4. Februar 2012
Aktueller Inhalt
Arbeitskalender Mai / Juni
von Iris Mühlberger

Phlox
- Kartoffeln nicht zu Tomaten pflanzen
- Demeter-Jungpflanzen
- Zuckermais und Bantam-Aktion
- Kräuterturm
- Paprika und Auberginen pflegen
- Stoffwechselstörung bei Tomaten
- Baldrianblütenextrakt bei Frost anwenden
Mai
Dieses Jahr begann bei mir die Gartenarbeit zu ungewöhnlicher Zeit. Schon Mitte Februar konnte ich in einen wunderbar garen Boden meine Puffbohnen und im Frühbeet Radieschen und Kresse säen. Doch die Freude hielt nur kurz an. Ab Ende Februar wurde ich abrupt von Sturm und Dauerregen gestoppt. Sie zogen sich bis Mitte März hin und verwandelten meinen Garten teilweise in eine Teichlandschaft. An Gartenarbeit war nicht mehr zu denken. Bis Mitte April regnete es regelmäßig weiter. In den sehr kalten Nächten sind dazu bei -9 Grad meine empfindlichen Blumen und frischen Triebe des Schmetterlingsflieders erforen.
Jetzt geht es, nach den Eisheiligen, so richtig los mit dem Pflanzen der Südländer und Sommerblumen. Ich achte immer darauf, Tomaten weit ab von Kartoffeln anzubauen. Sie können den Kraut- und Knollenfäulepilz als Braunfäule an Tomaten übertragen.
Wer seine Gemüsepflanzen nicht selber großziehen konnte, findet Adressen von Gärtnereien in Deutschland, die Demeter-Jungpflanzen anbieten, in der Rubrik “Der Biogarten“. Ich finde es wichtig, dass in einem Biogarten auch Bio-Jungpflanzen gepflanzt werden. Ihre Anzucht erfolgt ohne Kunstdünger, chemische Pflanzenschutzmittel und in einer für den Bioanbau zugelassenen Erde. So bringen sie beste Voraussetzungen für eine biologische Weiterkultur mit.

Bantam Aktion
Anfang des Monats säe ich köstlichen
Zuckermais ins Freie. Dazu lege ich immer drei Körner im Abstand von ca. 20 cm und lasse am Ende nur die kräftigste Pflanze stehen. Wichtig ist es, dass mindestens zwei Reihen Mais parallel nebeneinander stehen, Abstand 60 cm. Mais wird vom Wind befruchtet, was bei einreihiger Aussaat schwieriger ist. Auch 2008 soll wieder durch die
Bantam Aktion Deutschland mit möglichst vielen Bantam-Maisstandorten vergoldet werden. Denn da, wo Bantam-Mais steht, wächst kein gentechnisch veränderter Hybrid-Mais der Sorte ‘Mon 810’ von Monsanto. Nach dem neuen Gentechnikgesetz sind Gentechnik-Anbauer verpflichtet, Nachbarn vor unerwünschter Bestäubung ihrer Bestände mit gentechnisch verändertem Pollen zu schützen. Es schreibt einen Mindestabstand von 300 Metern zu biologischen Maisflächen vor. Außerdem haben Maisanbauer in der Nachbarschaft von Gentechnikfeldern das Recht, den genauen Standort und Namen der Anbauer zu erfahren. Weil aus samenfesten Bantam-Mais Saatgut gewonnen wird, müssen zudem die EU-Bestimmungen für dessen Reinhaltung eingehalten werden. Hier herrscht Null-Toleranz für Gentechnik. Nach Meinung von Experten reichen dafür 300 Meter Abstand zum konventionellen Acker nicht aus. Denn Wind und Bienen tragen den Pollen oft Kilometer weit. Bezugsadressen von Bantam-Saatgut können auf der Aktionsseite
www.bantam-mais.de gefunden oder Samen bei der Bingenheimer Saatgut AG bestellt werden.
Bingenheimer Saatgut AG
Fon 06035/1899-0
Fax 06035/1899-40
www.oekoseeds.de

