

Jetzt ist die richtige Zeit biologisch-dynamischen Hornkiesel zu spritzen. Er fördert die Blatt-, Blüten- und Fruchtbildung der Pflanzen, macht sie widerstandsfähig gegen Pilzkrankheiten und beschleunigt ihr Ausreifen. Das Präparat wird erst ausgebracht, wenn die Früchte der Pflanzen erkennbar sind: Möhrenwurzel wird rötlich, Herzblätter vom Salat oder Kohl drehen sich, Erbsenschoten oder haselnußgroße Tomaten sind erkennbar. Hornkiesel wird am frühen Vormittag bei sonnigem Wetter ausgebracht, wenn die Blüten noch geschlossen oder von einer schützenden Tauhülle umgeben sind. Eine Messerspitze Hornkiesel in fünf Liter handwarmes Wasser geben (kein Metallgefäß), und eine Stunde lang von außen nach innen mit schnell wechselnder Drehrichtung rühren. Danach durch Mullwindel oder Ähnliches in die Handspritze füllen und ganz dünn über die Pflanzen sprühen. Fünf Liter reichen für 1.000 m2. Genaue Anleitung mit Bestelladresse in dem Buch:
Anleitung zur Anwendung der Biologisch-Dynamischen Präparate
Christian von Wistinghausen
Verlag Freies Geistesleben
ISBN 3-7725-1040-x
10,50 €
Anstatt gleich biologische Pflanzenschutzmittel anzuwenden, ist es besser, die Pflanzen zu stärken, damit sie erst gar nicht krank werden. Das kann durch den idealen Standort, pflanzengerechte Düngung oder Pflanzenstärkung erfolgen. Im Lehr- und Versuchsbetrieb Gemüsebau des DLR Rheinpfalz wurde das Pflanzenstärkungsmittel "Pilzfrei Fruton" oder "Frutogard" (Erwerbsanbau) der Firma Spieß-Urania in einem Versuch gegen falschen Mehltau an Salat geprüft. Der Befall nahm auf unter fünf Prozent (%) gegenüber der unbehandelten Kontrolle (24 %) ab. Das war sogar besser als nach der Behandlung mit einem synthetischen Fungizid. Insgesamt wurde das Braunalgenmittel fünfmal gespritzt. Es konnte auch eine sehr gute Wirkung bei Tafeltrauben erzielt werden. Laut Hersteller soll das Präparat gegen Echten und Falschen Mehltau, Kraut- und Braunfäule, Rote Wurzelfäule, Lederfäule und Schorf an Obst- und Gemüse wirksam sein. Die 250 ml Flasche kostet im Gartenfachhandel ca. 10,50 € .
Jetzt ist Knoblauch erntereif. Wird er nicht zum richtigen Zeitpunkt geerntet, werden die Knollen recht unansehnlich grau-schwarz und die Schale löst sich teilweise von den Zehen. Der ideale Zeitpunkt ist, wenn noch drei intakte Hüllblätter um die Zehen vorhanden sind.
Einen speziellen Tip zur Vermehrung von zweijährigen Blumen, die jetzt noch ausgesät werden können, gibt die Natur-land-Blumenschule Schongau: Das Anhäufeln von zweijährigen Pflanzen wie Stockrosen, Königskerzen, Marienglockenblumen oder Bartnelken fördert die Kindelbildung am Wurzelhals. Nur die neuen Kindel blühen im nächsten Jahr. Der jetzt blühende Teil stirbt ab. Weitere Profi-Tips gibt es im Newsletter der Blumenschule, der unter www.blumenschule.de kostenlos abonniert werden kann. Außerdem gibt sie einen sehr aufwendig und liebevoll gestalteten Katalog heraus: Der Pflanzen-Almanach - Band 2. Es sind 216 Seiten voll von Informationen rund um das Leben und die Kultur mit Pflanzen. Schwerpunkte sind die besonderen Pflanzen- und Balkonsortimente, Kräuter-Pakete, Salbei in allen Varianten und bunte Chillies. Außerdem: Ausgefallene Rezepte und Berichte aus der Blumenschule.
ISBN 3-89539-473-4, 12,90 € , bestellen bei:
Die Blumenschule
Augsburger Str. 62
86956 Schongau
Fon 08861/7373
Fax 08861/1272
oder im Buchhandel.
