

Ein großes Problem machte mir eine Invasion von Erdflöhen. Sie durchlöcherten nahezu alle Herbst- und Wintergemüse, ließen nur Salat, Rote Bete und Zwiebelgewächse aus. Die Blätter waren von den Flöhen schwarz übersät (Foto S.2). Nicht einmal das Gemüsefliegennetz, das ich gegen Kohlweißlinge über den Rosenkohl gestülpt hatte, hielt die hüpfenden Insekten ab. Sie schlüpften einfach durch die Löcher hindurch. Das Ergebnis: Alle Kohlpflanzen haben die ersten Blätter verloren. Sie versuchten später zwar neue nachzuschieben. Die Köpfe blieben jedoch sehr klein. Zum Erdflohproblem schreibt Matthias Braig, Ökogemüsebau-Berater: "Beim Chinakohl reicht ein geringerer Befall mit Erdflöhen aus, um eine Infektion mit dem Rettichmosaikvirus auszulösen. Dieser fällt erst im Lager auf. An den mittleren Blättern werden braun-schwarze Linienmuster sichtbar. Erfahrungsgemäß sind sehr späte Aussaaten erfolgreicher. Je nach Region und Sorte kann bis zum 5. August gesät werden (Pflanzungen bis 20.8.). Die Erdflöhe ziehen sich 'offiziell' im Laufe des Augustes in ihre Winterquartiere zurück. Dies kann aber auch später sein. Am sichersten ist der Einsatz von Vlies. Zwar kann es darunter sehr heiß werden. Ich schätze jedoch diese Gefahr als die deutlich kleinere ein. Ende August sollte das Vlies abgenommen werden, um im Herbst keinen Pilz-druck aufkommen zu lassen. Achtung beim Aufdecken zum Hacken: auch dabei können sich Erdflöhe einschleichen!"
Diesen Monat stellt sich wieder die Frage: Umgraben oder nicht? Ich denke, daß jeder Gärtner für seinen Boden individuell entscheiden sollte. Ist er sehr lehmig, gibt es nach meinen Erfahrungen keine Alternative zum Umgraben. Ist er humusreich und locker, kann ein Lüften mit der Grabgabel oder dem Sauzahn im Herbst oder Frühjahr ausreichen. Mit einer abfrierenden Gründüngung habe ich keine gu-ten Erfahrungen gemacht. Als die Pflanzen abgestorben waren, bedeckten sie zwar den Boden. Im Frühjahr war er jedoch nur wenig lockerer als der ohne Gründüngung. Die Pflanzenreste waren recht strohig und nur schwer einzuarbeiten. Es wird immer wieder empfohlen, jetzt Winterroggen als Gründüngung einzusäen. Damit habe ich noch keine Erfahrung. Ich freue mich über Berichte von Ihnen. Mich interessiert besonders, wie sich der Roggen im Frühjahr in den Boden einarbeiten läßt, und ob er ihn wirklich lockert.
Wenn die Nächte kälter werden, muß an den Winterschutz für empfindliche Pflanzen wie Rosen oder südländische Stauden und Gehölze gedacht werden. Die häufigsten Winterschäden werden durch Staunässe, Eiswinde und Kahlfröste verursacht. Frostempfindlich sind auch Obstgehölze wie Aprikosen, Pfirsiche, Kiwis und Wein. Besonders gefährdet sind die jungen Pflanzen. Die Blumenschule Schongau gibt in ihrem Newsletter (www.Blumenschule.de) folgende Tips: Das Anhäufeln mit Erde als Winterschutz ist nach wie vor am besten. Es schützt vor starkem Frost, Austrocknen, ständigem Zufrieren und Wiederauftauen. Laub ist ein guter Schutz, wenn es mit einigen Reisigzweigen beschwert wird, damit die Blätter nicht vom Wind weggeblasen werden. Das allgemein empfohlene Abdecken mit Reisig dient einzig dem Sonnenschutz im Frühjahr. Reisig bietet sonst keinen Schutz! Gleiches gilt auch für Strohmatten. Spezialtip für Rosenhochstämme: Hier kann die Veredlungsstelle dick in Lehm eingepackt werden, der mit einer Art Mullbinde befestigt wird. Das genügt für ein sicheres Überwintern in kritischen Gebieten.
