

Besonders gespannt bin ich auf die Eisheiligen, da letztes Jahr noch Ende Mai alle meine Tomatenjungpflanzen auf den Beeten erfroren sind. Ich werde die Wetterprognosen genau beobachten und Tomaten, Zucchini, Gurken, empfindliche Sommerblumen und Co erst bei beständigen Temperaturen ohne Frostgefahr auspflanzen. Mit Sellerie, Melonen, Auberginen und Paprika warte ich sowieso bis Ende Mai, da sie kälteempfindlicher sind als der Rest.
In den letzten Jahren habe ich mit Staffelsaaten und -pflanzungen gute Erfolge gehabt. Dadurch teilen sich die Ernten in kleinere Mengen auf. Ich kann mehr frisch vom Beet essen und muß nicht so große Mengen einmachen. Das hat sich besonders bei Bohnen und Brokkoli bewährt. Anfang Mai säe ich Stangenbohnen und erst Anfang Juni folgen Buschbohnen. Eine schöne gelbe Wachsbohne ist 'Valdor'. Sie trägt sehr gut und früh. Die fadenlosen, feinen Hülsen reifen langsam ab und sind daher lange zu ernten. Am besten schmecken sie frisch. Biosaatgut gibt es von Sperli (Gartenfachhandel). Den ersten Brokkoli pflanze ich Anfang April, den zweiten Anfang Mai. Dadurch habe ich über einen längeren Zeitraum große Köpfe.
Bis Mai können noch Pastinaken gesät werden. Gerne verwende ich sie im Herbst geraffelt im Salat mit Möhren und Äpfeln gemischt. Gekocht werden sie schnell sehr weich und schmecken mir etwas zu scharf und erdig. Letztes Jahr wollte das sonst sehr einfach zu kultivierende alte Gemüse keine richtigen Wurzeln ausbilden. Auch die Möhren daneben wuchsen nur zu Minipflanzen heran. Erst dachte ich, daß vielleicht Wurzelläuse Schuld sein könnten. Beim Blick auf meine Mischkulturtabelle stellte ich jedoch fest, daß sich die Beiden gegenseitig negativ beeinflussen. Das bestätigte mir einmal mehr, daß die Erfahrungen mit Mischkulturen Ernst zu nehmen sind.
Die Vögel sind mit dem Füttern ihrer Jungen beschäftigt. Nisten Haussperlinge oder Fledermäuse an Fassaden, haben sie jetzt ein gerichtlich garantiertes Bleiberecht. Das Verwaltungsgericht Berlin (VG 1A 21.02) hat entschieden, daß bei Renovierungsarbeiten an Hausfassaden ihre Lebensräume erhalten werden müssen. Hausbesitzer sind verpflichtet, diesen vom Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Arten ein neues Quartier zu schaffen. "Der einstige Allerweltsvogel Spatz droht aus den Städten zu verschwinden. Bestandsrückgänge um bis zu siebzig Prozent brachten ihn bereits auf die Vorwarnstufe der Roten Liste bedrohter Arten in Deutschland", erklärt die Deutsche Wildtier Stiftung. Als Ursache konnte unter anderem der Mangel an geeigneten Brut- und Nistplätzen ausgemacht werden. Dies wird vor allem durch Sanierungen von Fassaden und Dächern hervorgerufen. Wer mehr über Vögel und Nisthilfen erfahren möchte, sollte folgende empfehlenswerte Bücher lesen:
Vogelnistkästen in Garten und Wald
Leopold Stocker Verlag, Graz-Stuttgart
ISBN 3-7020-0992-2
243 Seiten, über 400 Abbildungen
19,90 €
Zwei Profis (Förster und Naturschützer) beschreiben aus ihren Jahrzehnte langen Erfahrungen heraus geeignete und ungeeignete Nistkästen, liefern Bauanleitungen, informieren über die richtige Anbringung, Pflege und stellen die bewohnenden Vögel und Säugetiere vor. Das Besondere: Anhand von 180 Fotos der Nester in Originalgröße können die Bewohner sogar bestimmt werden. Weitere Themen: Richtig Vögel füttern, natürliche Nistgelegenheiten fördern, Nistkästen zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Landwirtschaft und Forst. Viele nützliche Tabellen über die Bewohner runden dieses in meine Augen beste Buch zum Thema ab.
