Arbeitskalender Mai / Juni
von Iris Mühlberger
- Kaltes Frühjahr
- Butterkohlsaatgut
- Eisheilige und empfindliche Pflanzen
- Buchsbaumschere
- Blattläuse nicht sofort bekämpfen
- Asiatischer Marienkäfer
- Feines Insektenschutznetz gegen Minierfliegen
- Opas Gartentipps im Internet
- Alte Obstsorten aus Omas Garten
- Beifußblättriges Traubenkraut
Mai

Rose
Unser lang ersehnter Wunsch wird wahr! Ab sofort gibt es den Gartenrundbrief vierfarbig im
Online-Abo. Die gedruckte Version bleibt jedoch weiterhin grün/orange. Auf den vollkommen überarbeiteten Internetseiten können Sie
Ihr Abo einfach umstellen.
Dieses Jahr wurde meine Gärtnergeduld wieder mal ganz schön auf die Probe gestellt. Es ist jetzt Ende März und ich habe bisher weder Puffbohnen noch Spinat säen können, da der Boden ab 5 cm Tiefe immer noch gefroren ist. Meine frühen Salate und Kohlrabi habe ich bei -4 Grad Nachttemperatur ins Frühbeet gepflanzt und mit zwei Vlieslagen abgedeckt. Ich dachte immer, dass es letztes Jahr lange kalt war. Aber dieses Frühjahr hat alle Rekorde geschlagen. Rekorde gab es auch bei den Reaktionen auf meine Suche nach Butterkohlsaatgut. Ich bekam Samenpäckchen zugeschickt, Bezugsquellen genannt und nützliche Hinweise zur Vermehrung. Vielen Dank dafür. Jetzt kann ich die nächsten Jahre den zarten Kohl wieder anbauen und genießen. Die einzige Bezugsadresse, die es danach noch gibt ist
Arche Noah Österreich
Obere Str. 40
A-3553 Schloß Schiltern
Österreich
Fon 0043/(0)2734-8626
Fax 8627
hannelore.schoergmaier@arche-noah.at
www.arche-noah.at
Wie jedes Jahr, weise ich auch dieses wieder darauf hin, die Südländer nicht zu früh in die Beete zu pflanzen. Verlassen Sie sich nicht unbedingt auf die Eisheiligen. In den letzten Jahren kamen danach immer noch einmal kalte Nächte mit Frost in höheren Lagen. Sellerie, Paprika, Auberginen und Melonen sollten sowieso erste Ende des Monats ins Freiland, da sie kälteempfindlicher als Tomaten oder Kürbisse sind. Auch Balkonkästen werden jetzt mit Sommerblumen bepflanzt und die Topferde gut gedüngt. Letztes Jahr habe ich beste Erfahrungen mit den organischen DüngeDrops für Blühpflanzen von Neudorff gemacht. Sie wirken mehrere Monate. Ich habe sie zusammen mit etwas Hornspäne in die frische Topferde gesteckt. Meine Blumen blühten üppig bis in den Herbst hinein.

Buchsbaumschere
Wer Buchsbäume im Garten hat, sollte sie jetzt in Form schneiden. Die Firma WOLF-Garten hat dazu eine spezielle
Buchsbaumschere entwickelt. Ich habe sie getestet und bin begeistert. Damit lassen sich nicht nur Buchsbäume einfach in phantasievolle Formen bringen. Auch Stauden- und Kräuterstängel, die nicht zu stark sind, können damit schnell buschweise abgeschnitten werden. Die Klingen der Schere "HS-B" sind für einen exakten Schnitt doppelt geschliffen und geschwungen. Das Schnittgut kann dadurch nicht so leicht heraus rutschen. Die Schere ist mittelgroß, leicht, hat weiche Gummipuffer und zusätzlich einen Astabschneider. Das Lager wird einfach mit einem Imbusschlüssel nachgestellt. Erhältlich im Gartenfachhandel.
Jetzt saugen sie wieder, die ungeliebten Blattläuse, an Salaten, Rosen, Clematis und Obstbäumen. In vielen Fällen, besonders bei Zierpflanzen, ist eine Bekämpfung nicht zwingend erforderlich. Oft ist es nur ein optisches Problem, wenn die Blätter verkräuselt sind und sich auf dem ausgeschiedenen Honigtau Rußtaupilze ansiedeln. Erfahrungsgemäß brechen die Blattlauspopulationen nach ihrer Massenvermehrung zusammen. Später regulieren Nützlinge wie Florfliegen oder Marienkäferlarven das Problem ganz biologisch. Gekräuselte Blätter durch Blattläuse bringen Bäume nicht um. Biologische Mittel wirken oft nicht, da sie zu spät oder zu selten angewendet werden. Haben Sie einfach Geduld und lassen Sie die Natur gewähren.
Newsletter Gartenakademie Rheinland-Pfalz
www.gartenakademie.rlp.de

