5. Februar 2012
Aktueller Inhalt
Arbeitskalender November / Dezember
von Iris Mühlberger
- Merkwürdige Zwetschgenkrankheit
- Biosaatgut und samenfeste Sorten verwenden
- Gemüsesortenprojekt Rheinland-Pfalz
- Saatguttauschbörse
- Tomatenseite im Internet
- Nistkästen aufhängen
- Nistkasten zum Schutz vor Staren
- Broschüre: Bauanleitungen für Nistkästen
- Gartenlinks im Internet
November

Merkwürdige Zwetschgenkrankheit
Für mich und meinen Garten war dieser Sommer einfach kein richtiger Sommer. Meine Tomatenernte fiel durchschnittlich aus, Melonen gab es gar keine und die restlichen Südländer fruchteten nur mäßig. Ganz anderer Meinung sind da die Meteorologen: Der Sommer sei nach ihren Messungen wärmer gewesen als sonst. Das scheinen meine Gemüsepflanzen nicht bemerkt zu haben. Sehr außergewöhnlich fand ich den frühen Beginn des Herbstes. Hier in Hohenlohe verfärbten sich schon Anfang August viele Blätter von Wildsträuchern und Bäumen. Meine Erklärung: Der heiße April bewirkte einen sehr frühen Austrieb und so begann das Ende der Vegetationszeit auch früher. Ich hoffe, dass Sie, liebe Leser/innen, eine gute Ernte mit schmackhaftem Gemüse einbringen konnten und jetzt die Ruhezeit ohne oder mit weniger Gartenarbeit in vollen Zügen genießen können.
Ich hatte dieses Jahr ein Problem mit meiner Zwetschgenernte, das ich mir nicht erklären kann. Der Baum fruchtete sehr gut. Kurz vor der Ernte schrumpelten und vertrockneten jedoch die noch unreifen Früchte. Sie ließen sich kaum pflücken und der Stein löste sich nicht vom Fleisch. Die Zwetschgen schmeckten sehr sauer und waren unbrauchbar. Letztes Jahr erntete ich vom gleichen Baum sehr viele hervorragend süße und saftige Früchte. Falls Sie die Ursache des Problems kennen, wäre es schön, wenn Sie mir per E-mail oder schriftlich einen Tipp geben könnten.
Schon bald nach dem Einlagern, Einkochen und Einfrieren der letzten Gemüse, beginne ich, mir Gedanken über das Saatgut fürs nächste Jahr zu machen. Ich verwende nur ganz wenige Hybridsorten, da diese Züchtung für mich sehr naturfern ist. So wird zum Beispiel mit Inzuchtlinien gearbeitet. Außerdem kann Saatgut von Hybriden nicht vermehrt werden. Es spaltet sich wieder in die ursprüngliche Sorte auf. Das heißt, die Nachzucht sieht anders aus als die Hybridsorte. In meinem Garten verwende ich fast ausschließlich Biosaatgut, das schon mehrere Jahre biologisch vermehrt wurde. Eine Adressliste von Biosaatgutanbietern gibt es auf unseren Internetseiten Der Biogarten.

Auch die mild-süßlich schmeckende Weiße Bete ist eine Rarität im Gemüsegarten
Ein interessantes Projekt ist das
Gemüsesortenprojekt Rheinland (+) Pfalz (GRP). Es können Patenschaften mit alten regionalen Gemüsesorten abgeschlossen und Saatgut anhand einer Liste bestellt werden. Die Erhaltungsarbeit findet nach den Richtlinien des biologischen Anbaus statt. Das Projekt ist jedoch keinem Bioverband angeschlossen. In der Saatgutliste werden fast ausschließlich alte samenfeste Sorten angeboten. Ihre Herkünfte wurden im Rahmen der Sortensuche des GRP erstmalig festgestellt (Hofsorten) oder es sind alte Handelssorten aus dem Suchgebiet.