Wer keine mehligen Kartoffeln mag, sollte die Pflanzen nicht zu spät ernten. Je länger sie auf dem Beet stehen, desto mehr Stärke sammelt sich in den Blättern an und umso mehliger wird die Knolle. Ein einfacher Stärketest kann helfen: Eine Kartoffel ausgraben, aufschneiden und die Hälften aneinander reiben. Es bildet sich Schaum, der den Stärkegrad anzeigt. Je mehr Schaum, desto mehliger ist die Kartoffel. Werden die Knollen nach der Ernte etwa eine Woche warm und dunkel aufbewahrt, heilen auch kleinere Verletzungen aus. Danach sollten die Knollen bei rund fünf Grad in Winterruhe gehen. Werden sie um Null Grad oder darunter gelagert, wandeln sie als Frostschutz Stärke in Zucker um. Die Kartoffeln schmecken dann süß.
Auf abgeernteten Beeten kann eine Gründüngung zur Regenerierung des Bodens ausgesät werden. Bis Ende des Monats eignen sich noch: Buchweizen, Phacelia, Klee, Ackerbohnen, Sommerwicke und Erbse. Bis Mitte September: Inkarnatklee, Senf, Ölrettich, Landsberger Gemenge. Bis Anfang Oktober: Wickroggen (Zottelwicke und Grünroggen). Danach nur noch reiner Roggen.
Schon öfters wurde ich von Leser/innen gefragt, was sie gegen Maulwurfsgrillen machen können. Bei der Firma Neudorff gibt es jetzt die Nematoden Steinernema carpocapsae. Sie sollen gegen Maulwurfsgrillen, Wiesenschnaken und teilweise Erdraupen wirken. Die Fadenwürmer dringen in die Larven ein und töten sie ab. Die Nematoden seien völlig unbedenklich für Menschen, Warmblüter und Pflanzen. Der Packungsinhalt wird in Wasser aufgelöst und auf den Boden gegossen.
Bei einem Essen in einer hohenlohischen Gaststätte traf ich auf das Ehepaar Ruoff. Sie sind beide Rentner, achtzig und 85 Jahre alt und begeisterte Gärtner. Sie erzählten mir von ihrem pfiffigen Hochbeet, das sie sich zum bequemen Arbeiten gebaut haben.
Bei Fragen hilft die Autorin gerne weiter:
E. Ruoff
Kitteneshalde 66
73230 Kirchheim
Fon 07021/6063
Linden stellen die letzten großen Nektarquellen in der Vegetationsperiode dar. Während das Nahrungsangebot im Juni noch äußerst üppig ist und die Insektenvölker stark wachsen, wird Ende Juli die Nahrung knapp. "Obwohl die Sommerlinde sehr viel Zucker anbietet, kann sie alleine den Hunger der Insekten nicht mehr stillen", erklärt der NABU. Der Nahrungsmangel betrifft alle Blütenbesucher. Daß vor allem Hummeln vom Massensterben betroffen sind, liegt nach Meinung des NABU an deren Sammelstrategie: "Hummeln legen anders als Honigbienen kaum Vorräte an. Außerdem gewöhnen sie sich nur sehr langsam an neue Pflanzen. Die Tiere gehen bereits geschwächt auf Nahrungssuche. Kann die Hummel wegen der großen Konkurrenz an der Linde ihren Nektarbedarf nicht mehr stillen, fällt sie entkräftet vom Baum und verhungert."
Lange Zeit wurde der einfach strukturierte Zucker Mannose im Nektar der ausländischen Linden für das Massensterben verantwortlich gemacht. Mannose ist für Hummeln und Honigbienen äußerst giftig. Er sei im Lindennektar jedoch nicht enthalten. Das geforderte rigorose Abholzen von Silber- und Krimlinden würde den Hungertod der Insekten nur noch beschleunigen. Außerdem könnten langfristig die Hummelbestände sogar gefährdet sein, da diese zur Blütezeit der Silberlinde ihre neuen Königinnen heranziehen. Es überwintern nur die begatteten Jungköniginnen. "Blühende Wildpflanzen, die meist als Unkraut abgetan werden, könnten die Versorgungslücken stopfen", so der NABU. "Die Nahrungsknappheit wird durch das notorische Abmähen von Wiesen zusätzlich verstärkt." Statt nektararme Hybriden zu pflanzen, sollten nektarreiche, wilde Blütenpflanzen eine Chance haben. Auch spätblühende Stauden könnten das Massensterben eindämmen.