

Auch die Grüne Florfliege Chrysoperla carnea ist ein wichtiger Nützling. Sie kommt vor allem im Herbst abends gerne in Wohnungen. Mit ihren hellgrünen, filigranen Flügeln kennt sie fast jeder (Zeichnung oben). Sie wird wegen ihrer gold glänzenden Augen auch 'Goldauge' genannt. Die Larven vertilgen während ihrer bis dreiwöchigen Entwicklungszeit bis zu 700 Blattläuse. Aber auch Schmierläuse und Thripse verachten sie nicht. Die Florfliegenlarven haben besonders starke Zange. Sie werden wegen ihrer Gewohnheit, die Blattläuse zum Fressen nach oben zu reißen, auch Blattlauslöwen genannt. Die Florfliegen selbst ernähren sich von Pollen und Nektar und brauchen dazu blühende Pflanzen.
Wenn der Herbst warm und trocken ist, zeigt sich an Feldsalat gerne der Echte Mehltau. Er ist an einem weißen, abwischbaren Pilzbelag auf der Blattoberseite zu erkennen. Folgende Mittel zeigen bei Profi-Gärtnern eine besonders gute Wirkung: Steinhauers Mehltauschreck (SMS), Elot-Vis (GR 4/2003) und Bioblatt (Neudorff). Am preiswertesten ist SMS. Es besteht aus Backpulver und Rapsöl und ist zu beziehen bei:
Naturprodukteversand
Daimlerstr. 2
65321 Heidenrod
Fon/Fax 06124/720150
www.niem.de
Der Falsche Mehltau führt bei Feldsalat zum Einrollen der Blätter nach unten, sowie pilzlichem Sporenrasen auf der Unter-, aber auch Oberseite der Blätter. Dagegen wurden noch keine effektiven Mittel gefunden. Deshalb muss, wie bei den meisten Pilzerkrankungen, unbedingt eine längere Blattnässe verhindert werden. Bei Feldsalat bedeutet dies vor allem vorsichtiges Gießen, nur vormittags, und im Winter auch möglichst nur während Schönwetterperioden, dazu viel lüften. Feldsalat kommt spätestens ab dem 4-Blattstadium mit wenig Wasser aus und kann auch einen warmen Tag ohne Wasser gut überstehen.
Wenn sich in diesem Frühjahr die Blütenknospen vom Rhododendron nicht geöffnet haben und von schwarzen Stacheln überzogen waren, sollten die Knospen unbedingt bis ins gesunde Holz ausgeschnitten und entfernt werden, empfiehlt die Landwirtschaftskammer NRW. Die Knospen sind abgestorben und von innen durch den Pilz Pycnostysanus azaleae zerstört worden. Das schwarze, stachelige Aussehen ist auf die zwei Millimeter langen schwarzen Fruchtkörper zurückzuführen. Der Pilz gelangt im Herbst in die Knospen, wenn die Rhododendron-Zikade ihre Eier dort ablegt. Sie und ihre Larven saugen an der Unterseite von Rhododendronblättern und anderen Grünpflanzen, wie Kamelien, Ilex und Taxus. Die Eier überwintern auf den Blütenknospen. Im April schlüpfen die gelblichen Larven, die auf der Blattunterseite zu saugen beginnen. Im Mai und Juni entwickeln sich die etwa neun Millimeter langen, metallisch grünen mit rötlichen Streifen, beflügelten Vollinsekten. Die Saugschäden der Larven und erwachsenen Tiere beeinträchtigen das Pflanzenwachstum nicht. Eine Bekämpfung ist deshalb nicht sinnvoll. Erst wenn im September die Weibchen ihre Eier auf und in die Blütenknospen legen und somit den Pilzsporen der Knospenbräune Eintrittspforten schaffen, ist es ratsam, die Zikaden mit Gelbtafeln anzulocken und abzufangen. Dabei genügt pro Rhododendronpflanze eine Falle.
Das Hornkieselpräparat kann jetzt zur Reifezeit auch nachmittags gespritzt werden. Dies ist besonders bei Wurzelgemüse und Obstgehölzen zur besseren Ausreifung zu empfehlen. Wer sich näher über die Biologisch-Dynamischen Präparate informieren und sie kaufen will, kann dies bei folgendem Herbstkurs tun:
16. und 17. September im Brunnenhof
74653 Künzelsau-Mäusdorf
Anreise Freitag Abend
Themen unter anderem: praktische Herstellung von Hornmist-, Schafgarben-, Kamillen-, Löwenzahn- und Eichenrindenpräparat, Demonstration der Herstellung von Hornkiesel- und Löwenzahnpräparat, Präparatewirkungen und -anwendungen.
