

Mitte März ist nach meiner Erfahrung der ideale Aussaattermin für Tomaten. Sie sind dann beim Auspflanzen Mitte Mai nicht zu lang gewachsen. Die frühen Sorten fruchten trotzdem schon ab Ende Juni. Letztes Jahr hatte ich etwas Pech bei der Anzucht. Die kleinen Pflänzchen haben kurz nach dem Pikieren schlapp gemacht und sind teilweise eingegangen.
Auch meine Basilikumkeimlinge starben reihenweise ab. Beim genaueren Untersuchen entdeckte ich am Boden der Töpfe kleine durchsichtige Würmer. Außerdem wunderte ich mich, daß auf der Fensterscheibe viele kleine schwarze Fliegen rumkrabbelten, die ich nicht kannte. Jetzt weiß ich, daß es sich um Trauermücken und deren Larven gehandelt hat. Die Fliegen lieben schattige Plätze mit feuchter, warmer Erde zur Eiablage. Sie sind an sich harmlos. Nur die Larven leben in der Erde und fressen Abgestorbenes und leider auch manchmal an den feinen Wurzeln der Keimlinge. Oft kommen dann noch Wurzelpilze dazu. Dieses Jahr habe ich Gelbtafeln in die Erde gesteckt und sie mit einer dünnen Sandschicht abgedeckt. Das soll die Eiablage verhindern. Auch Steinmehl in der Erde soll helfen. Als härtere Abwehr gibt es Nematoden (zum Beispiel von Neudorff), die über Gartenmärkte bezogen werden können.
Im letzten Gartenrundbrief habe ich das Anhalonium-Maisprojekt vorgestellt. Leider wird seit diesem Jahr kein Saatgut mehr versandt, da neue Nutzungskonzepte geplant sind. Jedoch werden weiterhin Sortenbetreuer gesucht, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind. Sie sollten das Projekt aktiv oder finanziell unterstützen wollen. Aktuelle Informationen laufend im Internet unter www.anhalonium.com.
Letztes Jahr habe ich das erste Mal die alte Lauchsorte 'St. Victor' angebaut. Sie ist dunkellila und sehr winterhart. Das Besondere daran ist, daß ich keine roten Tönnchen der Lauchminierfliege entdecken konnte. Die Pflanzen stehen immer noch ohne Gemüsefliegennetz gesund auf dem Beet. Die Lauchpflanzen meiner Nachbarin sind dagegen wieder verfault. Die roten Puppen saßen zwischen den Blättern. Vielleicht liegt es an der außergewöhnlichen Farbe des alten Lauchs. Er wird auch als widerstandsfähig gegen Lauchmotten bezeichnet. Biosamen von der Ferme de Sainte Marthe, Frankreich, gibt es bei
Ulla Grall
Eulengasse 3
55288 Armsheim
Tel. 06734/960397
Fax 06734/960014
www.bio-saatgut.de
Auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest in Stuttgart habe ich die Firma 'dm-Folien' entdeckt, die alle Arten von Vliesen, Folien und Gemüsefliegennetzen günstig anbietet. Es können sogar laufende Meter bestellt werden. Ein 1,5 m breites Vlies kostet zum Beispiel je Meter 0,53 E incl. Mwst. und Versand. Die Firma verkauft auch ein sehr stabiles Frühbeettunnelsystem. Die Bögen sind wesentlich breiter und stabiler als normale Drahtbügel. Folie, Netz oder Vlies werden mit Gummispannern stabil und schnell befestigt. Das System gibt es mit drei bis fünf Bögen (35,00 bis € 53,-), Nutzbreite 1 m, Höhe ca. 80 cm.
