

Auch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LNW) behandelt das Thema Blattläuse in einer Meldung: "Die lästigen Pflanzenparasiten bevorzugen vor allem die Triebspitzen. Hier können sie ihren Rüssel leicht einstechen und den leckeren, saftigen und nährstoffreichen Pflanzensaft aussaugen. Weil darin im Überschuß Zucker enthalten ist, scheiden ihn die Blattläuse sofort wieder aus. Sie lassen ihn nach unten auf Boden oder Autodächer fallen, wo er einen klebrigen Film bildet. Die Pflanzen werden durch den Blattlausbefall zwar unansehnlich, wirklich geschwächt werden sie aber nur in Extremfällen." Die diesjährige Blattlausplage hat nach Einschätzung der LNW mehrere Ursachen. Zum einen seien die Pflanzen nach dem letzten Jahrhundertsommer noch geschwächt und weniger widerstandsfähig gegen Schädlinge. Die feuchte Witterung in diesem Frühjahr hätte dazu die Pflanzen üppig wachsen lassen. Es bildeten sich zahlreiche neue, weiche Triebe, die ein gefundenes Fressen für alle Blattläuse gewesen sind. Durch die schlechte Witterung hätten sich auch die natürlichen Gegenspieler der Blattläuse, wie Marienkäfer und Florfliegenlarven, nicht so gut entwickeln können. Die wichtigste Maßnahme zur Blattlausbekämpfung sei die Schaffung optimaler Lebensräume für nützliche Insekten. In einem artenreich bepflanzten Garten stellten sich die natürlichen Gegenspieler der Läuse recht zuverlässig ein. Bei geringem Befall könnten die saugenden Plagegeister mit dem Gartenschlauch von den Blättern katapultiert werden. Am Boden würden sie schnell Opfer nützlicher Insekten. Nur bei einem extremen Massenbefall sollten biologische, nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel, wie Kaliseifen, eingesetzt werden.
Im Juli habe ich Maria Thun besucht. Sie erzählte von Versuchen mit Brennesseljauche, die ich hier zur Diskussion stellen möchte: Gemüse faule im Lager schneller und halte sich nicht so lange, wenn es mit Jauche gedüngt worden sei. Eine Verjauchung sei ja auch ein Fäulnisprozess. Maria Thun rät deshalb ganz von diesem stickstoffreichen Dünger ab. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Maria Thun empfahl, aus Brennesseln einen Tee zu kochen. Er kräftige die Blätter von Kartoffeln und Tomaten. Der Tee sollte nur schwach kochen und an Blatttagen gegen Abend gespritzt werden. Eine Landwirtin erzählte mir, daß sie die Brennesselblätter frisch in das Pflanzloch von Tomaten gibt. Sie würden damit hervorragend wachsen.
Auch viele Wildfrüchte sind jetzt reif. Der Naturschutzbund Hamburg hat das kleine Heft "Hecken schmecken" mit zwanzig Rezepten für köstliche Leckereien aus Wildfrüchten herausgegeben: zum Beispiel Brombeer-Korn, Schlehen-Likör und -Sirup, Berberitzen-Pudding, Hagebutten-Suppe, Vogelbeer-Mus oder Kornelkirschen-Konfitüre. Das Heft kostet 1,50 € inkl. Versand (am besten in Briefmarken) bei:
NABU Hamburg
Osterstr. 58
20259 Hamburg
Fon 040/697089-0
Fax 040/697089-19
www.NABU-Hamburg.de
Sind die Holunderbeeren reif und beginnt die Birnenernte, ist nach dem phänologischen Kalender Frühherbst. Er endet mit der Ernte der Hauszwetschge. Können Walnüsse und Eicheln aufgesammelt werden, beginnt bereits der Vollherbst. Das Wintergetreide wird ausgesät und die Haupterntezeit der Spätkartoffeln ist im vollen Gange. Nach und nach verfärben sich die Blätter von wildwachsenden Bäumen wie Rosskastanie, Birke, Eiche oder Esche. Gegen Ende werden die Rüben geerntet und das Wintergetreide geht auf.