Kontakt:
Christian Havenith
Auf der Esch 24
56653 Wassenach
gemuesesorten@aol.com
www.gemüsesortenprojekt.de
Ein weiteres interessantes Projekt ist die Saatguttauschbörse der Interessengemeinschaft "Lebendige Vielfalt - Netzwerk zum Erhalt von Kulturpflanzen" in Sachsen. Interessierte können auf der Internetseite www.lebendige-vielfalt.org selbst gewonnenes Saatgut nicht kommerziell untereinander tauschen und so regionale Gemüseund Blumensorten erhalten. Außerdem möchte das Netzwerk den Austausch von Anbaumethoden, Rezepten und Informationen rund um den Gartenbau fördern. Dabei sind dem Netzwerk Informationen über regionale Sorten besonders wichtig. Ein- bis zweimal im Jahr findet ein Treffen zum direkten Tausch von Saatgut oder Jungpflanzen statt.
Umweltbildungshaus Johannishöhe
Dresdner Str. 13a
01737 Tharandt
Fon 035203/37181
Fax 035203/37936
Als alter Tomatenfan interessiert mich alles rund um die Paradiesfrucht. So wurde ich auf die von Gartenfreunden gestaltete nicht kommerzielle Internetseite www.tomaten-atlas.de aufmerksam gemacht. Es ist ein Nachschlagewerk zu rund 900 verschiedenen Tomatensorten mit Texten und Bildern. Es können eigene Fotos eingestellt, neue Sorten eingefügt, Textergänzungen gemacht oder Kommentare über eigene Erfahrungen mit der jeweiligen Sorte abgegeben werden. Die Seite ist seit einem Jahr im Netz und sucht noch viele Mitstreiter, die die Datenbank mit neuen Informationen füllen.
Dezember

Ein Star an einem Nistkasten mit Katzen- und Marderschutz - Foto: Schwegler
Dieses Jahr waren meine
Nistkästen im Garten teilweise dreimal mit Nestern belegt. Besonders Haus- und Feldsperlinge besiedelten gerne die künstlichen Hilfen. In vielen Gärten sind diese "Allerweltsvögel" nicht sehr beliebt. Doch ich freue mich über die lustigen und frechen Spatzenfamilien im Garten. Sie füttern ihre Jungen mit Raupen, Insekten und oft auch Blattläusen aus meinen Beeten. Sicherlich mögen sie auch gerne junge Salatpflanzen oder Samen. Um dies zu verhindern, lege ich nach der Aussaat ein feines Gemüsefliegennetz aus Baumwolle über die Beete. Das hilft hundertprozentig. Jetzt ist die richtige Zeit, neue Nistkästen aufzuhängen. Sie werden von den Vögeln als Kälteschutz in der Nacht benutzt und an warmen Tagen im Januar und Februar schon rege begutachtet. Vor der Vogelgrippe braucht niemand Angst zu haben. Das Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems stellt fest, das bei den bisherigen Untersuchungen in Deutschland kein infizierter Singvogel gefunden wurde. So gehe von ihnen aufgrund derzeitiger Informationen kein besonderes Risiko einer Übertragung der Vogelgrippe aus.
Ganz clevere Gärtner hängen jetzt einen Staren-Nistkasten in ihren Kirschbaum. Damit können sie sehr viele Früchte ernten. Das Starenpaar wird zur Kirschenzeit sein Brutrevier im Baum gegen die Artgenossen verteidigen, die die Früchte plündern wollen. Was die Familie selbst an Kirschen nimmt, bleibt vergleichsweise gering und sollte ihr gegönnt werden. Langlebige Nistkästen aus Stahlbeton führt
Schwegler Vogel- und Naturschutzprodukte
Heinkelstr. 35
73614 Schorndorf
Fon 07181/97745-0
Fax 07181/97745-49
www.schwegler-natur.de
Winterzeit ist Bastelzeit. Eine Menge praktischer Bauanleitungen für verschiedenste Nishilfen hat der Naturschutzbund NABU in der Broschüre "Wohnen nach Maß" zusammengetragen. Darin wird auch beschrieben, welches Material sich am besten eignet, wo und wie die Hilfen angebracht, wie sie gereinigt werden und was zu tun ist, wenn es Ärger mit den Nachbarn gibt. Reich bebilderte Bauanleitungen von Nisthilfen gibt es nicht nur für Vögel (Höhlenbrüter, Schwalben, Baumläufer, Mauersegler, Schleiereule, Turmfalke), sondern auch für Insekten und dazu Bastelanleitungen von Quartieren für Igel und Fledermäuse.
