

Ich liebe den Blütenrausch im Mai und die belebenden Düfte in der Natur. Blühen Apfel und Flieder ist es nach dem phänologischen Kalender Vollfrühling. Die Blätter von Kartoffeln und Zuckerrüben schieben sich aus der Erde. Wenn in der Luft ein feiner, süßlich und fruchtiger Duft liegt, kann er nur von Holunderblüten stammen. Sie läuten, genauso wie die ersten blühenden Gräser, den Frühsommer ein. Ich habe ein herrliches Rezept für ein Holunderblütengelee aus Orangensaft in der Zeitschrift Kraut und Rüben entdeckt, ausprobiert und noch etwas abgeändert. Ich bin begeistert von dem fruchtigen Geschmack dieses erfrischenden Wildfruchtgelees.
Wenn Obstbäume nicht mehr richtig blühen oder fruchten und krank werden, kann das eventuell am Alter liegen. Bei der Lebenserwartung von Obstbäumen spielen viele Faktoren eine Rolle, so zum Beispiel die Art der Unterlage. Ein Apfel, auf Sämling veredelt, kann bis zu hundert Jahre (J) alt werden; auf der Unterlage M 9 allerdings nur zwanzig. Ähnliches gilt für die Birne: Die Lebensdauer einer auf Sämling veredelten Birne beträgt 300 J, einer mit Quittenunterlage nur bis zu dreißig. Bedeutend älter können Walnuss (über 300 J) oder Edelkastanie (über 1.000 J) werden.
Thomas Lohrer, Pflanzenschutznewsletter www.Ulmer.de
Die Demeter-Gärtnerei der Dorfgemeinschaft Tennental in der Nähe von Stuttgart bietet dieses Jahr eigene Zucchinijungpflanzen der Sorte 'Zuboda' an. Die Samen sind aus Bingenheimer Saatgut vermehrt worden. 'Zuboda' wächst früh, hat leicht marmorierte Früchte und schmeckt hervorragend. Die Gärtnerei ist davon überzeugt, daß sich die Sorte auch für den Erwerbsanbau eignet. Am besten können die Pflanzen beim Tag der Offenen Tür am 16. Mai abgeholt werden. Dort werden auch noch andere Jungpflanzen aus biologisch-dynamischen Anbau angeboten, zum Beispiel Sommerblumen. Größere Mengen von 'Zuboda' können per Fax bestellt werden.
Dorfgemeinschaft Tennental
Ita-Wegmann-Str.
75392 Deckenpfronn
Fon 07056/9262-87
Fax 07056/9262-88
Alexander.Thierfelder@t-online.de
Weitere Bio-Gärtnereien, die in Deutschland vorwiegend Demeter-Jungpflanzen verkaufen, können im Internet - Rubrik Demeter-Jungpflanzen abgerufen werden. Dieses Jahr sind einige neue Gärtnereien in die Liste aufgenommen worden.
Von einem besonderen Geschmacks-Erlebnis bei Erdbeeren berichtet Dipl.Ing. Dagmar Siebrecht: "Während einer Hornkieselausbringung Ende Mai entschloß ich mich spontan, nur einen Teil der Erdbeeranlage zu besprühen, einfach, um zu testen, was wohl dabei herauskommt. Die Pflanzen der Sorte 'Senga Sengana' trugen zu diesem Zeitpunkt schon gut entwickelte grüne Früchte. Eine Wirkung trat nahezu sofort ein: Die besprühten Erdbeeren reiften unter Entfaltung ihrer vollen Größe um rund eine Woche früher. "Sie hätten schon im halbroten Stadium eine angenehme Süße gezeigt und das typische Erdbeeraroma sei bei ihnen vollendet entwickelt gewesen. Die unbehandelten Früchte wiesen auch bei Vollreife einen deutlich geringeren Zuckergehalt auf, schmeckten zwar auch recht gut, jedoch etwas fahl und "dumpf-erdig". Die gleiche Beobachtung wiederholte sich im Folgejahr. Allerdings zeigte sich auch, daß die normale Hornkieselbehandlung im zeitigen Frühjahr, vor der Erdbeerblüte, alleine nicht ausreichte. Offenbar tritt die besondere Aromaentfaltung erst dann ein, wenn die noch grünen Früchte extra mit Hornkiesel behandelt werden.
