Arbeitskalender Januar / Februar
von Iris Mühlberger
- Aussaat von Frühsalaten
- Neue Bio-Kürbissorte 'Zappho'
- Frosthärte von Grünkohl und Rosenkohl
- Sinnvolle Winterfütterung
- Ältere im Garten - Gartenunfälle verhindern
- Kräuselkrankheit beim Pfirsich
- Neue Buchsbaumkrankheit
- Neuer Raupenleim zum Streichen
- Der Kleiber
Januar
Mitte des Monats beginne ich mit der Aussaat von
Frühsalaten auf der Fensterbank. Letztes Jahr begeisterte mich besonders der Treibsalat 'Larissa'. Er wächst im Frühbeet sehr schnell, ist gesund, mehltautolerant und bildet gut geschlossene Köpfe. Er schmeckt sehr gut und hat besonders zarte Blätter. Schon seit Jahren säe ich die Treibeissorte 'Kellys' aus. Der Eissalat wächst bei jedem Wetter zu mittelgroßen, festen Köpfen heran. Geschickt ist, dass 'Kellys' rund zwei Wochen später reift (Anfang Mai) als 'Larissa' (Mitte April) und damit die Lücke zur Freilandsorte 'Maikönig' (Mitte Mai) schließt. Alle Sorten führt in Demeterqualität die Bingenheimer Saatgut AG. Sie hat außerdem die Aktion "Grüne Geschenke, die Freude machen" mit folgenden Angeboten gestartet: Pikierstab aus Eichenholz, Geschenkbox mit Demetersaatgut, Postkartenset mit hervorragenden Gemüse-Makroaufnahmen und Gutscheine für Samenpäckchen.

Kürbis 'Zappho'
Eine Neuheit ist der
Kürbis 'Zappho'. Er wird wie eine Zucchini angebaut, rankt nicht und soll besonders nussig und süß schmecken. Die Früchte sind dunkelgrün, breitrund mit gelbem Fruchtfleisch und werden mit der Schale gegessen.
Bingenheimer Saatgut AG
Kronstr. 24
61209 Echzell
Fon 06035/1899-0
Fax 06035/1899-40
www.oekoseeds.de oder
im Naturkostgeschäft
Eine aktuelle Liste mit Adressen von Biosaatgutanbietern gibt es in der Rubrik Biosaatgut-Anbieter. Neu entdeckt habe ich den Hof Jeebel, der alte Kartoffelsorten, großteils biologisch, Schneckenzäune und anderes Nützliches für den Biogarten im Programm hat.
Biolandhof Jeebel
Jeebel 17
29416 Riebau
Fon 039037/781
Fax 039037/955115
www.biogartenversand.de
Grünkohl und Rosenkohl vertragen Frost. Doch ihre Pflanzengewebe halten einem häufigen Wechsel zwischen Plus- und Minusgraden auf Dauer nicht stand. Beispielsweise wurden im Winter bei einem Wirsingkopf auf der Sonnenseite acht Grad, auf der Schattenseite minus fünf Grad gemessen. Bei sonnigem Winterwetter sollten deshalb die Pflanzen auf den Beeten mit einem Vlies oder ähnlichem geschützt werden. Ist das Wetter sehr wechselhaft, sollte alles abgeerntet werden. In schneesicheren Gebieten isoliert die Schneedecke ausreichend. Auch Spinat und Feldsalat leiden unter solchen Wechseltemperaturen. Wenn tags die Bodenoberfläche auftaut, der Untergrund aber gefroren bleibt, reißen die Wurzeln leicht ab. Dagegen hilft eine Reisigabdeckung oder, das Frühbeet mit Schilfmatten zu schattieren.