Preis: €2,- zzgl. €2,- Versand bei
NABU Natur Shop
Am Eisenwerk 13
30519 Hannover
Fon 0511/2157111
Fax 0511/1238314
info@nabu-natur-shop.de
(unbedingt Artikelnr. 4028 angeben!)
In der Winterzeit kann ich mich am ehesten über Neuigkeiten rund um den Garten kümmern. Das Internet ist mir dabei sehr hilfreich. Eine interessante Seite ist www.gartenlinks.de. Dort findet man Links zum Beispiel von Gärtnereien, Firmen die Gartengeräte, Accessoires, Gartenmöbel, Erde und Dünger verkaufen. Es gibt aber auch Links zu Ferienhäusern, Botanischen Gärten, Gartenforen und Blogs. Es wäre schön, noch mehr Biogartenadressen auf den Seiten zu finden. Der Eintrag ist kostenlos.
Ein freudiges Erlebnis mit Schnecken und Spatzen
von Iris Mühlberger

Stattlicher Zuckerhut in meinem Garten trotz Schneckenfraß
Nachdem ich im August zwei Reihen Zuckerhut und Endivien gepflanzt hatte, stürzten sich voller Freude Schnecken auf die kleinen Pflänzchen. Sie wurden von Tag zu Tag kleiner. Bei mir dachte ich: "Ich habe keine Angst um die Ernte. Die Schnecken werden mir schon so viel übrig lassen, wie ich zum Essen brauche." Als sich dann auch noch freche Spatzen über die übrig gebliebenen Blattreste her machten, wurde ich zwar etwas sauer, behielt aber immer noch die Ruhe und vertraute einfach. Jetzt, Mitte Oktober, ist nahezu ein Wunder geschehen: Ich habe schönste Zuckerhutund Endivienpflanzen auf dem Beet (Foto rechts). Gerade mal zwei Endivienköpfe fehlen. Sie gönne ich den Schnecken und Spatzen sehr gerne. Die restlichen Salate reichen nicht nur für mich, sondern auch noch für Freunde. Ich weiß zwar immer noch nicht, wie aus diesen wenigen Blattresten solche stattlichen Pflanzen so schnell wachsen konnten. Doch freue ich mich jeden Tag daran und bedanke mich für dieses wunderbare Geschenk der Natur.
Die Schlehe als Vitaminbombe
von Kräuterexpertin Karin Kaiser

Die Schlehe als Vitaminbombe - Foto: Wikipedia
Der Schwarzdorn hüllt sich im März und April in eine schneeweiße Blütenwolke. Nach meiner Erfahrung erfolgt um diese Zeit meist noch einmal ein winterlicher Kälteeinbruch, oftmals mit Schneefall. Während der Sommermonate ist der dornige Schlehenbusch als anspruchsloses Feldgehölz ein beliebter Brutplatz für viele heimische Singvögel. Im Herbst reifen die bis zu 2 cm großen Beeren und färben sich von grün zu schwarzblau mit einer wie Reif aussehenden Wachsschicht. Geschmacklich sind sie noch sehr herb. Im Mund verursachen die Früchte ein zusammenziehendes, pelziges Gefühl.
Schlehen nicht tiefkühlen
Die Ernte sollte nach dem ersten Frost erfolgen, weil durch die Kälte ein Teil der in der Frucht vorhandenen Stärke in Zucker umgewandelt wird. Ich halte nichts davon, die Schlehen im Gefriergerät kurz durchzufrosten. Die künstlich erzeugten Minusgrade können nicht die nächtlichen Einwirkungen des Sternenhimmels auf die lebendige Pflanze und ihre Früchte ersetzen. Die Steinfrüchte pflückt man nur von den äußeren Zweigen der Büsche, um durch das dichte und dornige Gestrüpp nicht völlig verkratzt zu werden.