Nicht ganz so ausführlich aber trotzdem für Laien sehr interessant, ist folgendes Buch:
Vögel im Garten
Hans Egidius
Ulmer Verlag, Stuttgart
ISBN 3-8001-3194-3
96 Seiten
12,90 €
Bauanleitungen für verschiedene Nisthilfen (auch Nisttaschen) und ein Futterhäuschen, Rezepte für Futtermischungen, Beschreibung der wichtigsten Vogelarten im Garten, Jahresarbeitskalender.
Eine Broschüre "Nützlinge im Garten" gibt es gegen eine 60 Cent Briefmarke bei:
Biologischer Bundesanstalt Pressestelle
Messeweg 11/12
38104 Braunschweig
oder im Internet unter www.bba.de/veroeff/popwiss/popwiss.htm
Auch die braune Wald-Blumenwanze Anthocoris nemorum ernährt sich von Blattläu-sen, Spinnmilben und kleinen Insekten. Sie sieht zwar zum fürchten aus, ist aber ein wichtiger Helfer im Garten. Wanzen sind an einem Dreiecksmuster auf dem Rücken zu erkennen, das durch die besondere Flügelform zustande kommt. Die Larven sehen fast so aus wie die ausgewachsenen Tiere, die etwa vier Millimeter groß werden können. Sie stechen ihre Beutetiere mit der gut sichtbaren Stechborste an und saugen sie aus. Ihre Eier legt das Weibchen am Blattrand im Blattgewebe ab. Die erwachsenen Tiere überwintern unter Baumrinden versteckt und im Laub auf dem Boden. Wanzen bitte nicht mit der bloßen Hand anfassen! Sie können zustechen.
Ein interessantes Rezept gegen Schwarzen Bohnenläuse stammt von einem Biobauern: Die Bohnen vor dem Ausbringen eine Nacht in Kuhmilch legen und erst dann wie üblich aussäen. Die Bohnen sollen danach frei von Läusen sein.
Letztes Jahr trat bei mir der Kartoffelkäfer das erste Mal in größeren Populationen auf. Profi-Gärtner haben gut Erfahrungen mit Neem-Produkte gemacht, zum Beispiel 'Schädlingsfrei Neem' (Scotts Celaflor, Gartenfachhandel). Es kann im ersten und zweiten Larvenstadium eingesetzt werden. Die Larven müssen es durch Blattfraß aufnehmen. Nach wenigen Stunden hören die Junglarven auf zu fressen und können sich nicht mehr häuten. Nach einigen Tagen sterben sie ab. Deshalb kann die Wirkung erst nach sieben bis zehn Tagen beobachtet werden. Die Weibchen legen zudem nach einer Neembehandlung unfruchtbare Eier. Bei sehr starkem Zuflug kann eine zweite Behandlung nach rund zehn Tagen notwendig sein. Vorteile von Neem:
Im GR 6/2004 berichtete ich über meine Erdfloh-Plage. Sie durchlöcherten und schwächten die Kohlpflanzen so stark, daß sie teilweise verkümmerten. Im Heft "Winke" der Abtei Fulda stellt ein Hausgärtner ein interessantes Rezept vor. Er goß Kohljauche über die Pflanzen. Nach vier Tagen sei kein einziger Erdfloh mehr zu sehen gewesen. Das werde ich sicherlich dieses Jahr ausprobieren und darüber berichten.