Neuer Kräuterturm von den Weidenprofis
Selbst angebaute Kräuter sind für mich das A und O in der Küche. Den Sommer über verwende ich sie meistens frisch. Für den Winter trockne ich sie oder friere Dill, Petersilie, Schnittlauch und Basilkum ein. Einen neuen praktischen
Kräuterturm hat die Firma “Die Weidenprofis“ im Angebot. Er besteht aus drei unterschiedlich großen Weidenringen (90, 50, 20 cm), die innen mit Folie verkleidet sind und übereinander montiert werden (Höhe etwa 100 cm). So haben viele Kräuter auf engstem Raum Platz. Die Ringe haben darüber hinaus den Vorteil, dass sie mit unterschiedlichen Erden gefüllt werden können. So werden sie den verschiedenen Ansprüchen der einzelnen Kräuter gerecht. Das europäische Naturprodukt ist nach Angaben der Firma ohne künstliche Zusätze und chemische Behandlung witterungsbeständig und lange haltbar. Der Kräuterturm kostet €79,- inkl. Versand bei
Feliwa Versand
Stätzlinger Str. 92
86165 Augsburg
Fon 0821/50888-14
Fax 0821/50888-13
www.feliwa.de
Juni
Jetzt sind die meisten Beete bepflanzt. Wenn die Nächte noch kühl sind, pflanze ich erst Anfang diesen Monats Sellerie, Paprika, Auberginen und Melonen. Nach meinen Erfahrungen lohnt es sich, bei
Auberginen und Paprika die erste Blüte zu entfernen. Sie setzen danach viele neue Früchte an und warten nicht, bis die erste Frucht ausgereift ist.

Beinwell ‘Moulin Rouge’ hat dunkel purpurrote Blüten
Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal in meine
Brennnesseljauche einige Beinwellblätter gegeben. Neben Stickstoff enthält Beinwell reichlich Kalium, dass besonders Tomaten gerne mögen. Ich habe vor einigen Jahren die wunderschöne Sorte ‘Moulin Rouge’ gekauft. Sie sieht besonders schön im Blumengarten aus, da sie dunkel purpurrote Blüten hat. ‘Moulin Rouge’ wächst horstartig. Das heißt, sie breitet sich nur sehr langsam aus. Nach jedem Schnitt blüht sie erneut, bis in den Herbst hinein. Die Sorte führt in Bioqualität:
Bioland-Stauden Gaissmayer
Jungviehweide 3
89257 Illertissen
Fon 07303/7258
Fax 07303/42181
www.pflanzenversand-gaissmayer.de
Wenn sich jetzt bei den Tomatenpflanzen die untersten Blätter einrollen, kann dies auf ein etwas hohes Nährstoffangebot oder Stoffwechselstörungen hinweisen. Sie wirken sich jedoch meistens nicht auf den Ertrag aus. Am besten ist es, keine Stickstoffdünger wie Hornmehl oder Jauche mehr zu geben und gleichmäßig zu gießen.
Kälteeinbrüche im Juni können bei allen Pflanzen zu Wachstumsstockungen führen. Im letzten Rundbrief habe ich einen Artikel über den bio-dynamische Baldrianblütenextrakt veröffentlicht. Er kann auch, in kalten Perioden angewendet, die Pflanzen vor einem Kälteschock bewahren. Zwei bis drei ccm werden in fünf Liter Wasser zehn Minuten in wechselnder Drehrichtung gerührt und anschließend über die heranwachsenden Kulturen fein versprüht. Dies tut besonders Erdbeerpflanzen gut. Der Extrakt ist auch als “Wärmehülle” bei vielen anderen Pflanzen hilfreich.
Aktion: Bienenschmaus
Blumen für Bienen aussäen