Kosten: 150,- EUR oder nach Vereinbarung.
Näheres bei
Dr. Christian von Wistinghausen
Fon 07940/2230
Fax 07940/4911
C.v.Wistinghausen@t-online.de
Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass Gemüse, das so lange wie möglich auf dem Beet bleibt, sich im Lager besser hält, als zu früh geerntetes. Das hängt auch damit zusammen, dass die Pflanzen ihren Stoffwechsel später verlangsamen, was sich günstig auf die Lagerung auswirkt. Kopfkohl verträgt zum Beispiel Frost bis -2 Grad, Sellerie auf dem Beet einige Frostgrade. Im Lager ist er jedoch frostempfindlich.
Feuchte Witterungsbedingungen begünstigten nach Angaben der Landwirtschaftskammer NRW die Ausbreitung der zwei wichtigsten Krankheitserreger an Walnussbäumen: das Bakterium Pseudomonas juglandis und der Pilz Marssonina juglandis. Sie rufen an Walnussbäumen sehr ähnliche Symptome hervor. Anfangs erscheinen auf den Blättern und Früchten kleinere braune Flecken, die sich allmählich ausbreiten und zusammenfließen. Später sind die Flecken meist eckig umgrenzt. Über die Fruchtschale können die Bakterien und der Pilz auch in die Nüsse eindringen und die gesamte Frucht zerstören. Die Fruchthüllen sind braun-schwarz verfärbt, der Kern wird weich, faul und verfärbt sich schwarz. Blätter und Früchte fallen früher. Um im nächsten Jahr einer Neuansteckung der jungen Blätter und Triebe vorzubeugen, ist es wichtig, die kranken Trieben abzuschneiden und Falllaub und kranke Früchte zu entsorgen. Wer neue Walnussbäume pflanzt, sollte sehr feuchte Standorte meiden.
Letztes Jahr entdeckte ich die schöne Herbststaude Rudbeckia triloba oder Schleier-Sonnenhut. Er wächst locker verzweigt, ca ein Meter hoch und hat sehr viele kleine tiefgelb-schwarze Blüten. Als Standort bevorzugt er frischfeuchte, halbschattige Gehölzrand- bis Wiesenbereiche. Mich fasziniert besonders die lange Blütezeit von Juli bis Oktober. In Büchern steht, daß R. triloba kurzlebig sei, sich aber gut aussät. Bei mir hat er den ersten kalten Winter unbeschadet überstanden. Bei der Suche nach einer Bezugsquelle entdeckte ich die neue Bioland-Staudengärtnerei:
Stauden Spatz
Kreilhof 7
82386 Oberhausen
Fon 08803/3262
Fax 08803/60013
www.staudenspatz.de
Die Temperaturen gehen jetzt nachts oft schnell herunter. Dies kann zu Kälteschäden an empfindlichen Kübelpflanzen führen. Grundsätzlich sollte das Einräumen möglichst lange hinausgezögert werden, um die Überwinterungsphase kurz zu halten. Viele Kübelpflanzen und manche Palmen vertragen Temperaturen an der Frostgrenze. Pflanzen wie Fuchsien, Engels- trompete oder Hibiskus können noch eine Weile an eine Hauswand gestellt werden, um die abstrahlende Wärme zu nutzen. Die Kübel können auch mit einer Noppenfolie oder Vlies geschützt werden. Manche Gärtnereien bieten einen Überwinterungsservice an. Schlimmer als Frost kann Regen sein, der zu Pilzkrankheiten führt. Die Pflanzen sollten deshalb immer wieder auf welke Blätter und Blüten kontrolliert werden. Draußen überwintern können ältere Feigenpflanzen, die Bitterorange Poncirus trifoliata (stachelige Zitrusart, bis -20 Grad, ungenießbar) und Yuccas. Für ausreichende Bodenfeuchtigkeit muß gesorgt werden.
Vor den ersten Frösten einräumen: Engelstrompete, Bougainvillea, Banane, Korallenstrauch, Hibiscus. Ab ca. -5 Grad: Schönmalve, Kassie, Citrus-Arten, Schönfaden, Akazia. Ab ca. -10 Grad: Mispel, Lorbeer, Olive, Granatapfel, Feige, Aukube.
