

Diesmal möchte ich nicht mit Gartenerlebnissen beginnen, sondern mit einem wunderschönen Text zum November von Bio-Gärtner Rainer Engler (Blumenschule Schongau):
“Im November beginnt bereits das neue Jahr. Die Natur folgt hierbei nicht dem gregorianischen Kalender, der dafür als Stichtag den 1. Januar vorsieht. Die Natur beginnt gleitend mit einem Übergang, wobei noch altes abstirbt, herbstgefärbte Blätter noch von den Bäumen fallen und letzte Rosen noch blühen, während im Boden die Samen ruhen, aber die Zwiebeln bereits Wurzeln treiben.
Stauden, Bäume und Sträucher bilden bereits dicke Knospen, in denen oft schon die ganze neue Blüte angelegt ist. .... Alles möchte jetzt ein wenig langsamer vor sich gehen. Das ist eine Zeit der inneren Schatzsuche. Durch den Rückzug aus der lauten, äußeren Alltagswelt in die Stille, bietet sich die Chance für das Entdecken von in uns Verborgenem. Wir besinnen uns auf unsere Qualitäten, Talente und Wünsche. Daraus formt sich Neues, zuerst nur als Idee.”
www.blumenschule.de
Ich liebe den nussigen Geschmack von Feldsalat. Die ersten Rosetten sind bei früher Aussaat jetzt zu ernten. Haben ältere Blätter an den Rändern rötliche Verfärbungen, kann ein leichter Phosphormangel vorliegen. Bei stärkerem Mangel breitet sich die rötlich-violette Verfärbung über die gesamte Blattspreite aus. Phosphormangel führt zu Wuchshemmungen bis hin zum vollständigen Wachstumsstillstand. Diese Symptome sind bei gepflanztem Feldsalat häufig zu finden.
BÖG Infofax
Bei mir passiert es immer mal wieder, dass Knollenfenchel zu früh schießt. Das betrifft nach meinen Erfahrungen besonders gepflanzten Fenchel, weniger ausgesäten. Auch wenn es trocken ist, schießt Fenchel gerne. Aus Unwissenheit landeten die Pflanzen bei mir auf dem Kompost. Jetzt habe ich gehört, dass sich die Blütenstängel sehr gut dünsten ließen. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert!

Im letzten Newsletter des Biogartenversands vom Bioland-Hof Jeebel (GR 1/08) wurde auf die diesjährige Kartoffelernte eingegangen. Vielerorts hätte es sehr gute Kartoffelerträge gegeben. Allerdings hätten die Kartoffeln auch einen sehr hohen Stärkegehalt. Dies führe dazu, dass auch festkochende Sorten eher mehlig ausfielen. Wenn ‘Linda’ oder ‘Nicola’ beim Kochen aufplatzten, so läge das schlicht am Wetter.
www.biogartenversand.de
Jetzt sind die meisten Arbeiten im Garten vorüber und ich beginne schon wieder voller Elan neue Gartenkataloge zu wälzen. Dabei lautet mein Prinzip: so viele samenfeste Sorten wie möglich, so wenige Hybriden wie nötig. Diese Züchtungen sind für mich sehr naturfern. Es wird dabei zum Beispiel mit Inzuchtlinien gearbeitet. Außerdem kann ich Saatgut von Hybriden nicht nachziehen. Es spaltet sich wieder in die ursprünglichen Sorten auf. Ich verwende fast nur Biosaatgut, speziell bei Gemüse. Die Mutterpflanzen wurden nicht mit Kunstdünger oder Pflanzenschutzmitteln behandelt. So sind sie bestens auf meinen Bioanbau vorbereitet. Eine Adressliste von Anbietern, dessen Biosaatgut schon mehrere Jahre biologisch vermehrt wurde, gibt es hier auf unseren Internetseiten