Milder Schlehen-Saft
Zur Verarbeitung in der Küche werden die Früchte von Stielen und Blättchen befreit, kalt gewaschen und abgetropft. Entgegen mancher Rezepte, in denen ein minutenlanges Aufkochen beschrieben wird, empfehle ich ein drei- bis viermaliges übergießen der Früchte. Dazu sollte immer frisches kochendes Wasser genommen werden. Dabei platzt die Fruchtschale auf und der Saft wird über einen Zeitraum von sechs bis acht Stunden ausgezogen. Auf diese Weise löst sich nicht so viel Gerbsäure und der Saft wird auch von Kindern und magenempfindlichen Menschen gut vertragen. Zur Weiterverarbeitung alle Saftauszüge zusammengießen und mit Zucker und Glühweingewürzen zu Saft oder Gelee weiterverarbeiten. Der nach dieser Methode hergestellte Saft schmeckt sehr köstlich.
Der Kraftspender: Schlehen in Honig
Ein einfaches, rasches Rezept ist das Einlegen der gewaschenen und trockenen Schlehen in Honig. Dabei muss immer Honig über den Schlehen sein, damit sie nicht schimmeln. Nach drei Tagen färbt sich der Honig rötlich und die Früchte sind zum Verzehr geeignet. Täglich fünf bis sieben Beeren mit einem sauberen Löffel herausnehmen und essen. Den Stein nicht mitschlucken. Die Honigschlehen sind sehr bekömmlich und spenden Jung und Alt Wachheit, bessere Konzentration, Immunstärke und Kraft im Alltag.
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Der Gartenrundbrief als Geschenk
Suchen Sie noch ein Weihnachtsgeschenk, dass sechsmal im Jahr einem/r Gärtner/in Freude macht und immer wieder an Sie erinnert? Dann bestellen Sie doch ein Geschenk-Abo des Gartenrundbriefes. Es endet nach dem von Ihnen bestimmten Zeitpunkt.
Rufen Sie uns an:
Fon 0711/902540 (Mo, Di, Do, Fr von 8.00 bis 12.00 Uhr) oder
bestellen Sie per E-mail: info@demeter-bw.de
Neue Abogebühr ab 2008
Der Gartenrundbrief hat sich in den letzten Jahren immer weiter entwickelt und erscheint seit über einem Jahr vierfarbig. Wir liefern Ihnen geballte Informationen rund um den Biogarten. Dazu gehören zum Beispiel aktuelle Neuheiten aus dem Profi-Gärtnerbereich. Sie sind auch für Freizeitgärtner sehr hilfreich und werden kaum in anderen Gartenzeitschriften veröffentlicht. Letztendlich sind wir die einzige Gartenzeitung Europas, die regelmäßig über die Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise im Hausgarten informiert. Mit der derzeitigen Abogebühr können die Kosten für Redaktion, Autorentexte, Grafik, Druck und Versand nicht mehr in vollem Umfang gedeckt werden. Andere Zeitschriften füllen die finanziellen Löcher hauptsächlich über Anzeigen. Das tun wir aus Überzeugung nicht. Den fehlenden Betrag zahlt Demeter Baden-Württemberg aus eigenen Mitteln. Aus den genannten Gründen müssen wir die Abogebühr für sechs Hefte pro Jahr auf €12,- ab Heft 1/2008 erhöhen. Das Online-Abo bleibt im Preis wie bisher, das heißt, es kostet weiterhin €10,- pro Jahr.
Die letzte Preiserhöhung liegt fast sechs Jahre zurück. Das ist eine lange Zeit und deshalb hoffen wir, dass Sie unser Anliegen verstehen können und uns als Leser treu bleiben werden. Vielen Dank für Ihr Verständnis.