winterling für seine Gäste bereit. Die Nektarabsonderung ist jedoch recht bescheiden. Größere Bedeutung kommt dem Winterling als Pollenblume zu. Die Pollen von Schneeglöckchen und Märzenbecher, werden von den Bienen in leuchtend orangefarbenen Höschen gesammelt. Krokusse bieten ihren biologisch sehr wertvollen Pollen während des ganzen Tages mit einem Maximum in den Mittags- und frühen Nachmittagsstunden an. Von den frühzeitig im Jahr blühenden Sträuchern steht die von Hummeln, Honig- und Wildbienen regelrecht belagerte Salweide an erster Stelle. Der von den goldgelben männlichen Kätzchen angebotene Blütenstaub wird in seinem Nährstoffgehalt von keiner anderen Pollenart auch nur annähernd erreicht. Die grünlichen Kätzchen der weiblichen Sträucher liefern viel Nektar. Als fertiges Insekt überwinternde Schmetterlinge wie Zitronenfalter, Tagpfauenauge, Kleiner und Großer Fuchs, Trauermantel oder C-Falter kehren hier gerne zu einem kräftigenden Trunk ein. Ab Februar öffnet die Kornelkirsche ihre kleinen gelben nektar- und pollenreichen Scheibenblütchen. Der Blütenstaub wir von den Bienen in großen, hellgelben Höschen in die Stöcke getragen. Da sich die Blütezeit der Kornelkirsche bis in den April hinein erstreckt, kommt auch noch der hübsche Aurorafalter, der als Puppe die kalte Jahreszeit überdauert, in den Genuß dieser Nektarschenke. Von den kleineren Sträuchern sind Schneeheide und Seidelbast bedeutsame Nektarquellen.
Drei Millionen Obstblüten werden täglich bestäubt
Haben die Bienenvölker im Frühjahr eine Entwicklungshilfe durch umsichtige Imker und bienenfreundliche Gartenbesitzer erfahren, steht zur Zeit der Obstblüte ein schlagkräftiges Heer von Bestäubern zur Verfügung. Ein einziges Bienenvolk mit rund 20.000 Flugbienen kann pro Tag bis zu drei Millionen Obstblüten bestäuben. Die Blütenstetigkeit der Honigbienen garantiert dabei, daß nur arteigener Pollen übertragen wird. Die durch intensive Fremdbestäubung bei verschiedenen Obstsorten erzielten Ertragssteigerungen sind beachtlich (s. Diagramm). Bienenbeflogene Blüten ergeben durch allseitige Bestäubung Früchte mit mehr Samen, die den kernarmen Früchten an Größe, Wohlgeformtheit, Gewicht und Zuckergehalt überlegen sind. Der den vermehrten Kernen zugeleitete Saftstrom kommt nicht nur ihnen, sondern auch dem Fruchtfleisch zugute. Da der Saftstrom weite Leitungswege verlangt, wird auch der von ihm durchflutete Fruchtstiel kräftiger. Die Frucht hängt länger am Baum und kann bis zur völligen Reife vermehrt Assimilate aufnehmen und speichern. Folgende Behauptung dürfte somit nicht übertrieben sein: Jährlich sind rund zwei Millionen Tonnen (t) Äpfel, 360.000 t Birnen und 250.000 t Kirschen allein dem Bestäubungsfleiß der Bienen zu verdanken.
Demeter im Fernsehen
9. Januar
SÜDWEST-Fernsehen - Kaffee oder Tee ab 16.05 Uhr
Gemüsegarten planen
mit Peter Berg (Demeter-Gärtner in Binzen bei Weil am Rhein)
Telefonnummer für Zuschauerfragen: 0180/2291545
20. Februar
SÜDWEST-Fernsehen - Kaffee oder Tee ab 16.05 Uhr
Aussaat und Gemüseanzucht
mit Peter Berg (Demeter-Gärtner in Binzen bei Weil am Rhein)
Telefonnummer für Zuschauerfragen: 0180/2291545
Veranstaltungen
Wege zu einer insektenfreundlichen Landschaft
Tagung für Imker, Landwirte, Naturschützer, 24. Januar, 10.00 bis 17.00 Uhr
Praktische Lösungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Insektenweide und deren Umsetzung werden erarbeitet. Die Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte des Referenten sind artenreiche Landschaften durch Landwirtschaft, Maßnahmen und Perspektiven zur Entwicklung blühender Landschaften.
Ort: Waldorfschule Ulm, Römerstrasse 97
Referent: Dr. Thomas van Elsen, Fachbereich Ökologische Landwirtschaft, Universität Kassel
Kosten: € 30,-
Einführungskurse
Vom 30. Januar bis 1. Februar 2004 veranstaltet Demeter Baden-Württemberg auf dem Steighof in Münsingen-Bichishausen (Schwäbische Alb) einen Einführungskurs in die Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise. Landwirte, Hausgärtner und Verbraucher erfahren unter anderem wie die speziellen Kräuterpräparate hergestellt und angewendet werden. Außerdem Vorträge über Düngung, Boden, Fruchtfolge, biologisch-dynamischen Hausgarten oder artgerechte Haltung zur Krankheitsvorbeuge im Kuhstall. Spezielle Fragen werden in zwei Arbeitsgruppen "Hausgarten" und "Landwirtschaftlicher Betrieb" beantwortet. Freitag 16.00 bis Sonntag 17.00 Uhr.
Kosten: inkl. Vollpension € 150,-
Anmeldung erforderlich bei: Demeter Baden-Württemberg
Hauptstr. 82
70771 Leinfelden-Echterdingen
Tel. 0711/902540 (Mo, Di, Do, Fr 8-12 Uhr)
Fax 0711/9025454
info@demeter-bw.de oder auf den Internetseiten
www.demeter-bw.de
Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise
Einführungskurs vom 18. bis 24. Januar
Infos und Anmeldung bei
Forschungsring
Ursula Reusch
Brandschneise 1
64295 Darmstadt
Tel. 06155/8412-44
Fax 06155/8412-11
www.Forschungsring.de