Demeter Baden-Württemberg
8. September 2010
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Gartenrundbrief 2/2010
Gartenrundbrief 2/2010

Aktueller Inhalt


Die Bienenwohnung – Teil 4

Text, Foto und Zeichnung von Imkermeister Thomas Radetzki

Markus Bärmann erntet gleich zwei Bienenschwärme auf einmalSchwarmbereite Völker wurden an die Imkerei geholt. Die Hecke im Hintergrund ist auf der Zeichnung leicht zu erkennen.
Foto: T. Radetzki
Traditionellem Wissen folgend sind für Bienen Kreuzungen von Wasseradern der beste Aufstellungsplatz. Das zu überprüfen hat uns sehr interessiert. Seit über zwanzig Jahren lassen wir unsere Bienenkörbe am Waldrand bei der Fischermühle frei abschwärmen. Im Laufe der Jahre haben sich Plätze gezeigt, an denen sich Schwärme bevorzugt anlegen. Verschiedene Rutengänger, die vorab informiert waren, haben die Plätze angeschaut und als Kreuzungspunkte bestätigt. Im Rahmen eines mehrjährigen Forschungsprojekts zur Schwarmstimmung wurde unter anderem dieses Thema aufgegriffen. Da Rutengehen keine naturwissenschaftlich anerkannte Methode ist, haben wir eine Person gewählt, von der eine besondere Qualifikation zu erwarten war. Der Rutengänger leitete eine entsprechende Ausbildungsstätte und hat acht Jahre lang in Zusammenarbeit mit Imkern viele von den Bienen selbst gesuchte Plätze untersucht. Dabei hat er über Wasseradern hinaus eine Reihe von weiteren geomantischen Merkmalen solcher Plätze bestimmt. Seine Ergebnisse wurden in der Imkerfachpresse publiziert.


Markus Bärmann erntet gleich zwei Bienenschwärme auf einmal
Hier ist die Verteilung der Schwarmanlegestellen dokumentiert. Die Bienen haben auch über Jahre hinweg bestimmte Plätze bevorzugt, obwohl hunderte mögliche Plätze zur Verfügung standen. Sie wurden niemals aufgesucht.
Zeichnung: T. Radetzki

Ohne Vorinformation bestimmte der Rutengänger acht Plätze im Radius von 50 Metern um den im Rahmen des Projektes eingerichteten Schwarmstand neben dem Imkereigebäude. Er war sich sicher, dass dies die interessanten Schwarmanlegeplätze für die Bienen sind. Von 2000 bis 2003 wurden die natürlichen Anlegeplätze erfasst. Bis 2003 legte sich jedoch kein einziger von 118 Schwärmen an einen der von dem Rutengänger genannten Plätze an. Wegen der subjektiven Methode bleibt es problematisch, die Erfahrung zu verallgemeinern. Im Rahmen unserer Arbeit wurden nur Schwarmanlegeplätze, keine Nistplätze untersucht. Uns sind Untersuchungen anderer Rutengänger bekannt, die angeblich in der Lage sind, bevorzugte Nistplätze zu bestimmen. Es wäre gut, dies in einer Blindstudie mit verschiedenen Rutengängern zu erforschen.

Aus eigener, jahrelanger Erfahrung mit Schwärmen ist mein Eindruck, dass die äußere Anordnung von Gelände und Bewuchs im Verhältnis zum Standort des Muttervolkes und auch einfach der Zufall für den Anlegeplatz eine Rolle spielen. Die Häufung von Schwärmen an bestimmten Stellen und auch das Verhalten der Bienen legen nahe, dass Duftspuren (Pheromone), welche die Schwarmbienen hinterlassen, dabei auch eine Rolle spielen.