

Dieses Jahr machte ich Urlaub im Wendland bei Lüchow-Dannenberg, das erste Mal in einem zertifizierten Bio-Hotel. Ich war sehr überrascht, eine genauso touristisch unerschlossene Gegend kennen zu lernen wie Hohenlohe. Auch dort gibt es viele Demeter- und Bio-Höfe, leben in aufgegebenen Betrieben Künstler und frei schaffende Menschen. Die schönen alten Eichenwälder und Flusslandschaften sind durch die ehemalige DDR-Grenze (Biosphärenreservat Elbtalaue) teilweise noch sehr naturbelassen. Es gibt viele Störche, sogar Schwarzstörche, Kraniche, Fischotter und seltene Amphibien. In dem einzigen Bio-Hotel der Gegend wird hundertprozentig biologisch gekocht, mit vielen Produkten des nahe gele genen Demeterhofs Tangsehl. Die Familie Kenner lebt konsequent ökologisch. Das bringt sie auch bei Führungen und Vorträgen den Gästen näher. Kinder können bei regelmäßigen Naturerlebnistouren mitmachen.
Bio-Hotel Kenners Landlust
Dübbekold 1
29473 Göhrde
Fon/Fax 05855/979300
www.kenners-landlust.de oder www.biohotels.info
Rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit sollte der Gartenteich auf den Winter vorbereitet werden, empfiehlt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Das Hauptproblem ist jetzt die Zersetzung der organischen Masse im Teich. Sie verbraucht viel Sauerstoff. Er wird vor allem unter einer geschlossenen Eisdecke und bei mangelnder Wasserumwälzung knapp. Dadurch können Fische und Frösche sterben. Besonders schädlich wirken sich Faulgase aus, wie Schwefelwasserstoff und Methan, die aus der Zersetzung im Faulschlamm stammen. Deshalb sollten jetzt alle absterbenden Pflanzenteile, wie Seerosenblätter, Falllaub und sonstige Zersetzungsmassen sorgfältig entfernt werden. Damit der Teich nicht bis zum Grund durchfriert, sollte das Wasser im Winter weder durch zu späte Reinigungsarbeiten noch durch Teichpumpen umgewälzt werden. Wenn es zu Beginn des Winters kalt wird, entsteht eine natürliche Wasserschichtung mit verschiedenen Temperaturen. Am Teichgrund liegt dann ein vier Grad kaltes Wasserpaket in dem die Tiere überwintern können.
Ist es draußen kalt und ungemütlich, macht es wieder Spaß, Schönes und Nützliches zu basteln. Bauanleitungen von Nistkästen für Fledermaus, Hohltaube, Schleiereule, Steinkauz, Turmfalke, Waldkauz und Hornissen, bietet die Ortsgruppe des BUND Lemgo auf ihren Internetseiten www.bund-lemgo.de (Rubrik Vogel- und Artenschutz) als Download an. Dazu gibt es einen speziell entwickelten BUND-Nistkasten für Meisen und Spatzen.
Die meisten Pflanzen halten jetzt Winterruhe, außer einer, der Christ- oder Schneerose Helleborus. Bekannteste Art ist die in Gebüschen und Waldrändern der Alpen heimische Helleborus niger (Blütezeit November bis April). Wurzel und Blätter der Christrose sind giftig, Vergiftungsfälle jedoch sehr selten. Wie fast alle Giftpflanzen besitzt auch Helleborus Heilkräfte. Bestimmte Pflanzenteile wurden früher bei Gehirnentzündung benutzt. So gelangte sie bereits im Mittelalter über die Klostergärten in unsere Gärten. Aus den Wurzeln von H. niger wurde Schnupftabak und Niespulver hergestellt.
H. foetidus, der Stinkende Nieswurz, wird bis zu 50 cm hoch und blüht im März bis April mit grüngelben Blüten in trockenen Wäldern. Die Gartensorte 'Western Flisk' hat rotgrüne Sprossen und dunkel graugrüne Blätter. Bizarr wirkt der Korsische Nieswurz H. argutifolius. Er kann bis 100 cm hoch werden, fast ein kleiner Strauch. Die im März und April blühenden H. orientalis-Hybriden zeichnen sich durch eine Vielfalt an Farben von weiß über rosa bis dunkellila aus, die über Züchtungs- und Auslesearbeiten mit diversen Wildarten entstanden sind. Christrosen können am richtigen Standort mehr als 20 Jahre alt werden. Voraussetzung ist ein kalkhaltiger, gut durchlässiger, nährstoffreicher Boden und ein Standort am Gehölzrand im Halbschatten. Im späten Frühjahr wird nach der Blüte das alte Laub entfernt, damit die Pflanze ihre ganze Kraft in die jungen Triebe stecken kann.