Am Tag der Offenen Tür der Uni Hohenheim (Kleinhohenheim) wurden letztes Jahr Versuche zur biologischen Möhrenfliegenbekämpfung vorgestellt. Es wurde Gemüsefliegennetz eingesetzt, Neem-Azal (drei Anwendungen), ENVIRepel (Knoblauch) alle 14 Tage, sowie Nematoden Steinernema feltiae (zwei Anwendungen). Dabei stellte sich nur das Netz als hundertprozentiger Schutz heraus. Mittlere Erfolge (die Hälfte der Rüben ohne Schädigung) konnten mit der Behandlung mit Neem-Azal erzielt werden. Die Variante mit ENVIRepel lag mit rund vierzig Prozent der Rüben ohne Schädigung nur unwesentlich über der unbehandelten Kontrolle. Die mit Nematoden behandelte Variante lieferte sogar ein schlechteres Ergebnis als die unbehandelte Kontrolle. Das Netz ist somit nach wie vor das erfolgreichste Verfahren zur Abwehr der Möhrenfliege.
Letztes Jahr blieben meine Kartoffeln durch das trockene Wetter von der Kraut- und Knollenfäule verschont. Falls es diese Jahr nasser sein sollte, lohnt es sich, die Pflanzen ab und zu sehr sparsam mit Steinmehl zu übersprühen. Es enthält Spurenelemente, die die Zellwände der Knollen stärken und das Gewebe kräftigen. Dadurch können Pilzsporen nur erschwert in die Kartoffeln hineinwachsen.
Häufig wird schon im Mai der Rasenmäher für seinen ersten Einsatz aus der Garage geholt. Weil immer früher gemäht wird, haben Insekten und viele Vögel immer weniger Überlebenschancen. Ihre Futterpflanzen werden ihnen buchstäblich weggemäht, und damit die Lebensgemeinschaften im Garten und in der freien Landschaft zerstört. Wild- und Honigbienen, Hummeln und Schmetterlinge sind jetzt auf Wiesenblumen dringend angewiesen. Die Insekten finden dort Pollen, Nektar und Blätter als Nahrung für sich und ihre Nachkommen. Werden die Pflanzen zu früh gemäht, verschwinden die Futterpflanzen und die an ihnen abgelegten Eier von jetzt auf nachher. So legt etwa der Aurorafalter seine Eier an das Wiesenschaumkraut. Für seine Raupen ist diese Wildblume die Hauptfutterpflanze.
Die Raupen des Schwalbenschwanzes sind auf Doldenblütler(Wilde Möhre) angewiesen. Ein späteres Mähen, weit im Vorsommer, hilft nicht nur den Tieren. Auch die immer mehr zurückgehenden Wildblumen haben dann die nötige Zeit, um Samen zu bilden und ihren Fortbestand zu sichern. Üppige und schön blühende Wildkrautbestände können beim Mähen als Inseln stehenbleiben.
Im letzten Heft stimmte leider das Telefon von Ulla Grall (Lauch 'St. Victor') nicht. Richtig ist: 06734/960379. Die Samenpackung (1.000 Korn!) kostet € 3,25 + Vers.
Gerade brüten wahrscheinlich Vögel in den dichten Gardinen von Kletterpflanzen. Ist Efeu darunter, empfiehlt die Ärztezeitung Gärtnern zur Vorsicht. Sie sollten beim Schnitt Handschuhe und langärmelige Oberbekleidung tragen. Efeu enthalte den Stoff Falcarinol, der allergische Reaktionen hervorrufen kann. Mehrmaliges Berühren des Efeus birge das Risiko, sich für seine Allergene Falcarinol und Dihydrofalcarinol zu sensibilisieren. Es könne, manchmal auch erst nach Jahren, ein allergisches Kontaktekzem entstehen. Beim Kontakt mit efeuhaltiger Kosmetika könne dies jedoch, außer bei Überempfindlichkeiten, ausgeschlossen werden.