Alnatura Bienenschmaus
Die Bio-Supermarktkette Alnatura will viele bunte Wiesen blühen lassen. Sie hat deshalb den “Bienenschmaus” entwickelt. Es ist eine Bio-Saatgutmischung aus Kräuter-, Duft- und Blütenpflanzen. Sie kann auf dem Balkon, der Fensterbank oder im Garten ausgesät werden. Für Honig- und Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge ist der Blütenmix besonders schmackhaft. Der Bienenschmaus ist in den Alnatura-Märkten und bei dm in Deutschland und Österreich sowie in den Budni-Drogeriemärkten zum Preis von €1,95 erhältlich. Für jedes verkaufte Saatgutpäckchen spendet Alnatura 50 Cent an die Initiative “BeeGood” des Vereins Mellifera. Außerdem werden unter den Käufern 100 Bienenpatenschaften verlost. Weitere Infos:
www.beegood.de
www.mellifera.de
www.alnatura.de
Imker-Veranstaltungen
Was brauchen die Bienen von uns - wofür brauchen wir die Bienen?
17. Mai, 9.30 bis 20.30 Uhr
Forum 3
Gymnasiumstraße 21
70173 Stuttgart
Referent: Michael Weiler, Fachberater für Demeter-Bienenhaltung, Tennental.
Die gegenwärtige menschliche Bewußtseinshaltung und die daraus resultierende Handlungsweise hat eine Schwächung vieler Natur- und Lebensprozesse und damit auch der Bienen zur Folge. Mechanistische Betriebsweisen in der Imkerei und ausgebeutete Landschaften schwächen die Vitalität der Bienen zusätzlich. Wie die Bienen leben und was der Imker tun kann, um die Vitalität der Bienenvölker zu stärken, ist Inhalt des Kurses.
Kosten: €70,- / ermäßigt €55,-
Anmeldung: Fon 0711/291178
Fax 0711/440074976
www.forum3.de
Bienen halten - einfach, ökologisch, artgerecht
23. bis 25. Mai
Solla bei Passau
Imkerei des Kursleiters Utto Baumgartner
Netzwerk Blühende Landschaft.
Der Kurs richtet sich an Bienenfreunde, denen der artgerechte Umgang mit den Bienen ein Anliegen ist und die nach neuen Wegen suchen.
Infos und Anmeldung (Mitfahrgelegenheit ab Lauda) bei der
Ländl. Heimvolkshochschule
Hohenloherstr. 8
97922 Lauda
Fon 09343/589190
Fax 09343/613781
www.LHVHS.de
Stunde der Gartenvögel - Zählen Sie mit!

Star
Foto: F. Hecker (NABU)
Der Naturschutzbund NABU ruft in der Zeit vom 9. bis 12. Mai zur Vogelbeobachtung auf. Eine Stunde lang sollen dabei Vögel im Garten oder auf dem Balkon gezählt und an den NABU gemeldet werden. Die gesammelten Daten werden von Ornithologen ausgewertet, um ein möglichst genaues Bild unserer heimischen Vogelwelt zu erhalten. Alle Teilnehmer nehmen an einer Verlosung teil. Im vergangenen Jahr wurden Beobachtungen von 60.000 Vogelfreunden aus 36.000 Gärten ausgewertet.
Infos:
NABU Bundesverband
10108 Berlin
Fon 030/284984-0
Fax 030/284984-2000
www.stunde-der-gartenvoegel.de
Archiv Ökologische Agrarkultur
In über achtzigjähriger Geschichte des Ökolandbaus und der Bio-Lebensmittelwirtschaft haben viele Menschen zahlreiche Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen. Um dieses Wissen und Material zusammenzutragen, aufzubereiten und für weitere Forschung und Entwicklung bereitzustellen, wurde das AÖA in Witzenhausen gegründet. Gesammelt werden alle Materialien der ökologischen Agrar- und Ernährungskultur, insbesondere aus dem deutschsprachigen Raum, aber auch wichtiges Material, dass die internationalen Entwicklungen dokumentiert. Dazu gehören Nachlässe oder Materialien von Pionieren, Forschern, Verbänden, Firmen und Institutionen. Auch Zeitschriften, Rundbriefe, Broschüren, Bücher und CDs/DVDs, Fotos und Tondokumente werden aufgenommen. Die Materialien können in das Eigentum des Vereins übergehen oder als Depositum eingelagert werden und im Besitz des Leihgebers bleiben.
Ansprechpartner:
Dipl. Ing. agr. Immo Lünzer
Stetteritzring 26
64380 Roßdorf
Fon 06071/739696
Fax 06071/420619
Immo.Luenzer@gmx.de
www.AOEA.de