dm-Folien
Hans-Böckle-Str. 21
72770 Reutlingen
Tel. 07121/9118-0
Fax 07121/9118-18
Internetshop www.dm-folien.de
Astern können ab März unter Glas vorgezogen werden. Einige Arten blühen bereits im Juni, andere im September und Oktober, wenn die meisten anderen Pflanzen schon längst verblüht sind. Als blütenreiche Beeteinfassungen, für Steingärten oder Pflanzgefäße eignen sich gut kleinbleibende Sorten. Höhere Astern sind ein sehr schöner Blickfang auf sonnigen Rabatten. Die Farbenpalette umfaßt unterschiedlichste Nuancen: blaue, violette, rote und rosafarbene Töne herrschen vor. Doch es gibt auch welche mit weißen oder gelben Blüten. Der Herbst ist der Höhepunkt im Astern-Jahr. Ihre Blüten trotzen problemlos den kühler werdenden Temperaturen. Mit ihrem wildblumenhaften Charme passen besonders die ungefüllten Sorten ausgezeichnet in Naturgärten. Für viele Nützlinge sind Herbst-Astern wegen der späten Blütezeit eine wertvolle Nahrungsquelle. Dazu gehören so unterschiedliche Arten wie die kompakt wachsenden, nur 30 bis 40 cm hohen Kissen-Astern, die sehr filigran anmutenden Myrten-Astern (A. ericoides) und die je nach Sorte 80 - 150 cm hohen Rauhblatt- (A. novae-angliea) und Glatt-Blatt-Astern (A. novibelgii), die alle gut an einem vollsonnigen Standort gedeihen. Die Blüten der Myrten-Aster sind klein und legen sich wie ein zarter, duftiger Schleier über die Pflanze. Die Myrten-Aster eignet sich genauso wie die anderen hochwachsenden Herbst-Astern sehr gut für Rabatten und als Schnittblumen. Für Asterkulturen ist es wichtig, daß jedes Jahr der Standort gewechselt wird, da sonst die Asternwelke der Schönheit ein Ende macht.
Bernd Schimmele
Der Naturschutzbund hat den Zaunkönig zum Vogel des Jahres gewählt. Er ist zwar nicht in seinem Bestand gefährdet, liebt aber wilde Ecken und dichte Gehölze, die in unseren Gärten und Landschaften leider immer seltener werden. Das Männchen baut normalerweise mehrere Nester, von denen sich die "Zaunkönigin" das geeignetste heraussucht. Die Nester liegen im Verborgenen, in Hecken, Wurzeltellern umgestürzter Bäume, zwischen Holzbalken oder an Bachufern. Die Firma Schwegler hat eine spezielle kugelförmige Nisthilfe "1ZA" aus Holzbeton entwickelt (Foto rechts). Sie eignet sich sehr gut als Ersatzbrutplatz und schützt zusätzlich vor Nesträubern und Feinden des kleinen Vogels. Preis: € 30,10.
Schwegler GmbH
Heinkelstr. 35
73614 Schorndorf
Tel. 07181/97745-0
Fax 07181/97745-49
www.schwegler-natur.de
Ist der Boden nicht mehr gefroren, wird als erstes Präparat im biologisch-dynamischen Hausgarten Hornmist ausgebracht. Wie es geht, kann im GR 2/2002 nachgelesen oder in einer Demeter-Hausgartengruppe erlernt werden. Die Mitglieder erhalten jedes Jahr neue Präparate. Infos bei Demeter Baden-Württemberg (Adresse siehe Impressum) oder unter der Rubrik Hausgartengruppen.
Zu den ersten schmackhaften Frühjahrsboten gehört zweifelsohne der Bärlauch. Er hat sich in den letzten Jahren richtiggehend zum Mode-Wildkraut entwickelt. Die grünen, lanzettartigen Blätter wachsen aus einer länglichen Zwiebel. Der Stengel mit weißer Blütenkugel wird bis zu 30 cm hoch. Ameisen tragen die kleinen schwarzen Samen fort und sichern damit die Weiterverbreitung der wertvollen Heilpflanze. Bärlauch wächst auf humusreichen, feuchten Wiesen, schattigen und feuchten Auen, unter Gebüsch und in Laub- und Gebirgswäldern. So einen schattigen Platz sollte man ihm im Garten auch geben und mindestens zwei Jahre warten, bis die Blätter zum Ernten groß genug sind. Bärlauchzwiebeln können ganzjährig gepflanzt werden. Sie werden senkrecht in die Erde gesteckt. Die obere Spitze muß ca. 2 cm im Boden verschwinden. Eine Aussaat ist nicht unbedingt zu empfehlen, da es über ein Jahr dauern kann, bis der Samen keimt (Frostkeimer!). Durch den starken Knoblauchgeruch kann Bärlauch leicht von den sehr ähnlich aussehenden giftigen Blättern des Maiglöckchens und der Herbstzeitlosen unterschieden werden. Es sollte möglichst jedes Blatt daraufhin getestet werden. Bärlauch ist bedeutend heilkräftiger als Knoblauch. Der wilde Lauch enthält zum Beispiel mehr Eisen, Magnesium, Mangan und Schwefelverbindungen.