In einigen Teilen Süddeutschlands hatte die Frostspannerraupe dieses Jahr schon Ende Mai die Obstbäume kahl gefressen. Speziell Apfel-, Kirsch- und Zwetschgenbäumen waren in Gegenden, die wegen der Trockenheit der letzten Jahre zu leiden hatten, betroffen. Die Obstbäume blühten wunderbar und trieben Blätter. Sie wurden dann aber fast über Nacht von Horden von kleinen grünen Raupen vertilgt. Auch Zier- und Wildsträucher wie Schneeball und Haselnuss waren betroffen. Erst Ende Juni trieben die Bäume und Sträucher wieder neu aus. Achtung! Die nächste Invasion lauert. Mehrere Jahre hintereinander schafft es ein Baum nicht, zwei Mal pro Jahr auszutreiben. Die etwas spätere Invasion in den Wäldern verursachten Prozessionsspinnerraupen. Sie wurden von Förstern mit Bacillus thurengiensis-Spritzungen behandelt.
Grüne Leimringe führt in der Schweiz:
Andermatt Biogarten AG
CH-6146 Grossdietwil
Fon 0041/(0)62/91750-00
Fax 0041/(0)62/91750-01
www.biogarten.ch
Die Bienenvölker hatten den Winter 2003/2004 gut und ohne große Verluste überstanden. Überraschend entwickelte sich jedoch bereits Anfang Mai 2004 eine derartige Schwarmstimmung dass das Jahr ohne Übertreibung ein wahres Schwarmjahr genannt werden kann. Natürlicherweise wollen sich zwanzig bis dreißig Prozent der Bienenvölker durch den Schwarm vermehren. Diesmal war es bei weit über der Hälfte der Völker der Fall. Die Ursachen für die Entstehung der Schwarmstimmung in einem Bienenvolk können vielfältiger Natur sein: Die bisherige Königin ist zu alt geworden oder das Volk ist zu stark. Der Raum im Bienenstock kann zu eng werden, so dass das Volk Entlastung durch den Abgang eines Schwarmes sucht. Doch nichts davon war im Mai 2004 gegeben, so dass der Imker von der starken Schwarmstimmung regelrecht überrascht wurde.
Gerät ein Volk in Schwarmstimmung, bauen die Bienen an den unteren Rand der Waben runde Zellen, die "Weiselzellen". Sie dienen speziell der Aufzucht der jungen Königinnen. Dann veranlassen sie ihre alte Königin, in diese Zellen Eier hineinzulegen. Königinnen und Arbeitsbienen können prinzipiell aus dem gleichen Ei entstehen. Entscheidend ist allein die Zellform und die Ernährung der heranwachsenden Larven. Arbeitsbienen wachsen in sechseckigen Zellen heran und werden mit einem Gemisch aus Pollen und Honig aufgezogen. Junge Königinnen hingegen werden in runden Zellen aufgezogen und mit einem Gemisch aus Pollen und Königinnenfuttersaft (Gelee Royale) ernährt.
Am neunten Tag nach der Eiablage wird die Weiselzelle mit einem Wachsdeckel verschlossen. Nun verlässt die alte Königin mit einem Teil der Bienen den Stock. Dieser "Vorschwarm" zieht aus und hängt sich als Traube in der Nähe des Bienenstandes an einen Ast. Von hier aus fliegen Spürbienen aus und suchen für den Schwarm eine neue Behausung. Etwa eine Woche nach dem Auszug des Vorschwarmes schlüpfen die jungen Königinnen aus ihren Zellen. Die zuerst geschlüpfte Königin gibt dabei ein Lautsignal, das "Tüten" von sich. Dieses veranlasst die Königinnen, die als nächste schlüpfen wollen, zunächst in ihren Zellen zu verbleiben. Sie antworten der Königin mit einem "Quaken". Diese Kommunikation der Königinnen untereinander hört sich sehr lustig an. Die zuerst geschlüpfte verlässt dann mit einigen tausend Bienen den Stock - der "Nachschwarm" zieht aus. Nun können die nächsten Königinnen schlüpfen und bilden ebenfalls Nachschwärme. Irgendwann ist der Schwarmprozess beendet. Das Restvolk bleibt mit einer jungen, unbegatteten Königin zurück.
In der konventionellen Imkerei ist der Schwarm ein Ärgernis, da das Einfangen Arbeit verursacht. Weiter führt das Abfliegen von Bienen mit dem Schwarm zu einer Schwächung der Ertragskraft und einer Minderung des Honigertrages. Daher wird üblicherweise der Schwarmtrieb unterdrückt und neue Bienenvölker und junge Königinnen manipulativ gezüchtet. Nur in der artgerechten Betriebsweise der Demeter Imkerei wird der Schwarmtrieb zur Vermehrung und Fortpflanzung kultiviert.
mit Peter Berg (Demeter-Gärtner in Binzen bei Weil am Rhein)
Telefonnummer für Zuschauerfragen: 0180/2291545