Jetzt beginnt wieder die Zeit der Kräuterernte. Oft werden beim Zerkleinern der Kräuter Fehler gemacht. Wird zum Beispiel Schnittlauch zu früh geschnitten, schmeckt er bitter. Petersilie nicht zu fein hacken, da sie sonst grasig schmeckt. Basilikumblätter sollten mit der Schere geschnitten, keinesfalls fein gehackt werden. Bei Basilikum ist es zudem wichtig, laufend alle neuen Blütenstände zu entfernen, da es sonst nach der Blüte schnell gelbe Blätter bekommt und alle Kraft in die Bildung von Samen setzt.
Die Biologische Bundesanstalt (BBA) bittet um Zusendung kranker Gartenschädlinge, wie Kohlweißlingsraupen, Käfer oder Maden, die auch schon tot sein können. Sie sollten durch sonderbares Verhalten oder Aussehen auffallen. Je mehr Menschen nach solchen Insekten suchen, umso besser sind die Chancen, eine neue Krankheit zu entdecken, sie im Labor zu vermehren und dann als biologische Methode einzusetzen. Von erkrankten Insekten geht keine Gefahr für den Menschen aus, da deren Erreger hochspezifisch sind und ausschließlich gegen Insekten wirken. Die Tiere können in einen kleinen Plastikbehälter verpackt werden, zum Beispiel eine Filmdose. Der Verschluß sollte luftdurchlässig sein, etwa aus Watte, damit kein Schwitzwasser entsteht. Dann den Fundort beschreiben, wieviele Insekten erkrankt sind und adressieren an:
Biologische Bundesanstalt
Dr. Regina Kleespies
Heinrichstr. 243
64287 Darmstadt
Fon 06151/407226
R.Kleespies@bba.de
Die aus Ostafrika stammende Erdmandel oder Chufa (Cyperus esculentus) wächst als kompaktes Grasbüschel. Sie war schon den alten Ägyptern als Nutzpflanze bekannt. Die Araber brachten sie nach Südeuropa, wo sie noch heute, genauso wie in USA, in einigen Regionen verarbeitet wird. Früher war die Erdmandel eine begehrte Zutat für allerlei Leckereien wie Speise-Eis, Marzipan, Konfekt oder süßes Gebäck. In Spanien gibt es noch heute die Erdmandelmilch "Horchata de chufa". Außerdem wird aus den Knöllchen durch Rösten Ersatzkaffe gewonnen oder Öl gepresst. Es soll nicht ranzig werden und qualitativ besser sein als Olivenöl. Chufa sind äußerst nahrhaft, enthalten rund 25 Prozent Fett, viele Kohlenhydrate (Stärke und Zucker) und Eiweiß. Zeugen eines ehemals weltweiten Anbaus sind einige verwilderte Bestände in Asien, Mittel- und Nordamerika. In vielen winterwarmen Gebieten treiben die im Boden verbliebenen Knöllchen wieder aus und können zu einem lästigen, alles vereinnahmenden Unkraut werden. Eine einmal "infizierte" Fläche läßt sich kaum mehr anderweitig nutzen. Daher ist der feldmäßige Anbau in vielen wärmeren Ländern verboten. In Mitteleuropa besteht diese Gefahr höchstens in wenigen wintermilden Gegenden wie den Küstenlagen Hollands oder Englands. Ansonsten sterben die Knollen selbst in milden Wintern zu hundert Prozent ab.
Die Feinschmecker-Mandel im Garten
Die Pflanze gehört zu den Ried- oder Sumpfgräsern, verträgt aber auf Dauer keine stauende Nässe. Wichtig ist vor allem volle Sonne! Ansonsten wächst sie in allen nicht zu trockenen und nicht übermäßig stark aufgekalkten Böden. Ideal ist humoser Sandboden, der ab und zu gegossen wird. Die Art entwickelt unter der Erde einen filzig-kompakten Wurzelballen und walzenartige, ein bis drei Zentimeter große, raupenförmige Sprossknöllchen. Diese können roh oder getrocknet gegessen werden. Sie schmecken frisch geerntet wie eine Mischung aus Kokos- und Paranuss, getrocknet wie süße Mandeln. Obwohl die Chufa als Zyperngras mit Papyrus verwandt ist, braucht sie keinesfalls tropische Temperaturen. Die Pflanze übersteht bei uns Kälteperioden ("Schafskälte") und stirbt selbst bei monatelanger Trockenheit nicht ab. Gießen und düngen fördern jedoch die Knollengröße. Weil die Erdmandel bei uns in aller Regel nicht blüht, wird sie nur vegetativ mittels der braunen Sprossknöllchen vermehrt. Eine Saatknolle bringt etwa 25 bis 50 Sprossknollen uneinheitlicher Größe hervor.