Meine Erfahrungen mit Hornkiesel zur Lösung des Schneckenproblems können positiver nicht sein: Nach Erprobung fast aller (ungiftigen) Methoden und jahrelangem Ringen, in dem die schleimigen Widersacher letztendlich doch Sieger blieben, brachte biologisch-dynamischer Hornkiesel die "Wende". Auf Empfehlung von Maria Thun dreimal hintereinander auf den offenen Boden versprüht, bewirkte er einen so dramatischen Rückgang der Schneckenzahl, daß es erstmals wieder möglich war, empfindliche Setzlinge ohne Schutz großzuziehen - ein Gartenwunder! In meiner Freude sandte ich die Botschaft in alle Gartenwelt hinaus. Begeisterung steckt an: Über hundert Schneckengeplagte meldeten sich. Sie erhielten eine Probe Hornkiesel mit genauer Anleitung zur Anwendung. Zu-gleich bot diese Situation großartige Möglichkeiten, das neue Spezialeinsatzgebiet von Hornkiesel näher zu erforschen: Wirkt er zuverlässig gegen übergroße Schneckenvorkommen oder sind es einfach Zufallstreffer? Die Rahmenbedingungen waren günstig: Die hauptsächlich biologisch arbeitenden Gartenbesitzer waren über ganz Deutschland verteilt.
Dagmar Siebrecht
Hegekamp 22
59394 Nordkirchen
Tel/Fax 02596/52937
Buchtip:
Pflanzen, die Schnecken mögen oder meiden sowie Abwehrtipps gegen Schnecken
Verlag Susanne Sailer
Viehhausweg 20
72172 Sulz a.N.
Tel/Fax 07454/3784
ISBN 3-9809229-0 1
12,90 €
www.schneckeninfo.de
Aus über 9.000 Berichten von Profi- und Hobbygärtnern hat Susanne Sailer die 120 besten schneckenresistenten Blumen und Gemüse herausgefiltert. Sie werden ausführlich mit Fotos beschrieben. Außerdem kann der Gefährdungsgrad von 300 beliebten Gartenpflanzen anhand der Anzahl von Meldungen nachgeschlagen werden. Am Ende gibt es Wissenswertes über Schnecken und Abwehrmöglichkeiten: von natürlichen Feinden, biologischen und mechanischen Gegenmitteln bis hin zu chemischen Keulen. Sie werden zwar differenziert beschrieben. Trotzdem empfinde ich dieses Kapitel als unnötig. Eine richtige Bepflanzung (nach dem Buch) oder biologische Maßnahmen sollten im Hausgarten ausreichen. Dann muß kein Schneckenkorn oder ähnliches angewendet werden, was wiederum Nützlinge gefährden kann.
Iris Mühlberger
Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Offenburg wurde diesen Winter eine Vortragsreihe über die biologisch-dynamischen Präparate organisiert. Dr. Hartmut Spiess (Institut für biologisch-dynamische Forschung Bad Vilbel) stellte Versuchsergebnisse zur Wirkung der Präparate auf Ertrag und Qualität vor. Nach Rudolf Steiner haben die Präparate eine "harmonisierende, individualisierende und durchvernünftigende" Wirkung. Bezogen auf den Ertrag ist keine einheitliche Wirkrichtung nachweisbar. Bei Sommerweizen-Versuchen zeigte die Anwendung keinen Einfluss auf den Gesamtertrag. Jedoch erhöhte sich der Ernteindex, das heißt weniger Strohertrag, aber ein bis zu 21 Prozent höherer Kornertrag im Vergleich zur Kontrollvariante.
Dr. Spiess bezeichnete dies als "Durchvernünftigung": mehr vom Wichtigen/Wesentlichen. Die Ertragswirkungkann auch sortenabhängig sein: Möhrensorten mit genetisch bedingtem niedrigen Ertrags-potential wiesen die höchsten Ertragssteigerungen (bis zu 26%) durch die Anwendung der Spritzpräparate Hornmist und Hornkiesel auf. Dies wird als "harmonisierende" Wirkung bezeichnet. Ein weiteres Beispiel: Nach 6 Monaten Lagerung ohne Präparate gab es 30% Möhrenverluste, dreimal Hornmist angewendet noch 22%, sechsmal Hornmist und viermal Hornkiesel nur noch 15% Verlust. Bei Spinat wurde nach Stallmistdüngung ohne Präparate ein Vitamin-C-Gehalt von 200 mg/ kg Spinat gemessen. Nach Präparate-Anwendung erhöhte sich der Vitamin-C-Gehalt rund um das zehnfache auf 2200 mg/kg Blattmasse.
Fazit von Dr. Spiess: "Mittels naturwissenschaftlichen Methoden ist die Wirkung der Präparate sowohl auf den Ertrag als auch auf Qualitätsparameter nachweisbar".