Ausgefallene Helleborus-Sortimente führt:
Gärtnerei naturwuchs
Bardenhorst 15
33739 Bielefeld
Fon 0521/98817-78
Fax 0521/98817-79
www.naturwuchs.de
Seit einigen Jahren vermehrt sich in vielen trocken-warmen Regionen verstärkt der Eichenprozessionsspinner (EPS). Es ist ein unscheinbarer Kleinschmetterling, der nachts fliegt. Die Fraßschäden der Larven (Raupen) an den Bäumen sind zwar nicht gravierend. Dafür können die giftigen Härchen der älteren Raupen bei Hautkontakt oder beim Einatmen zu allergischen Reaktionen führen. Die Haare der abgestreiften Raupenhülle besitzen noch bis zu einem Jahr ihre allergene Wirkung. Bäume in Wäldern, Parkanlagen und anderen städtischen Bereichen werden befallen. Die Biologische Bundesanstalt (BBA) hat zum EPS ein Faltblatt herausgegeben, in dem vor allem gesundheitliche Gefahren und Gegenmaßnahmen beschrieben sind. Es wird gegen eine € 0,45 Briefmarke versandt oder Download im Internet.
BBA
Messeweg 11-12
38104 Braunschweig
www.bba.de
Von allen Beerensträuchern ist die Himbeere die Heimischste. Sie stammt ursprünglich aus Griechenland und ist seit 1600 in Kultur. Als Waldrandpflanze braucht die Königin der Früchte humosen, nicht zu schweren, eher leicht sauren Boden. Er kann vor der Neupflanzung durch eine tiefgründige Bodenbearbeitung, Reifkompost und Sand verbessert werden. Extrem schwere, verdichtete oder staunasse Böden sind ungeeignet. Bei feuchten Böden haben sich Kulturen auf Dämmen bewährt: 30-40 cm breit und 20cm hoch. Je sonniger die Pflanzen stehen, desto aromatischer werden die Früchte.
Gepflanzt werden grüne Topfpflanzen ab September oder wurzelnackte Ruten am besten im Frühjahr. Der Pflanzabstand sollte 50 cm, Reihenabstand ca. 200 cm, sein. Je luftiger die Pflanzen stehen, desto gesünder bleibt der Bestand. Ganz wichtig ist es, flach zu pflanzen. Das heißt, die nicht beschnittenen Wurzeln dürfen maximal 2cm mit Erde bedeckt werden. Ansonsten treiben die an den Wurzeln gebildeten Triebe nicht aus. Die Ruten werden auf ca. 40 cm eingekürzt, die Topfpflanzen, wenn sie krautig sind, bodeneben abgeschnitten. Sind sie schon verholzt, werden sie wie die Ruten geschnitten. Sommerhimbeeren brauchen ein Gerüst, damit die Ruten nicht auseinander fallen:
Himbeeren sollten, wenn überhaupt, nur ganz flach gehackt werden, um die knapp unter der Erde liegenden Wurzeln nicht zu verletzen. Die Pflanzen brauchen regelmäßige Wassergaben, besonders bei Blühbeginn, und freuen sich über Kompostgaben im Frühjahr, wenn der Boden etwas erwärmt ist. Himbeeren mögen Mulch.
Sehr gut eignet sich dazu kompostierter Kuh oder Pferdemist. Frischer Mist kann zu Verbrennungen an den Pflanzen führen. Volkmar Lust, Demeter Obstbauer, empfiehlt Hornkiesel nach der Blüte, bei grünen Beeren, beim Reifebeginn und im Herbst nach dem Laubfall zu sprühen. Hornmist wird vor der Pflanzung bevor der Boden bewegt wird und jedes Frühjahr nach dem Frost auf den Boden großtropfig gegeben.
Der jährliche Rückschnitt wird bei den sommertragenden Himbeeren direkt nach der Ernte durchgeführt. Alle Ruten, die getragen haben (mit braunem Holz), werden bodeneben abgeschnitten. Von den übrigenJungruten (grünes Holz) bleiben acht bis zehn kräftige pro laufendem Meter stehen. Früheres Auslichten, bereits im Mai, wirkt der Rutenkrankheit entgegen. Bei den Herbsthimbeeren werden in der Vegetationsruhe (Dezember bis Januar) alle Ruten bodeneben abgeschnitten, da sie am einjährigen Holz fruchten. Bei einem Befall der Pflanzen mit der Himbeerwurzelfäule (Phytophthora frag. rubi) müssen alle Ruten gerodet werden. Der neue Standort sollte davon weit entfernt sein. Die Krankheit äußert sich darin, dass die Blätter in der Wachstumszeit rasch gelb werden und absterben. Es sieht aus wie ein "Vertrocknen" der Pflanzen. Der Pilz hält sich jahrelang im Boden. Deshalb dürfen auf diesem Platz mindestens sechs Jahre lang keine Himbeeren mehr gepflanzt werden.
Andere Bio-Baumschulen führen auch einzelne Sorten.