Ich bin eine große Liebhaberin von Sonnenhut. Dieses Jahr habe ich die wunderschöne einjährige Sorte 'Cappuccino' entdeckt. Sie hat sehr große zweifarbig rotgelbe bis rot-orange Blüten mit etwa 15 cm Durchmesser und wächst kompakt buschig 60 bis 80 cm hoch. Etwas Platz braucht sie schon, da sich breite Büsche entwickeln. Ich empfehle, einen Abstand von 40 x 40 cm einzuhalten. Bei mir blühten die Pflanzen auch im Halbschatten enorm, obwohl sie für sonnige Standorte empfohlen werden. Die selbst gezogenen Jungpflanzen wurden von Schnecken verschmäht. Dafür liebten Hummeln und Schmetterlinge die pompösen Blüten, die unermüdlich von Juni bis zum Frost blühten. Nicht umsonst hat 'Cappuccino' eine Fleuroselect-Medaille erhalten. Bezugsquelle konventionell:
Gärtner Pötschke,
Beuthener Str. 4,
41561 Kaarst,
Tel. 02131/7930,
www.poetschke.de
Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal Schwarzwurzeln gesät. Leider sind nur wenige Samen gekeimt. Trotzdem bin ich gespannt, wie sich die Wurzeln in meinem schweren Hohenloher Boden entwickeln werden. Schwarzwurzeln sind nicht so beliebt, weil der beim Schälen austretende Milchsaft sehr klebrig ist und braune Flecken hinterlässt. Man sollte Handschuhe tragen. Werden die Wurzeln unter fließendem Wasser geschält, färben sich die Hände nicht braun. Einfacher ist es, die gewaschenen Wurzeln samt Rinde in Salzwasser anzugaren. Nach dem Abkühlen lässt sich die Haut leicht abziehen. Die geschälten Wurzeln sofort in Essig- oder Zitronenwasser legen, damit sie sich nicht verfärben.
Alle zwei bis drei Jahre mache ich in meinem Garten eine Bodenuntersuchung. Damit kann ich exakter düngen und spare Kosten für Düngemittel. Jetzt ist dazu der ideale Zeitpunkt. Bei der letzten Untersuchung kam heraus, dass mein Boden weder Phosphor noch Kali bräuchte, sondern nur Stickstoff. Das gebe ich ihm jetzt in Form von Hornmehl und Brennnesseljauche. Außerdem bekommt er einmal jährlich meinen bio-dynamischen Kompost. Die beste umfassende Untersuchung mit 14 Einzelbestimmungen und Bio-Düngeempfehlungen macht nach meiner Erfahrung das Labor Agrofor von Oliver Wegener. Die Proben sollten in 0 bis 20 cm Tiefe genommen werden. Für eine Durchschnittsprobe sind etwa 10 Proben aus gleichmäßig über den Garten verteilten Stellen zu nehmen. Sie werden gut gemischt und als eine Probe (maximal 200 gr) in einen sauberen Kunst stoffbeutel gefüllt. Danach gut beschriftet mit Adresse, Kulturart, Entnahmedatum und Düngung versenden. Agrofor ist das Nachfolgelabor von Dr. F.M. Balzer. Eine Probe kostet 40,– € incl. Versand.
AGROFOR,
Hauptstraße 27A,
35435 Wettenberg,
Tel. 0641/9803-56,
Fax 0641/9803-57,
www.agrofor.de


Sicher ist fast jedem Leser/jeder Leserin die Bio-Dynamische Präparatezentrale in Künzelsau-Mäusdorf ein Begriff. Ihr Begründer, Dr. Christian von Wistinghausen, starb Ende August im Alter von 75 Jahren, kurz nach einem Schlaganfall. Das kam für mich sehr überraschend, da er bei den letzten Kontakten einen lebensfrohen Eindruck gemacht hatte. Christian unterstützte mich mit großer Freude und Herzlichkeit bei Artikeln über seine Präparate, zum Beispiel dem Baldrianblütenextrakt (GR 2/08) und selbst entwickelten Mäusdorfer Rottelenker (GR 4/08).