Asiatischer Marienkäfer
Sind die Blattlausjäger bei der Arbeit, droht ihnen eventuell bald eine Gefahr aus dem Ausland. Der
Asiatische Marienkäfer Harmonia axyridesH hat letztes Jahr bereits Nordrhein-Westfalen (NRW) erreicht. Wie die Landwirtschaftskammer NRW mitteilt, treten die ursprünglich wahrscheinlich in China beheimateten Insekten immer häufiger in Gärten und Grünanlagen auf. Die Tiere wurden von niederländischen und belgischen Firmen als Nützlinge gegen Blattläuse verkauft. Der Asiatische Marienkäfer ist etwa so groß wie sein heimischer Kollege, hat aber insgesamt 19 schwarze Punkte auf den Flügeldecken. Als Blattlausvertilger ist er besonders effektiv. Auf dem Speiseplan stehen aber auch blattlausfressende Gallmückenlarven, heimische Marienkäferlarven, andere Insekten, Pollen und zuckerhaltige Pflanzensäfte. Feinde hat er ebenso wenig wie andere Marienkäfer, da er ziemlich ungenießbar ist. Der Neubürger verursacht keine Schäden an Pflanzen, dringt aber teilweise in Häuser ein. Auch deutsche Gärtner können den Asiaten kaufen. Allerdings muss bei der zuständigen Landesbehörde vorher ein Antrag gestellt werden. Dies gilt auch, wenn die Käfer in Gewächshäusern freigesetzt werden sollen. Hobbyanbauer sollten besser auf andere Nützlinge zurückgreifen. In den USA, wo die Käfer bereits seit 1908 freigesetzt werden, führen Massenvermehrungen zu Problemen.
Ohne den Einsatz von Insektenschutznetzen ist ein erfolgreicher Gemüseanbau bei einigen Kulturen leider kaum mehr möglich. Bisher haben sich Netze mit einer Maschenweite von 1,35mm x 1,35 mm zur Abwehr der wichtigsten Gemüseschädlinge bestens bewährt. Die immer häufiger auftretenden Erdflöhe, Lauch- und Zwiebelminierfliegen sind sehr klein und können leicht hindurchschlüpfen. Jetzt gibt für den Hobbyanbau ein feines Netz mit einer Maschenweite von 0,8mm x 0,8 mm. Da es noch nicht lange getestet ist, weiss man jedoch noch wenig über seine Haltbarkeit. Peter Detzel vom "Betreuungsdienst Nützlingseinsatz Baden e.V." hat bei Tests festgestellt, dass Zwiebel- und Lauchminierfliege mit dem feinen Netz sehr sicher ferngehalten werden können. Die Temperaturerhöhung darunter betrage nur maximal zwei Grad. Im vergangenen Sommer unternahm die Bamberger Forschungsanstalt einen breit angelegten Erdfloh-Versuch bei Kohl. Dabei schnitten die engmaschigen Netze am besten ab. Dies funktioniert aber nur, wenn sie sofort nach der Pflanzung oder Aussaat aufgelegt und am Rand gut abgedichtet werden. Auch ein Frucht-
wechsel ist wichtig, denn die Käfer überwintern im Boden. Das feine Netz führt
Versandhandel Wolfgang Nixdorf
Aschhausenstr. 77
97922 Lauda
Fon 09343/3465
www.garten-wn.de
Juni