Saatknollen sind sehr frostempfindlich
Erdmandeln haben eine relativ kurze Entwicklungszeit. Es genügt, wenn die Knöllchen in der zweiten Maihälfte gelegt werden, in milden Gegenden auch schon im April. Wichtig ist, daß der Boden einigermaßen abgetrocknet und nicht mehr kalt ist. Dann werden jeweils zwei bis drei Knöllchen im Abstand von etwa 35 Zentimeter wie Bohnen gesteckt. In schweren und nassen Böden nicht zu tief legen, da die Knöllchen sonst verfaulen. Eine Vorkultur ist nicht nötig. Meist kommt es dabei zu Ausfällen (Fäulnis) und schwachen Jungpflanzen. Auch Vorquellen muß nicht sein. Nach drei bis fünf Wochen treiben die Knöllchen aus und wachsen rasant: Aus spärlichen, kurzen Halmen entwickelt sich binnen Wochen ein äußerst kompaktes, etwa 35 Zentimeter hohes Grasbüschel. Die Horste unterdrücken alle kleineren Pflanzen und wachsen bis zum Frost weiter. Herbstliche Nächte mit Temperaturen um Null Grad werden gerade noch überstanden, größere Fröste nicht mehr. Da der filzige Wurzelballen die Erde gut hält, kann man Erdmandeln auch zur Befestigung von Hängen oder als wallgleiche Beeteinfassung verwenden. Das Laub abgeernteter Pflanzen verrottet nur langsam und eignet sich hervorragend als Winterschutz.
Am Schopf aus dem Boden ziehen
Versuchsweise können ab Ende August schon ein paar Pflanzen ausgegraben werden. Zeigen sich noch viele helle Knöllchen, sollte man mit der Ernte noch etwas warten. Ausgereifte Knöllchen sind braun. Die Haupternte beginnt, sobald das Laub gelb wird, meist nach den ersten Frösten, solange der Boden offen ist. Die Knöllchen dürfen allerdings keinen Frost abbekommen. Bei anhaltender Kälte ist es besser, sie mit Vlies abzudecken. In schwereren Böden werden die Horste zur Ernte mit der Grabgabel angehoben und "am Schopf" aus dem Boden gezogen. In Sandböden wird die ganze Pflanze einfach aus den Boden gezogen. Die Knöllchen werden von den kurzen Wurzeln gezupft oder durch ein Erdsieb gestreift. Mit einem harten Wasserstrahl wird die Erde abgespült. Da die Knöllchen von einer schuppigen, borkeartigen Haut umgeben sind, ist eine zweite Reinigung anzuraten. Das geht am besten, indem man die Knollen in warmen Wasser zwischen den Händen reibt und nochmals mit der Brause durchspült. Danach werden sie auf Tüchern ausgebreitet und, wenn nötig, unter Wenden gründlich getrocknet. Damit es nicht zu Schimmelbefall kommt, sollte das Trocknen im beheiztem Zimmer beschleunigt werden. Dabei verlieren die Knöllchen stark an Gewicht und schrumpeln auf etwa vierzig Prozent der ursprünglichen Größe. Getrocknete Erdmandeln bleiben bis zwei Jahre lang keimfähig, wenn sie frostfrei in beheizten Wohnräumen gelagert werden. Guten Appetit!
Bezugsquelle:
Gegen € 1,- in Briefmarken plus einem mit € 1,- frankiertem Rückumschlag gibt es 5-8 getrocknete Erdmandeln zum Testen bei:
Samen Archiv
Oberfichtenmühle 2
91126 Rednitzhembach