Arbeitskalender September / Oktober
von Iris Mühlberger
- Wetterkapriolen diesen Sommer
- Adressen Anbieter von Öko-Blumenzwiebeln
- Demeter-Stauden vom Demeter-Dorgemeinschaft Tennental
- Kürbisse richtig ernten
- Laubsauger und -bläser vernichten Lebensraum
- Hornkiesel zur Reife nachmittags spritzen
- Grüne Tomaten und Quitten richtig lagern
- Rezept: Quittenmarmelade mit leckerem Fruchtmark
- Neue Heckenschere mit Gelenk
- Vlies nicht zu früh einsetzen
- Mulchschicht auf Baumscheibe gegen Frostschäden
- Dahlienknollen einwintern
September
Auch dieses Jahr spielt die Natur wieder verrückt: Nach dem viel zu trockenen Juli folgte hier in Hohenlohe ein kühler, regnerischer August. Aus Wassermangel hatten viele Sträucher und Bäume schon im Juli einen Teil ihrer Blätter abgeworfen, genauso wie im Dürresommer 2003. Nur die Südländer (Tomaten, Auberginen, Melonen und Paprika) genossen die Hitze und fruchteten, trotz des kalten Frühjahrs, noch sehr schön. Jetzt kann ich nur hoffen, das sich durch die Augustkälte die Pilzkrankheiten nicht so schnell ausbreiten. Die im letzten Rundbrief berichteten Probleme mit den schlecht keimenden Aussaaten im Frühjahr haben mir einige Leser bestätigt. Auch Profi-Anbauer hatten damit Probleme. Es lag wohl doch an der zu frühen Aussaat in den kalten Boden.

Narzisse
Ab diesem Monat können Blumenzwiebeln fürs Frühjahr gesteckt werden.
Öko-Blumenzwiebeln werden ohne Herbizide, Kunstdünger und Schädlingsbekämpfungsmittel angebaut. Viele Krankheitsprobleme bei der Zucht werden durch eine Fruchtfolge mit Ackerpflanzen vermieden. Die Öko-Blumenzwiebeln sind etwas teurer, da weniger Zwiebeln auf der Fläche wachsen als im konventionellen Anbau. Außerdem muß mit der Hand gejätet werden.
Hier gibt es die Ökoware:
Bingenheimer Saatgut AG
Kronstr. 24
61209 Echzell
Fon 0 60 35 / 1 89 90
Fax 0 60 35 / 1 89 40
www.oekoseeds.de
Biolandhof Jeebel
Dorfstr. 17
29416 Jeebel
Fon 03 90 37 / 7 81
Fax 03 90 37 / 95 51 15
www.biogartenversand.de
grünerTiger
Pfarräckerstr. 13
90522 Ober-Asbach
Fon/Fax 09 11 / 69 84 30
www.gruenertiger.de
Reinsaat Emmelmann
A-3572 St. Leonhard am Hornerwald 69
Fon +43 / (0) 29 87 / 23 47
Fax +43 / (0) 29 87 / 2 34 74
www.reinsaat.co.at
Auch für Stauden beginnt jetzt die beste Pflanzzeit. Die Dorfgemeinschaft Tennental bei Stuttgart vermehrt und verkauft Demeter und Bioland-Stauden, Kräuter, Sommerblumen für Balkon und Garten. Kein Versand!
Dorfgemeinschaft Tennental
Ita-Wege-mann-Str.
75392 Deckenpfronn
Fon 0 70 56 / 92 62 87
Fax 0 70 56 / 9 26 29 13

Kürbisse
Nach und nach werden die
Kürbisse reif. Der Erntezeitpunkt für 'Hokkaidos' ist erreicht, wenn der Stiel verkorkt ist und die Schale beim Druck mit dem Daumennagel nicht mehr nachgibt. Grundsätzlich gilt, dass Kürbisse besser bei Sonne und Wärme geerntet werden, nicht erst nach dem ersten Frost. Bei Wärme trocknen die Schnittwunden besser und Pilzinfektionen werden vermieden. Die Wundheilung kann noch unterstützt werden, indem die Früchte zwei Wochen bei Temperaturen um 25 Grad an einem schattigen, trockenen und windgeschützten Ort zwischengelagert werden. Früchte ohne Stiel halten nicht so wie mit. Längerfristig sollten Kürbisse bei mindestens 12 Grad und 60 bis 70 Prozent Luftfeuchte gelagert werden.