Das Hornkieselpräparat kann jetzt zur Reifezeit auch Nachmittags gespritzt werden. Dies ist besonders bei Wurzelgemüse und Obstgehölzen zur besseren Ausreifung zu empfehlen. Wer sich über die Biologisch-Dynamischen Präparate näher informieren will, kann dies bei den folgenden Herbstkursen tun:
17. und 18. September im Brunnenhof
74653 Künzelsau-Mäusdorf
Anreise Freitag Abend
Themen unter anderem
27. bis 29. September im Hofgut Rengoldshausen
88662 Überlingen
Eine weitere unbekannte Schönheit ist die Apfelbeere Aronia melanoca. Ich habe sie seit zwei Jahren im Garten. Sie ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet und gehört zur Familie der Rosengewächse. Der bis zu zwei Meter hohe Strauch hat geringe Standortansprüche, ist sehr frosthart und robust. Seine dunkelgrünen, lederartigen Blätter färben sich im Herbst wunderschön rot. Sehr gut gefallen mir auch die weißen Blüten mit roten Staubbeuteln im Frühjahr. Sie sind selbstfruchtbar. An einer Doldentraube reifen im Herbst violett-schwarze Beeren. Ihr Saft wird in der Lebensmittelindustrie als Naturfarbstoff verwendet. Den hohen Anteil an Gerbstoffen und Vitamin C nutzt die pharmazeutische Industrie. Die Beeren schmecken roh nicht besonders. Sie bereichern jedoch als Zusatz jede Marmelade und geben einen hervorragenden Saft. Eine Verjüngung des Fruchtholzes in regelmäßigen Abständen steigert den Fruchtertrag. Großfruchtige Sorten sind 'Rubina', 'Nero' und 'Viking'. Sie gibt es zum Beispiel in der Bioland-Baumschule Pöhler (Adresse in Rubrik Ökologische Baumschulen)
Überarbeitet aus Infodienst Weihenstephan
www.fhweihenstephan.de/fgw/infodienst
Jetzt ist wieder Aufräumzeit im Garten. Bäume und Sträucher müssen geschnitten und Laub zusammengerecht werden. Der Naturschutzbund NABU rät, das reichlich vorhandene Material zu einem Laub- oder Reisighaufen aufzutürmen. Er sei ein unverzichtbarer Bestandteil eines lebendigen Gartens. Igel suchten darin zum Beispiel nach einem Platz für den Winterschlaf. Außerdem biete ein Reisighaufen ideale Bedingungen für viele Kleinlebewesen. Sie ziehen sich zum Schutz vor der kalten Jahreszeit dorthin zurück. "Am eindrucksvollsten präsentiert sich der Restehaufen im Frühjahr. Zaunkönig, Rotkehlchen, Erdkröte, Spitzmaus und ein Millionenheer an Insekten und Spinnen machen ihn zu einem richtigen "Tierhotel". Viele dieser Tiere sind nützliche Helfer beim biologischen Pflanzenschutz." Nach Ansicht des NABU sollte beim Laubkehren nicht nur aus Lärmschutzgründen auf einen motorbetriebenen Laubsauger verzichtet werden. Er häcksele regelrecht alle Kleintiere, die im Laub natürlicherweise für dessen Abbau sorgen.
"Dunkel war's, der Mond schien helle..."- so beginnt das bekannte "Lügengedicht" aus dem späten 19. Jahrhundert. Auch heute wäre das glatt gelogen, denn es wird fast nirgendwo mehr so richtig dunkel. Leuchtreklamen, illuminierte Gärten, grelle Straßen- und Hausbeleuchtungen, Parkplätze, Sportplätze, Baustellen und nicht zuletzt die "Sky-Beamer" mit ihren leistungsstarken Strahlen, sorgen dafür, daß die Nacht zum Tage wird. Astronomen klagen schon lange über das Phänomen der Lichtverschmutzung. Berlin strahlt rund 28mal heller als der Sternenhimmel - da ist der Blick auf die Gestirne kaum noch möglich. Naturschützer beklagen den Insektentod durch die Dauerbeleuchtung. Auch nachts reisende Zugvögel werden durch die "Sky-Beamer" und erleuchtete Hochhäuser verwirrt. Allein in den USA sterben nach einer Studie der Ornithologischen Gesellschaft in Chicago pro Jahr bis zu einer Milliarde Zugvögel durch nächtlich beleuchtete Wolkenkratzer und Bürogebäude. Als der McCornick-Place-Wolkenkratzer in Chicago abgeschaltet wurde, ging die Rate an verunglückten Vögeln um 88 Prozent zurück!