Iris
Die mit viel Gartenliebe gestalteten Internetseiten von Fabio Angeli habe ich bereits hier vorgestellt (
www.fabio-angeli.de). Jetzt gibt es von ihm
Opas-Gartentipps im Internet: "Ich möchte hier gerne gärtnerische Tipps, Rezepte und anderes von Generation zu Generation weitergeben. Dazu suche ich Omas/Opas und ältere Menschen, die einen Garten haben/hatten, in der Landwirtschaft tätig sind/waren oder Menschen, die von ihren Omas/Opas Tipps bekommen haben." Beiträge und Fotos können per e-Mail, Fax oder Post zugeschickt werden. Aktuell gibt es Rezepte für Holunderblütengelee, Orangentarte, Krautskräpfle und Löwenzahnhonig.
Fabio Angeli
Kieskaulerweg 22
51109 Köln
Fax 0221/6920667
www.opas-gartentipps.de
Alte Obstsorten aus Omas Garten zu bestimmen ist nicht einfach, gibt es doch in Deutschland mehr als 2.000 alte Apfel- und Birnensorten. Meistens kennt man noch den Namen. Es fehlen aber genauere Informationen, ob zum Beispiel der Apfel für Apfelkuchen, Apfelsaft oder zum Dörren besonders geeignet ist. Auch Entstehungsgeschichte, idealer Erntezeitpunkt, Haltbarkeit oder Schnitt sind unbekannt. Antworten darauf gibt der BUND-Lemgo im Internet. Unter www.bund-lemgo.de/obstsortenlisten.html können mehr als dreißig Sortenverzeichnissen alter Bestimmungs-werke heruntergeladen werden.

Traubenampfer
Das stark allergene
Beifußblättrige Traubenkraut stammt aus Nordamerika und hat sich bereits in Frankreich, Italien und Ungarn massiv ausgebreitet. Seine Pollen können allergische Reaktionen der Augen und Atemwege auslösen und zu Asthma führen. Die einjährige Ambrosia wächst vorzugsweise an Straßenrändern, in Neubaugebieten, auf Schutthalden und in Gärten vor allem an Vogelfutter-Plätzen. Es kann mit Ambrosia-Samen verunreinigt sein. "Wer die Pflanzen in seinem Garten findet, sollte sie bekämpfen", rät Dr. Gritta Schrader von der Biologischen Bundesanstalt BBA. "Am besten reißt man sie vor der Blüte aus – immer mit Handschuhen – da sonst Hautirritationen ausgelöst werden können. Während der Blütezeit ab August sollte man sich mit einer Staubmaske vor den Pollen schützen, denn der wiederholte Kontakt kann Allergien hervorrufen." Der Korbblütler wird zwischen 30 und 150 cm hoch. Im Unterschied zum ‘Gemeinen Beifuß’ sind seine Stängel leicht behaart, die Blütenstände gedrungener und Wuchsform kugelig. Die Pflanze blüht mit fingerförmigen, grüngelblichen Blütenständen, die sehr kleine, unscheinbare gelbe Blütenköpfchen tragen und bis zu einer Milliarde (!) Pollen pro Pflanze produzieren.
Imkern mit Naturwabenbau - Teil 3
von G. Friedmann, Demeter Imker