Noch können Blumenzwiebeln gepflanzt werden. Im GR 5/2003 stellte ich die 'Historischen Hayzinthensorten' des Gärtners Reinhold Krämer vor. Er hat jetzt eine Internetseite und Onlineshop, mit, nach seinen Angaben, Europas größtem Angebot an historischen Blumenzwiebeln: www.zwiebelgarten.de
Es gibt sie nicht nur in rot, sondern auch in gelb und seit neuestem auch in schwarz: die Himbeere. Die Sorte 'Bristol' oder 'Black Jewel' wächst wild in Nordamerika. Sie soll sehr süß und aromatischer als herkömmliche Himbeeren schmecken. Sie eignet sich zum Beispiel sehr gut für Namen oder Zahlen auf Torten. Die Früchte sind etwas kleiner als die der rotfrüchtigen Sorten. Die Schwarze reift ungefähr Ende Juli. Ihre blauschwarz bereiften Ruten sollen besonders im Winter dekorativ sein. Sie wächst um einiges stärker als herkömmliche Sorten und ist zwischen Himbeere und Brombeere anzusiedeln. Ein größerer Pflanzabstand ist nötig. Die Schwarze Himbeere soll gut winterhart und gesund sein. Schnitt wie bei den normalen roten Sorten. Bezug bei:
Baumschule Rombach (Naturland)
Brechterstal 1
79336 Herbolzheim
Fon 07643/912050
Fax 07643/1591
www.baumschule-rombach.de
Schweiz
Hauenstein AG
Baumschule
Landstr. 42
CH-8197 Rafz
Fon 0041(0)1/87911-22
Fax 0041(0)1/87911-88
www.hauenstein-rafz.ch
Heizen mit Holz kommt immer mehr in Mode. Gerade in der Übergangszeit liefert ein Kaminofen günstige und mollige Wärme. Die übrig bleibende Holzasche galt von jeher als guter kalibetonter Dünger für Möhren und Sellerie oder als nützliche Beigabe im Kompost. Die Zeitschrift 'Kraut und Rüben' rät jedoch dringend von der Ver-wendung im Garten ab. Der preiswerte Dünger sei nicht nur reich an wertvollen Mineralstoffen wie Kalium, Phosphor und Magnesium, sondern auch an Schwermetallen. Bäume und Sträucher würden die teils giftigen Elemente aus Boden und Luft aufnehmen und einlagern. Beim Verbrennen schrumpfe das Gewicht des Holzes auf etwa zwei Prozent: von einem 100kg schweren Stamm bleiben so nur 2kg Asche übrig. Sie enthalte hohe Konzentrationen von Nährstoffen und Schwermetallen. Dies belege auch ein Bericht der Forschungsanstalt für Gartenbau der FH Weihenstephan von 1994. Wird die Holzasche in den Boden eingearbeitet, reicherten sich die Schwermetalle mehr und mehr an. Bodenlebewesen können sie nicht abbauen. Die Schadstoffe würden je nach pH-Wert an den Tonteilchen festhaften und dadurch von den Pflanzen aufgenommen oder ins Grundwasser ausgewaschen. Die Zeitschrift 'Kraut und Rüben' versendet alle zwei Wochen einen kostenlosen Newsletter mit Gartentips und Hinweisen zu einer natürlichen Lebensweise. Eintragen kann man sich unter www.krautundrueben.de.
Wer biologische Pflanzenschutz- und Stärkungsmittel verwendet, hat sich sicher schon nach deren Halt-barkeit gefragt. Neudosan, Pflanzenöle und Schwefel/Kupferpräparate sind quasi unbegrenzt haltbar. Bacillus thuringiensis-Präparate (Bt) dagegen nur beschränkt. Die Lagerbedingungen spielen eine sehr große Rolle. Bei 25 Grad beträgt der Wirkungsverlust bis zu sechzig Prozent, bei vier Grad nur zehn Prozent! Angebrochene Packungen lagern sich schlechter. Deshalb möglichst kleine Einheiten kaufen. Wenn Bt-Präparate einmal über 35 Grad ausgesetzt sind, werden sie unwirksam. Flüssige Bt-Mittel wie 'Novodor' sind schlechter haltbar als Pulvermittel. Die Temperaturabhängigkeit gilt auch bei Neem-Produkten. Werden sie bei 10 bis 15 Grad gelagert, können sie zwei Jahre genutzt werden. Das Pflanzenstärkungsmittel 'Elot-Vis' ist laut Hersteller bei Raumtemperatur mindestens ein Jahr lagerfähig. 'Milsana flüssig' ist frostfrei gelagert mindestens zwei Jahre haltbar. Neudorff garantiert für seine Produkte (außer Bt) eine Haltbarkeit von mindestens fünf Jahren. BÖG-Infofax 2.7.2004
Wenn die wildwachsenden Bäume ihr Laub abwerfen und die Rübenernte einsetzt, haben wir Spätherbst. Das Wintergetreide geht auf. Roßkastanie und Stiel- Eiche verfärben ihre Blätter. Sind die Feldarbeiten beendet, verabschiedet sich diese Jahreszeit. Die Blätter der spätreifenden Äpfel und Roßkastanien fallen herunter. Der phänologische Winter ist eingekehrt und damit auch die letzte Vorstellung der Zeigerpflanzen für die natürlichen Jahreszeiten im Gartenrundbrief.
In Anzuchten und Stecklingskulturen können die Larven der Trauermücken die kleinen Pflanzen erheblich gefährden. Unter feuchtwarmen Temperaturen vermehren sich die Mücken sehr schnell. Die Larven fressen gerne an Feinwurzeln und können Pilzkrankheiten übertragen - daher auch der Name 'Pilzmücke'. Häufig baut sich das Trauermückenproblem von Jahr zu Jahr auf und gefährdet schließlich ganze Kulturen. Für die direkte Bekämpfung kommen für Hausgärtner zwei erprobte Möglichkeiten in Frage: der Einsatz von Nematoden und Bodenraubmilben. Zur Kontrolle auf Befall und auch zum Abfangen und damit Reduzieren der Mücken sind Gelbtafeln sehr gut geeignet. Sie können das Problem in der Regel jedoch nicht vollständig lösen.
Nach Erfahrungen von Peter Detzel und einiger unserer Betriebe hat sich bisher der Einsatz von Steinernema-Nematoden im Vergleich zu Raubmilben besser bewährt. Dies kann aber auch auf einen zu hohen Ausgangsbefall oder zu niedrige Temperaturen zurückzuführen sein. Einzelne Betriebe, die jedes Jahr Trauermücken haben, setzen gleich mit Beginn der Kultur regelmäßig Hypoaspis ein und berichten über positive Erfahrungen. Auch im Hobbybereich haben sich die Nematoden besser bewährt. Raubmilben gibt es nur in Großpackungen.
Wir wissen, daß trotz aller Maßnahmen die Trauermücken nach wie vor ein großes Problem sind. Die Erfahrungen mit den Bekämpfungsmethoden sind in den Profi-Betrieben teilweise sehr unterschiedlich.
Imkereibedarf Bodenschatz
Am Anger 7
95197 Schauenstein
Fon 09252/1415
Fax 09252/916039
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