Auch nachtaktive Falter, Hornissen und andere Insekten werden von Beleuchtungen angelockt. Sie sind nicht in der Lage, sich diesem Bann zu entziehen. Inzwischen hat sich das sogar unter Fledermäusen herumgesprochen. Sie jagen oft bevorzugt an insektenumschwirrten Lampen. Die im Licht "gefangenen" Insekten fliegen bis zur Erschöpfung um die Lampen, werden erbeutet oder verbrennen an ungeschützten Leuchtmitteln. Die magische Anziehungskraft des Lichtes auf Insekten ist bis heute nicht völlig erforscht. Es gibt verschiedene Theorien wie zum Beispiel die fehlgeleitete, da eigentlich am Mondlicht ausgerichtete Orientierung oder gar die Blendung der lichtempfindlichen Augen. Den Effekt der Lichtanlockung nutzen auch sogenannte Fluginsektenvernichter, bei denen eine UVA-Lampe gezielt Nachtinsekten anlockt, um diese dann an einem elektrisch geladenen Gittermantel zu töten. Häufig werben die Hersteller mit diesem idealen ökologischen Mückenschutz. Dabei finden sich unter den Opfern kaum Stechmücken. Denn die weibliche Stechmücke, die auf der Suche nach einer Blutmahlzeit ist, lokalisiert ihre Opfer nicht anhand von deren Leuchtkraft, sondern mittels Körperwärme und Kohlendioxidkonzentration. Die wahren Opfer solcher Geräte wie auch der Lichtverschmutzung generell sind die Nachtfalter. Es gibt rund 3.000 Arten in Mitteleuropa. Das sind nahezu 90 Prozent der gesamten Schmetterlingsarten.
Neben diesen Opfern der nächtlichen Illumination werden die indirekten Folgen oft übersehen: Die Kosten sind erheblich -efangen für die Reinigung der Lampen von toten Insekten bis hin zum Stromverbrauch. David Crawford von der "International Dark Sky Association" errechnete, daß in den USA 0,8 Prozent der elektrischen Energie sinnlos in den Himmel strahlen. Das entspräche dem Gesamtstromverbrauch Ungarns und koste den Steuerzahler über eine Milliarde Dollar im Jahr. Zum nächtlichen Betrieb einer einzigen 500 Watt-Lampe ist zum Beispiel die Energie aus der Verbrennung von einer Tonne Kohle pro Jahr erforderlich.
Deshalb sollten zumindest rein ästhetische, nächtliche Beleuchtungen, wie das Anstrahlen von Bauwerken, zeitlich begrenzt werden. Weiterhin sollte nicht nur das optische Design einer Lampe für ihren Einsatz entscheidend sein. Notwendige, der Sicherheit dienende Beleuchtungen, sollten nur den Bereich beleuchten, für den das Licht benötigt wird. Rundumstrahler wie Kugelleuchten erfüllen diese Anforderung nicht. Studien zeigen, dass diese von 8 bis 12mal mehr Insekten angeflogen werden als Lampen, die ihr Licht gezielt und ausschließlich zum beleuchtenden Ort richten. Ein weiteres Kriterium muß die Lichtstärke sein. Eine tageshelle Illumination mag im Sportstadion notwendig und sinnvoll sein; im Garten ist sie jedoch selten wirklich erforderlich. Gerade die heutzutage beliebten, indirekten Beleuchtungen, bei denen das Licht erst über eine Reflektorplatte auf den Weg gelenkt wird, sind wahre Stromfresser. Sinnvoller ist der gezielte Einsatz von lichtschwachen Lampen an den benötigten Stellen. Über mittels Sonnenenergie gespeiste Akkus, lassen sich die mit langlebigen Dioden ausgestatteten Lampen kabellos für die Wegebeleuchtung einsetzen.