BÖG Infofax
Im Herbst bedecken herabfallende Blätter Rasenflächen und Beete. "Für eine ökologisch fragwürdige Gartengründlichkeit kommen zunehmend Laubsauger und Laubbläser zum Einsatz", bedauert Stephan Zirpel vom Naturschutzbund Hamburg. Damit würden Luftgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern und Saugleistungen von etwa zehn Kubikmeter pro Minute erreicht. Käfer, Spinnen, Tausendfüßer, Asseln, Frösche und Molche würden von dem Turbo-Blas- und Saugstrom einfach mitgerissen, getötet oder verletzt. Bei Saugern mit Häckselfunktion würden die Tiere oft sogar zerstückelt. Auch für Igel seien die modernen Luftbesen, ob saugend oder blasend, lebensbedrohlich. Sie vernichteten radikal ihren Lebensraum. Wie man Gartentieren sinnvoll helfen kann, steht in der NABU-Aktionsmappe "Mein Garten - natürlich schön und tierisch gut", gegen €7,44 in Briefmarken bei
NABU Hamburg
Osterstraße 58
20259 Hamburg
www.NABU-Hamburg.de
Das biologisch-dynamische Hornkieselpräparat wird jetzt zur Reifezeit auch nachmittags gespritzt. Dies ist besonders bei Wurzelgemüse und Obstgehölzen zur besseren Ausreifung zu empfehlen. Wer sich näher über die Biologisch-Dynamischen Präparate informieren und sie kaufen will, kann dies bei folgendem Herbstkurs tun:
22. und 23. September im Brunnenhof, 74653 Künzelsau-Mäusdorf
Anreise Donnerstag Abend, Themen unter anderem: Einführung in die Präparate, praktische Herstellung von Hornmist-, Schafgarben-, Kamillen-, Löwenzahn- und Eichenrindenpräparat, Demonstration der Herstellung von Hornkiesel- und Löwen-zahnpräparat, Präparatewirkungen und -anwendungen.
Kosten: €150,- oder nach Vereinbarung. Näheres bei
Dr. Christian von Wistinghausen
Fon 0 79 40 / 22 30
Fax 0 79 40 / 49 11
C.v.Wistinghausen@t-online.de
Oktober

Grüne Tomaten
So langsam werden die letzten
Tomaten abgeräumt. Dabei sind die vielen grünen Früchte eigentlich zu schade für den Kompost. Soll das Nachreifen im Lager nicht in Pilzzucht oder raustropfenden Kisten enden, sind einige Dinge zu beachten. Nur ganz gesunde Früchte ohne Risse oder Flecken einlagern. Am erfolgversprechendsten sind bereits orange oder sehr hellgrün gefärbte Früchte. Die kleinen und dunkelgrünen besser weglassen. Die günstigsten Nachreifebedingungen liegen zwischen 15 und 20 Grad, maximal 27 Grad, je wärmer, umso schneller. Nicht zu viele Lagen in die Kisten packen, damit Luft zirkulieren kann. Eine Luftfeuchtigkeit um 80 Prozent ist ideal, zu trocken für die meisten Pilze, aber nicht so, dass die Tomaten welken. Wird eine Kiste möglichst reifer Äpfel zu den Tomaten gestellt, beschleunigt es durch das Gas Ethylen die einheitliche Reife.
BÖG Infofax
Der richtige Erntezeitpunkt von Quitten ist, wenn die Farbe von grün nach gelb umgeschlagen hat und der Filzüberzug deutlich zurückgegangen ist. Vor der Verarbeitung ist es sinnvoll, die Früchte noch etwa drei Wochen trocken zu lagern, damit sich das Aroma vollständig ausbilden kann. Ich mache Quitten am liebsten direkt zu Marmelade ein, ohne sie vorher für Gelee zu entsaften. Mir schmeckt das gröbere Fruchtmark besonders gut.
Rezept
Quittenmarmelade mit leckerem Fruchtmark
Quitten mit Schale und Kernen achteln. Dann mit genügend Wasser weich kochen und durch die Flotte Lotte drehen. Püreegewicht geteilt durch zwei, ergibt die Menge an Zucker, die zugegeben werden sollte. Entweder etwas Konfigel oder anderes Geliermittel einrühren und drei Minuten kochen lassen oder länger ohne Geliermittel einkochen, bis das Püree breiig ist. Vanilleeis servieren.