Newsletter Kraut und Rüben
www.krautundrueben.de
Das Thema Winterfütterung ist sehr umstritten. Ich meine, dass eine richtige Winterfütterung bei Dauerfrost oder hohem Schnee sinnvoll ist. Sie hilft nicht nur häufigen Vögeln, besser über den Winter zu kommen. Bei starker Kälte besuchen mein Futterhaus sogar Grauspecht, Kernbeißer, Erlenzeisig, Buntspecht und Bergfink. Der Naturschutzbund (NABU) rät, ein vernünftiges Futterhaus zu kaufen oder selber zu bauen. So genannte Futtersilos seien die beste Lösung. Hier bliebe das Futter trocken und käme nicht mit Vogelkot in Berührung. "Die Vögel können sonst an Salmonellen und anderen Infektionen erkranken", warnt der NABU. Als Futter seien handelsübliche Körnermischungen gut geeignet. Aufgespießte Äpfel, Haferflocken und Weizenkleie seien besonders für Weichfutterfresser wie Amsel, Zaunkönig und Rotkehlchen das Richtige. Verschiedene Futtersilos und nach wissenschaftlichen Versuchen zusammengestellte Futtermischungen, zum Beispiel mit den nahrhaften schwarzen Sonnenblumenkernen, führt in günstigen Großpackungen
Schwegler
Vogel- und Naturschutzprodukte GmbH
Heinkelstr. 35
73614 Schorndorf
Fon 07181/97745-0
Fax 07181/97745-49
www.schwegler-natur.de

Ältere gärtnern
© DSH
Pro Jahr passieren in der Bundesrepublik rund 220.000
Unfälle bei der Gartenarbeit. Besonders häufig trifft es dabei ältere Erwachsene: Rund 44 Prozent der verunglückten Hobbygärtner sind älter als 55 Jahre. Die meisten Unfälle passieren, weil sich die Senioren überfordern, ihre Kräfte nicht richtig einteilen oder aus Konzentrationsmangel. Die Aktion "Das sichere Haus" (DSH) empfiehlt älteren Menschen folgende Erleichterungen bei der Gartenarbeit:
- Hochbeete (siehe GR 4/2005): Pflanzflächen in der "ersten Etage" erleichtern Säen, Pflanzen, Unkrautjäten und Ernten.
- Teiche: Sie beleben nicht nur den Garten, sondern sind auch pflegeleichter als Blumen- oder Gemüsebeete.
- Ebenerdige Rasenkantensteine: Sie werden zwischen Rasen und Beet gelegt und machen das mühselige Schneiden der Rasenkante überflüssig.
- Beete oder Wege und Rasenfläche auf gleicher Höhe abschließen: So fällt das Rasenmähen leichter.
- Bodendeckende Pflanzen wie Efeu oder Immergrün: Sie verdrängen Unkräuter, Unkrautjäten ade.
Eine kostenlose Broschüre "Den Garten genießen - sicher gärtnern" gibt es bei:
Aktion DSH
Stichwort "Garten"
Holsteinischer Kamp 62
22081 Hamburg
www.das-sichere-haus.de (Broschüre zum Herunterladen)
Februar
Für die Behandlung der
Kräuselkrankheit beim Pfirsich wird von der Gartenakademie Rheinpfalz das Pflanzenstärkungsmittel "Neudo-Vital Obst-Pilzschutz" (Neudorff) empfohlen. In eigenen Versuchen in Neustadt konnte eine deutliche Befalls-Reduktion von 75 Prozent festgestellt werden. Empfehlung: Immer wenn die Temperatur auf zehn Grad steigt, ist Infektionsgefahr. Dann kann das Präparat nach den Angaben des Herstellers (ein bis zwei Behandlungen mit einer dreiprozentigen Lösung) eingesetzt werden. Die Behandlungen bis zum Austrieb konsequent weiter führen.

Kranker Buchsbaum
Eine neue Krankheit beobachtet die Landwirtschaftskammer NRW bei
Buchsbäumen. Es sterben Triebe oder sogar die ganze Pflanze ab. Die Ursache sei ein Pilzbefall durch den Erreger Cylindrocladium buxicola. Die Sporen werden durch den Wind verbreitet. Vor allem nach einem Rückschnitt gibt es viele Eintrittspforten. Die Folge sind braune Blattflecken und Strichelungen an den Trieben bis zum Absterben ganzer Äste und Pflanzen. Der Erreger Cylindrocladium buxicola wurde vor einigen Jahren erstmals in Deutschland gefunden. Derart massive Schäden wie im letzten Herbst wurden jedoch bisher nicht beobachtet. Die ersten braunen Blätter sind schwer zu erkennen. Wenn sie abfallen und die Triebe absterben, ist die Krankheit bereits weit fortgeschritten. Dann hilft nur noch ein kräftiger Rückschnitt der befallenen Partien, die dann sorgfältig mit herabgefallenem Laub entsorgt werden müssen. Die oberste Erdschicht sollte entfernt werden, da der Pilz mehrere Jahre im Boden überdauern kann. Besonders anfällig ist die Sorte Buxus sempervirens Suffruticosa. Die Infektion ist an Blattnässe gebunden. Deshalb sollten Buchsbäume vor zu viel Feuchtigkeit geschützt werden.