Seit vier Jahren finden in der Nähe von Heidelberg die Eberbacher Bärlauchtage mit Informationsveranstaltungen, Wanderungen und Kochkursen statt. 18 gastronomische Betriebe machen mit und bieten vier Wochen lang Bärlauch-Speisekarten an. Als Schmankerl entstand aus der Aktion ein über 160 Seiten dickes Büchlein voll gespickt mit Bärlauch-Rezepten. Dazu wurde in uralten Familien-Rezeptbüchern gekramt, antiquarischen Kochbücher gewälzt und die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. Dieses Jahr finden die Eberbacher Bärlauchtage vom 19.3. bis 18.4. statt. Infos unter www.eberbach.de. Das Rezeptbuch gibt es für € 9,30 inkl. Versand bei
Rowi Verlag
Schwanheimer Str. 24
69412 Eberbach
Tel. 06271/4771
Fax 06271/71587
rowi-eberbach@t-online.de
Jeder Schmetterling hat "seine Zeit" im Jahreslauf. Im März zeigen sich im Garten oft schon Zitronenfalter oder Tagpfauenauge. Sie haben als fertig ausgebildetes Insekt (Imago) an dunklen, kühlen Orten wie Dachboden, Keller, Gartenhaus, in Mauernischen oder zwischen Holzbohlen überwintert. Im April treten in erster Generation Aurorafalter an. Schwalbenschwänze und Landkärtchen läuten ab Mai den Sommer ein, und im Juni folgt der Schachbrettfalter. Im Hochsommer sind die meisten Arten sind zu beobachten. Ab September sterben dann die nicht als Imago überwinternden Schmetterlinge. Die Wanderfalter ziehen aus Deutschland fort.
Wenn man im Frühjahr die ersten Schmetterlinge sieht, stellt sich häufig die Frage: Wo kommen die Falter so plötzlich her? Wo waren sie in der kalten Jahreszeit? Einheimische Tag- und Nachtfalter überwintern ganz unterschiedlich. Zitronenfalter, Tagpfauenauge, C-Falter, Trauermantel und Kleiner Fuchs sind winterhart, können also komplett einfrieren, ohne dabei zu sterben. Der Organismus wird zurückgefahren, um dadurch keinerlei Energie zu verschwenden. Dukaten-, Zipfelfalter und Argusbläuling sind Beispiele für Schmetterlinge, die als Ei überwintern. Raupen, die man im Frühjahr schlüpfen sieht, stammen aus Eiern, die im Vorjahr abgelegt wurden. Direkt als Raupe überwintert der Apollofalter. Er entwickelt sich erst im Frühjahr weiter. Auch Schillerfalter- und Schachbrettraupen überwintern an geeigneten Stellen, wo sie sich zum Schutz vor futtersuchenden Fressfeinden tarnen können. Die Raupen von Kohlweißlingen und Aurorafaltern puppen sich kurz vor Wintereinbruch ein, genauso die der europäischen Schwalbenschwänze, die als braune oder grüne Puppe überwintern. Im Frühjahr versammeln sich dann nach dem Schlüpfen die männlichen Falter auf Hügeln und warten zur Paarung auf die Weibchen.
Der nordamerikanische Monarchfalter (Danaus plexippus) ist das wohl faszinierendste Beispiel für einen Wanderfalter. Es gibt zwei Populationen, wobei die südliche im Winter ins sonnig warme Kalifornien fliegt, die östliche hingegen Tausende von Kilometer in die Berge von Mexiko. Im Frühherbst brechen die Schmetterlinge in Schwärmen von Kanada Richtung Süden auf und fliegen mit Hilfe des Windes und warmer Aufwinde auf bis zu 7.000 Meter Höhe. Im Spätherbst haben Sie ihr Ziel, Mexiko erreicht, um dort zu überwintern. Im Frühjahr können dort Schwärme von bis zu vierzig Millionen Monarchfaltern beobachtet werden. Im April überqueren sie die Grenze zu den USA. Hier suchen die Weibchen nach Wolfsmilchgewächsen, um die ersten ihrer rund 400 Eier zu legen und sich nach und nach Richtung Norden zu bewegen. Anfang Mai sind sie im Südwesten Texas angelangt, wo die Reise der ersten Tiere mit dem natürlichen Tod endet. Die nächste Generation beginnt erneut zu wandern. Die Reiselustigkeit der Monarchfalter zählt zu den unvorstellbarsten Phänomenen in der Welt der Schmetterlinge.