Wer größere Hecken schneidet, kennt das Problem, dass die Arme nach kurzer Zeit wehtun. Die Firma WOLF-Garten hat die
Heckenschere HS-G entwickelt, mit der die Muskeln erheblich weniger strapaziert werden. Möglich macht dies eine Getriebetechnik, die den Kraftaufwand um rund vierzig Prozent herabsetzt. Ich habe sie getestet und sie hat mich überzeugt. Sogar dickere Äste können mit dem Astabschneider mit wenig Kraftaufwand durchgeschnitten werden. Über einen Drehknopf kann die Messervorspannung optimal eingestellt werden. Preis ca. €35,- im Gartenfachhandel.
In vielen Regionen gibt es jetzt die ersten leichten Frostnächte. Fenchel, Salate, Endivien, Chinakohl sind frostempfindlich. Den ersten Nachtfrost halten sie meistens aus. Zugedeckt werden sollte erst bei stärkerer Kälte. Vlieseinsatz im Herbst bringt nämlich nichts für das Wachstum außer einem erhöhten Pilzbefall. Deshalb sollte das Vlies am Tag wieder abgenommen werden. Wichtig ist es, weder aufzudecken oder zuzudecken, solange die Pflanzen gefrorene Blätter haben. Generell gilt: Nach einem Frost muß mit der Ernte unbedingt gewartet werden, bis die Pflanzen wieder ganz aufgetaut sind. Die Eiskristalle in den gefrorenen Zellen durchstechen sonst bei Druck die Zellwände, was zu Verletzungen führt. Diese Stellen faulen später gerne.
Der Gefahr von Spätfrösten im Frühjahr kann bei früh blühenden Obstgehölzen durch eine Mulchschicht auf der Baumscheibe deutlich vermindert werden. Sie wird schon jetzt mit Herbstabfällen und Laub aufgebracht. Die wärmende Schicht verzögert im Frühjahr die Erwärmung des Bodens, so dass sich die Blütezeit nach hinten verschiebt.
Mit dem Einlagern von Dahlienknollen sollte abgewartet werden, bis nach dem ersten Frost Blüten und Blätter abgestorben sind. Je später die Knollen aus dem Boden kommen, desto sicherer überwintern sie. Sie sollten weder Sonne noch Wind ausgesetzt und gut abgetrocknet sein, bevor sie in einen feuchten und kühlen Keller (ideal 5ºC) eingelagert.
Buchbesprechung: Ökologische Imkerei
von G. Friedmann, Demeter Imker

Bienenschwarm
Ich muss gestehen, dass ich das Erscheinen des Buches von Claudia Bentzien mit einem lachenden und einem weinenden Auge registriert habe. Mit einem lachenden Auge deswegen, weil ich aus vielen Anfragen weiß, dass ein Fachbuch zu diesem Thema von vielen Imkern sehnsüchtig erwartet wird und dringend notwendig ist. Mit einem weinenden Auge, weil ich gemeinsam mit Michael Weiler schon seit längerem den Gedanken hege, selbst ein Buch zu dem Thema zu schreiben. Wir hatten damit auch schon einmal begonnen, konnten es jedoch aus Zeitmangel nicht weiter verfolgen.
Die Entwicklung der Richtlinien fehlt
Als erstes fallen die vielen schönen Bilder positiv ins Auge. Außerdem ist das Buch sehr übersichtlich gestaltet. Im ersten Teil werden die einzelnen Aspekte der ökologischen Imkerei vorgestellt. Sehr gut gelungen ist die Darstellung der Richtlinien zur ökologischen Bienenhaltung, von den EU Mindeststandards bis zu den darüber hinausgehenden Richtlinien der Verbände. Dabei fehlt mir allerdings deren Entwicklungsgeschichte. Auslöser war die Notwendigkeit der Bekämpfung der Varroamilbe. Das vorrangige Ziel war damals die Gewinnung rückstandsfreier Bienenprodukte. Erst im Verlauf der Diskussion wurde deutlich, dass die Betriebsweisen der modernen Imkerei nicht bienengemäß sind und dringend hinterfragt werden müssen. Aspekte des tiergerechten Umgangs mit den Bienen fanden so Eingang in die Richtlinien. In diesem Punkt gingen jedoch die Vorstellungen der Imker weit auseinander. Am Ende wurden sie in den verschiedenen Richtlinien der einzelnen Verbände niedergeschrieben. Dabei wird der bienengemäßen Imkerei in den Richtlinien des Demeter-Verbandes großes Gewicht eingeräumt. Bioland, Naturland und andere hingegen beschränken sich schwerpunktmäßig auf die Gewinnung rückstandsfreier Bienenprodukte - Betriebs weise, Vermehrung und Königinnenaufzucht werden genauso wie in der konventionellen Imkerei gehandhabt.