Konventionelle Sorten führt:
www.haeberli-beeren.ch
Fon 0171/9973411
Himbeerklammern gibt es bei:
Gartenbedarf R. Ward
Günztalstr. 22
87733 Markt-Rettenbach
Fon 08392/1646
Fax 08392/1205
www.gartenbedarf-versand.de
Iris Mühlberger
In den Demeter-Richtlinien zur Bienenhaltung ist im Brutraum der Bau von Naturwaben zwingend vorgeschrieben. Es ist erstaunlich, dass für viele Bienenhalter das Imkern ohne Mittelwände jenseits ihres Vorstellungsvermögens liegt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es zwar schon in einigen Imkereien bewegliche Rähmchen (Huber, Dzierzon). Die Waben bauten die Bienen allerdings noch komplett selbst. Erst 1857 erfand Johannes Mehring die Mittelwand. Schnell erkannten die Imker Vorteile dieser Erfindung. Die Erträge wurden durch die schnellere Entstehung der Waben gesteigert. Dazu wurde die Drohnenbrut durch die Einprägung von Arbeiterinnenzellen unterdrückt. Drohnen galten damals schon als unnütze Fresser. Bis zum Ende des 18.Jahrhunderts war die Kirche der größte Abnehmer von Bienenwachs. Danach sank die Nachfrage, weil zunehmend pflanzliche Öle und Fette zur Herstellung von Kerzen verwendet wurden. Durch die Produktion von Mittelwänden konnten die Imker ihr Wachs nun vorwiegend selbst verwerten.Innerhalb kurzer Zeit wurde bis auf Relikte der Heideimkerei der Naturwabenbau vollkommen verdrängt. Die Konfrontation mit der Varroamilbe setzte dann ein Umdenken in Gang. Es kristallisierte sich die Erkenntnis heraus, dass mit der Mittelwand etwas Künstliches in die Bienenvölker hineingebracht wird. Bienen kennen weder Mittelwand noch Wabenrecycling.
Natürlicherweise bauen Bienen ihre Waben aus frisch ausgeschwitztem "Jungfernwachs", das sie aus ihren Wachsdrüsen absondern. Dies ist ein höchst sozialer Prozess im Bienenvolk, mit der Bautraube als Zentrum des Baugeschehens. Mittelwände hingegen werden aus dem Wachs von "alten", eingeschmolzenen Waben hergestellt. Die Bienen bauen dann die Waben vorwiegend durch den Umbau dieses recycelten Wachses. Durch die vorgegebene Zellprägung sind die Bienen gezwungen, Arbeiterinnenzellen zu bauen. Beim Bau der Waben aus Mittelwänden können die Bienen keine richtige Bautraube bilden.
Natürlicherweise gestalten die Bienen aus sich selbst heraus den Wabenkörper. Er hat große Bedeutung für alle Lebensprozesse im Bienenvolk. So ist der Wabenbau wichtig für die Wärmeregulation im Bienenvolk. Er dient wesentlich der Kommunikation und ist die Voraussetzung für das mehrjährige Überleben der Völker, da in ihm unter anderem die Vorräte für den Winter gespeichert werden. Durch die Art und Weise ihres Wabenbaues unterscheidet sich die Honigbiene von den anderen sozialen Insekten wie Hummel, Wespen oder Hornissen. Letztere sammeln vermoderndes Holz als Rohstoff, setzen diesem körpereigene Stoffe zu und bauen daraus ihre papierartigen Waben sowie die Nesthülle. Das Bienenwachs ist ein ureigenes Stoffwechselprodukt der Honigbienen. Sie fressen Nektar und Pollen und verwandeln sie in ihrem Körper zu Bienenwachs. So schafft die Biene aus sich selbst heraus eine vollkommen neue Substanz. Kann es ohne Folgen für das Bienenvolk bleiben, wenn hier etwas Künstliches, wie die Mittelwand, in den Organismus hineingebracht wird und sich notwendige Lebensprozesse nicht mehr in ihrer natürlichen Form entwickeln können?
In der artgerechten Bienenhaltung ist das natürliche Leben des Bienenvolkes Vorbild und Maßstab des imkerlichen Handelns. Die Betriebsweise soll so gestaltet sein, dass die Bienen, soweit wie möglich, gemäß ihrer natürlichen Instinkte und Lebensweisen leben können. Alle Eingriffe, die den natürlichen Lebensäußerungen zuwiderlaufen, verursachen Stress und schwächen letztlich jeden lebendigen Organismus. Daher ist der Einsatz von Mittelwänden als "nicht artgerecht" zu beurteilen. Die Entdeckung, dass sich im Wachs sowohl Umweltbelastungen, als auch Rückstände aus der Varrobekämpfung anreichern können, trug als weiterer Fakt dazu bei, den Naturwabenbau in den Demeter-Richtlinien zu etablieren.
Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Allgemeinen Deutschen Imkerzeitung ADIZ. Kostenlose Probehefte der Imkerzeitungen "ADIZ, die biene" und "Imkerfreund" bei:
Deutscher Landwirtschaftsverlag
S. Jancso
Lothstr. 29
80797 München
Fon 089/12705-380
Fax 089/12705-548
susanne.jancso@dlv.de
www.dlv.de/imker
Teil 2 bis 4 des Artikels erscheinen in den nächsten Ausgaben des Gartenrundbriefs.
Bestellliste:
www.bluehende-landschaft.de oder
Fon 07428/9354-60
Fax 07428/9354-50
mit Peter Berg (Demeter-Gärtner in Binzen bei Weil am Rhein)
Telefonnummer für Zuschauerfragen: 0180/2291545