Als Ergänzung zum Artikel über Frostspanner im GR 5/2005 fand ich das neue Produkt "Brunonia Raupenleim grün" von der Firma Schacht. Der Leim besteht aus Naturstoffen und vegetabilen Ölen. Nach Auskunft der Firma ist er gerade in der Zulassung für den Ökolandbau. Der Raupenleim wird in einem rund 10 cm breiten Ring 2 mm stark um den Stamm herum gestrichen. Bei zu dicker Leimschicht bestehe bei höheren Temperaturen die Gefahr des Ablaufens. Seitentriebe und Pfosten müssen ebenfalls behandelt werden. Der Raupenleim ist ein Kriechleim. Es werden nur Insekten gefangen, die in den Leim hineinkriechen, wie Frostspanner, Ameisen, Blattläuse, Haselnussknospenbohrer oder Borkenkäfer. Nützlinge auf Landeplatzsuche kommen wieder frei. Der Leim ist nicht wasserlöslich und damit regensicher. Beim Auftragen im Oktober soll die Klebrigkeit bis ins nächste Frühjahr anhalten. Erst im Laufe des Sommers trockne der Leim langsam aus und sollte dann aufgefrischt werden.
Firma Schacht
Bültenweg 48
38106 Braunschweig
Fon 0531/23803-0
Fax 0531/23803-30
www.schacht.de
Der Vogel des Jahres 2006 ist ein gern gesehener Gartenbewohner, der Kleiber. Der NABU bietet im Internet unter www.nabu.de (Aktionen) Wissenswertes und Schönes rund um den Singvogel. Zwar ist er nicht direkt bedroht. Sein Lebensraum geht jedoch durch das Fällen alter Bäume in Wäldern, Parks und Gärten zurück. Der NABU hat auch eine Informationsmappe mit Wissenswertem zum Lebensraum des Kleibers und dessen Schutz zusammengestellt. Der Inhalt: Broschüre über den Vogel des Jahres, Bauanleitung für einen KleiberNistkasten, Bastelbogen, Aufkleber und Poster. Die Mappe gibt es gegen 6,44 E in Briefmarken beim
NABU Hamburg
Osterstr. 58
20259 Hamburg-Eimsbüttel
Fon 040/697089-0
Fax 040/697089-19
www.nabu-hamburg.de
BeeGood - Hilfe für die Bienen

Imker mit Kindern
Der Verein Mellifera e.V. hat die Internetaktion BeeGood gestartet. Ziel ist es, das Interesse möglichst vieler Menschen für Bienen zu wecken. Im Internet gibt es unter
www.BeeGood.de spannende und informative Themen rund um die Honigbiene: Wie unterhalten sich die Bienen? Woran erkenne ich guten Honig? Wozu brauchen wir die Bienen? Es können Patenschaften abgeschlossen, Imkereien besucht und die Biene in die Schule gebracht werden.
Patenschaft für eine bienengerechte Haltung
Mit BeeGood können Demeter-Bienen adoptiert und Patenschaften verschenkt werden. Für 29,50 E im Jahr wird ein großer Beitrag für Natur und Forschung geleistet. Die Imker von Mellifera e.V. sorgen dann für die Adoptiv-Bienen. Der Pate erhält als Dank einen schönen A4-Kunstdruck mit persönlich ausgestellter Urkunde. Dazu bekommt jeder Pate einmal im Jahr ein Glas Honig "seiner" Bienen in Demeter Qualität, zweimal im Jahr die Zeitung "Biene Mensch Natur" und per Email spezielle Paten-Nachrichten über die "eigenen" Bienen. Bei verschenkten Patenschaften werden persönliche Grüße an den Beschenkten auf das Honigglas gedruckt.
Bienen in der Schule
BeeGood hilft dabei, dass sich Schulklassen mit den Bienen befassen. Zu dem Kinderbuch "Das Bienenbuch" von Jakob Streit wird Hintergrundinformation und Bildmaterial für Lehrer bereitgestellt. Das Material kann kostenlos im Internet herunter geladen werden. Informationen für Mittel- und Oberstufe werden im Laufe der Zeit ergänzt. Zusätzlich kann die "Bienen-Büchse", eine sechseckige Spendenbüchse, angefordert werden. Sie hat einen kleinen Einwurf durch den nur Cent Münzen passen. Es geht darum, die Kinder konkret tätig werden zu lassen: "Wie die fleißigen Bienen, so sammeln auch wir miteinander. Die Büchse wird voll und schwer. Wir schaffen gemeinsam etwas Neues, wir helfen."
Weitere Informationen
Mellifera e.V.
Fischermühle
72348 Rosenfeld
Fon 07428/9354-60
Fax 07428/9354-50
www.BeeGood.de
Prominente unterstützen BeeGood
- Hubert Weinzierl
Präsident des Deutschen Naturschutzrings und Vorsitzender der Bundesstiftung Umwelt
- Beate Seitz Weinzierl
Dipl. Theologin, Journalistin,und Autorin vieler Bücher
- Heike Ulrich
Bekannt als "Tanja Maldini" in der ARD Serie Marienhof
- Vincent Klink
Koch in der TV-Sendung Kochkunst und Imker
- Wolf Rüdiger Marunde
Cartoonist
- Jakob Streit
Pädagoge und Buchautor