Nur bei Demeter reiner Naturwabenbau
Claudia Bentzien stellt die Richtlinien zur Öko-Imkerei anhand der Bienenwohnung, Varroabehandlung, Zucht, Vermehrung und des Wabenbaus dar. Gleichzeitig beschreibt sie ihr eigenes Verständnis von ökologischer Bienenhaltung und die Umsetzung in ihrer eigenen Bio-Imkerei. In den Schilderungen entsteht leider immer wieder der Eindruck, ihre Bienenhaltung sei typisch für die Betriebsweisen aller Öko-Imkereien in Deutschland. Dies mag vielleicht für die Varroaregulierung zutreffen, aber gerade in den Bereichen Zucht, Vermehrung und Betriebsweise sieht die Wirklichkeit ganz anders aus. Die Autorin erweckt den Anschein, Naturwabenbau sei in der ökologischen Imkerei in Deutschland allgemein üblich. Das stimmt so nicht. Es ist ein großer Unterschied, ob ich, wie in der Demeter-Imkerei, im kompletten Brutraum mit Naturwabenbau arbeite, oder ob, wie bei allen anderen Verbänden, den Bienen lediglich die Möglichkeit geboten werden soll, auf einigen Waben Naturwabenbau zu errichten. In der allgemeinen Praxis läuft dies darauf hinaus, dass die Völker ein bis zwei Drohnenrähmchen im Naturwabenbau errichten. Der Rest des Wabenbaues entsteht auf der Basis von Mittelwänden.
Hybridbienen sind erlaubt
Des Weiteren wird immer wieder der Eindruck erweckt, als würden alle Bio-Imker mit einer regional angepassten Biene arbeiten und ihre Völker regelmäßig über den Schwarmtrieb vermehren. Tatsächlich ist dies aber nur in den Demeter-Imkereien der Fall. Die Richtlinien der anderen Ökoverbände schreiben lediglich vor, dass mit einer regional angepassten Bienen geimkert und bei Zucht- und Vermehrung der Schwarmtrieb berücksichtigt werden soll. In der Realität ist auch die Haltung der ,Buckfastbiene', einer Hybridbiene und Kreuzungen aus unterschiedlichsten Her-künften europäischer und außereuropäischer Bienenrassen erlaubt. In der Mehrzahl der deutschen Öko-Imkereien unterscheidet sich die Zucht und Vermehrung in keinster Weise von den Methoden der konventionellen Kollegen. Claudia Bentzien mag ja in ihrer eigenen Imkerei mit Schwarmtrieb und Naturwabenbau arbeiten. Natürlich freut mich das als Demeter-Imker. Aber dass sie immer wieder den Eindruck erweckt, dies sei bei Bio-Imkern Standard, macht auf Dauer doch ärgerlich. Bis auf die Kapitel Bienenwohnung und Varroaregulierung finde ich die Darstellungen zu oberflächlich. Zum Beispiel beschreibt die Autorin bei "Honig und Honigernte" das Absperrgitter, mit dem Honig und Brut wirkungsvoll voneinander getrennt werden können. Dabei fehlen mir ausführliche Bemerkungen zu den Vor- und Nachteilen dieser Methode. Gleiches gilt für das spannende Thema "Wanderung mit Bienen contra Standimkerei".
Kontrolle wird anschaulich beschrieben
Im zweiten Teil wird die Imkerei im Jahres-lauf dargestellt. Hier finden sich jedoch nur wenig wirklich relevante Bezüge zur ökologischen Imkerei. Zumeist erschöpfen sich die Ausführungen mit allgemeinen Monats-anweisungen für den Imker. Versöhnlich hat mich die Darstellung der Kontrollen und der Warenzeichennutzung gestimmt. Hier legt die Autorin anschaulich dar, dass hinter der Zertifizierung einer Imkerei als Biobetrieb ein umfassendes und zuverlässig funktionierendes Kontrollsystem steht. Denn die Kontrolle der Ökobetriebe schafft beim Verbraucher Vertrauen in Ökoprodukte. Insgesamt ist die Lektüre des Buches für mich unbefriedigend. Zu vieles wird nur oberflächlich angesprochen. Wie ökologische Imkerei praktisch umgesetzt werden kann, erschließt sich dem Leser nur unzureichend.
Kosmos Verlag Stuttgart
ISBN 3-440-09546-0
124 Seiten
€19,95