Besonders stolz war er auf die vielen Lobes-Briefe von Gärtnern und Landwirten. Wenn ich Fragen zu den Präparaten hatte, wendete ich mich immer zuerst an ihn. Er gab mir sofort in seiner freundlichen und unkomplizierten Art Antwort. Bei meinem ersten Präparatekurs gab er mir wertvolle praktische und theoretische Hilfen für meine darauffolgende Demeter-Zukunft mit. Erfüllt von den vielen neuen Eindrücken, fuhr ich mit einem Kuhhorn und Bergkristall im Gepäck, beides Geschenke von Christian, nach Hause. Sie liegen noch heute als Erinnerung auf meinem Schreibtisch.
Ich bewunderte Christian als unermüdlichen Kämpfer für den Demeter-Anbau. So verewigte er sich in unzähligen Leserbriefen in der hohenlohischen und landwirtschaftlichen Presse gegen Gentechnik, naturfremde Landwirtschaft und konventionelle Gülletechnik. Christian war promovierter Agraringenieur und baute 1967, gemeinsam mit seiner Frau Corinna, einen Pionierbetrieb der Putenhaltung in Künzelsau auf.
Damals wurden die Puten noch konventionell gehalten, da geeignete Öko-Futtermittel erst entwickelt werden mussten. Außerdem war er Mitgründer der ersten Putenerzeugergemeinschaft. Der Brunnenhof, inzwischen geführt von Tochter und Schwiegersohn, erhielt 2006 den bundesweiten Förderpreis Ökolandbau. Durch seine Aktivitäten prägte Christian den Aufbau der Demeter-Arbeit in Deutschland in verschiedensten Gremien maßgeblich mit. Ab 1973 stellte er die Bio-Dynamischen Präparate in größeren Mengen selbst her und gründete die Internationale Präparatezentrale.
Ein paar Jahre später führte er den ersten Präparatekurs durch. In seinem Einsatz für den Demeter-Anbau kaum aufzuhalten, reiste er als Berater unter anderem nach Polen, Schottland und Brasilien. Er war Mitautor zweier Bücher über die Demeter-Präparate, die in 15 Sprachen übersetzt wurden. Auch die Restaurierung des Geburtshauses von Rudolf Steiner, im heutigen Kroatien, geht auf seine Initiative zurück.
Der Abschied von Christian fällt mir sehr schwer. Ich habe ihn als Mensch und in seinem Engagement für die Demeter-Philosophie immer sehr bewundert.
Der Bezug der Demeter-Präparate und des Mäusdorfer Rottelenkers ist weiterhin über die Internationale Präparatezentrale möglich: Tel. 07940/2230, Fax 4911
Die Demeter-Präparate sind für mich nicht das "Herzstück" der biologisch-dynamischen Arbeit, wie immer wieder zu hören ist. Eher fordern sie heraus, wie weit überhaupt ein Verständnis zu ihrer Herstellung und Anwendung entwickelbar ist. Die Beobachtung der Pflanzenentwicklung von Schafgarbe, Kamille, Brennnessel, Stieleiche, Löwenzahn und Baldrian über mehrere Vegetationsjahre hinweg, gehört sicher dazu. Zu einem Herzensanliegen kann die Auseinandersetzung mit den Präparaten werden, wenn sie in einen Zusammenhang mit Landwirtschafts- und Menschenentwicklung gerückt werden.
Nach mehreren Jahren sammeln und verarbeiten zu anwendungsfertigen Präparaten, wollte ich wissen, wie nahe mir die Pflanzen geworden sind. So zeichnete ich sie im schneereichen Winter 1989 ohne "Modelle", außer bei der Eiche. Mit einer Stahlnadel stach ich sie in Zinkplatten als Kaltnadelradierungen. Danach wurden sie in einer Auflage von 30 Stück gedruckt: die meisten in schwarz-weiß, einige farbig. Mit den modernen Reproduktionstechniken konnte ich jetzt die Pflanzendarstellungen in größerer Auflage drucken lassen.
Die Präparate-Bilder können hier bestellt werden!
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| Baldrian | Brennessel | Stileiche |
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| Kamille | Löwenzahn | Schafgarbe |