Das wichtigste Kriterium ist jedoch die Art des Lichtes. Unter den ökonomischen Aspekten der Langlebigkeit bei hoher Lichtausbeute werden heutzutage im öffentlichen Raum vor allem Quecksilberhochdrucklampen und Leuchtstoffröhren eingesetzt. Beide Lampentypen wei sen jedoch erhebliche Lichtemissionen im Spektralbereich unter 400 Nanometer auf. Die Energie, die in diesen für uns unsichtbaren Bereich investiert wird, ist verschwendet. Gleichzeitig ist sie jedoch die Ursache dafür, daß Insekten auf diese Lampentypen geradezu fliegen. Die Leuchtstoffröhre hat zwar eine geringere Anlockwirkung als die Quecksilberhochdrucklampe, doch gibt es eine weit bessere Alternative. Natriumdampfhochdrucklampen mit ihrem charakteristischen gelb-orangen Licht sind mit einer zur Quecksilberlampe rund doppelt so hohen Lichtausbeute der ökonomischste Lampentypus. Sie sind ohne das Umweltgift Quecksilber auch besser zu entsorgen. Diese Lampen weisen so gut wie keine Emissionen im kurzwelligen Spektralbereich auf und locken damit kaum Insekten an. Im Gegensatz zu Natriumniederdrucklampen ist bei den Natriumhochdrucklampen das Farbsehen kaum eingeschränkt. Wo Leuchtstoffröhren unumgänglich sind, sollte zumindest die Lichtfarbe "warm white" zur Anwendung kommen da diese weniger attraktiv für Insekten ist als das gängige "cold white". Internettip: www.lichtverschmutzung.de
"Die Bienenzucht bedarf des besonderen Schutzes durch die Politik, denn sie erfüllt gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Ohne Bienen keine Bestäubung - und was das bedeutet, kann sich jeder leicht ausmalen," meint Manfred Hederer, Präsident des Berufs- und Erwerbs-Imker-Bundes. Das Einzugsgebiet eines Bienenvolkes sei bis zu hundert Quadratkilometer groß, so daß die Verunreinigung der Honig- oder Pollenernte beim Einsatz gentechnisch veränderten Saatgutes in der deutschen Landwirtschaft gar nicht zu verhindern sei. "Koexistenz zwischen genfreier und gentechnischer Landwirtschaft kann es nicht geben, denn für Bienen gibt es keine natürlichen Pollenbarrieren," unterstreicht Demeter-Imker Günter Friedmann, ausgezeichnet mit dem Förderpreis ökologischer Landbau des Bundesverbraucherministeriums. Die im Gesetzentwurf vorgesehen Maßnahmen seien völlig unzureichend. Bei Rückständen gentechnisch veränderter Organismen in den Bienenprodukten werde deutscher Honig so gut wie unverkäuflich, das Naturprodukt für Verbraucher uninteressant. Außerdem seien gerade die großen Erwerbsimker meist auch Öko-Imker, die ihre Produkte konsequent ohne Gentechnik erzeugen. "Wenn wir unseren Kunden das nicht mehr garantieren können, bricht der Markt zusammen," sind sich die Imker sicher. Ohnehin sei die Lage bei den Bienenzüchtern schwer belastet durch das Bienensterben angesichts ausgeräumter Landschaften mit Nahrungsmangel, durch die Varroamilbe und durch eine Überalterung der Imker. "Es ist zu befürchten, daß bei Einführung der Agro-Gentechnik in Deutschland noch mehr Imker die Bienenzucht aufgeben werden. Spätestens dann werden nicht mehr genug Bienen für eine flächendeckende Bestäubung zur Verfügung stehen," schreiben die Imker an die Politiker. Ein Aus vieler Imkereien hätte außerdem eine Verarmung der Natur und ihrer Artenvielfalt zu folge. Die Bienen bestäuben ca. siebzig Prozent aller Blütenpflanzen und sind deshalb unverzichtbar für eine intakte Natur und Landwirtschaft.