Oft beginnen Bienen an mehreren Stellen gleichzeitig zu bauen
In einer Imkerei, die eine Wabenerneuerung oder Volksverjüngung über den Naturwabenbau bevorzugt, muss das Augenmerk auf dem Schwarmprozess liegen. Naturschwärme oder vorweg genommene Schwärme errichten in ihrer Aufbauphase schöne Arbeiterinnenwaben. Aber auch die aus den Restvölkern gebildeten Ableger spielen bei der Bauerneuerung eine wichtige Rolle. Nach Abgang oder Vorwegnahme des Schwarmes kann das Restvolk in Brutableger aufgeteilt werden. Ich verwende dazu spezielle Kästen, in die jeweils vier Ableger gleichzeitig einlogiert werden können. Sie sind durch ein bienendichtes Trennschied voneinander getrennt. Die Ableger werden mit einer verdeckelten Brutwabe samt der ansitzenden Bienen und einigen Schwarmzellen sowie einer Futterwabe gebildet. Ist in diesen Ablegern die erste Brut verdeckelt, werden jeweils zwei der vier Jungvölker in eigene Beuten umlogiert. Gleichzeitig werden alle Jungvölker mit Leerrähmchen mit Anfangsstreifen erweitert. Da sie sich in der Aufbauphase befinden, bauen sie wiederum Waben mit einem hohen Arbeiterinnenanteil. Bis zum Ende der Saison sollten alle Ableger drei bis vier Naturwaben ausgebaut und bebrütet haben. Bei Bedarf muss gefüttert werden.
Praktische Umstellung mittels Kunstschwarm
Natürlich kann man die Umstellung auf Naturwaben auch mittels Kunstschwärmen betreiben. Die Vorgehensweise ist die Gleiche wie beim Naturschwarm. Allerdings ist darauf zu achten, dass der Kunstschwarm in der aufsteigenden Jahreszeit gebildet wird. Nach dem 15. Juli klappt es nicht mehr gut! Die Kunstschwärme bauen die Waben bei entsprechender Fütterung zwar noch schön aus. In unseren Versuchen gab es jedoch gravierende Probleme bei der Überwinterung. Bei der Kunstschwarmbildung ist auch darauf zu achten, dass nicht nur Jungbienen abgekehrt werden. Diese sind alleine nicht in der Lage, einen schönen, handhabbaren Naturbau zu errichten. Demeter-Imker dürfen dieses Verfahren nicht anwenden, da nur die Vermehrung aus dem Schwarmtrieb heraus erlaubt ist.
Brutfläche und Schwarmkontrolle
Im Lauf der Zeit entwickelt der Imker ein Gespür für die richtige Handhabung des Naturbaues. Interessanterweise stellten fast alle Demeter-Imker gleichzeitig mit der Umstellung auch auf ein größeres Rähmchenmaß im Brutraum (z.B. Dadantmaß) um. Die Brutfläche wird nicht mehr durch Holzleisten geteilt. Alle Imker waren von der großen Wabe begeistert. So ist die Frühjahrsentwicklung auf der großen Wabe, ohne störende Holzleisten, einfach phänomenal. Es zeigte sich auch, dass die Schwarmkontrolle im Brutraum wesentlich erleichtert wurde. Bei den großen Waben ist eine Kippkontrolle nicht möglich und auch nicht nötig, da die Brutwaben sich vorwiegend im Brutraum befinden. Statt alle Waben zu kontrollieren, kann sich der Naturbauimker auf die beschränken, die gerade ausgebaut werden. Hier kann er zuverlässig den Entwicklungszustand des Volkes hinsichtlich der Schwarmstimmung ablesen. Mit Naturwabenbau kann der Imker seine Völker besser und genauer beobachten, wahrnehmen und kennen lernen. Jedes Bienenvolk baut anders. Seine jeweilige Befindlichkeit und Individualität drückt sich im Wabenbau aus.
Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Allgemeinen Deutschen Imkerzeitung ADIZ.
Teil 4 erscheint in der nächsten Ausgabe.
Szenen aus dem Leben der Honigbiene

Postkarte: aus dem Leben der Bienen
Bei Günter Friedmann kann eine Postkartenserie mit sechs faszinierenden Fotos aus dem Leben der Bienen bestellt werden. Die Motive reichen von Nahaufnahmen über Naturwaben, Schwarm im Baum bis hin zu einem üppig blühenden Mohnfeld. Die Serie kostet € 5,-, eine Postkarte € 1,-, jeweils plus Versand.
G. Friedmann
Küpfendorf 37
89555 Steinheim a. Albuch
Staedtler-Friedman@t-online.de