

Dieses Jahr überrascht mich mein Garten doch sehr. Nahezu alle Gemüsepflanzen gedeihen prächtig, trotz des trockenen Frühjahrs und Wetterkapriolen bis in den Herbst hinein. Biodynamischer Kompost, Steinmehl, Ackerschachtelhalm, Hornmist und Hornkiesel, dazu erst ab Ende Juli zweimal verdünnte Kräuterjauche aus Brennnesseln und Beinwell – und alles wächst wunderbar. Keine organischen Zusatzdünger wie Hornmehl oder biologische Pflanzenschutzmittel waren nötig. Es gibt mir ein schönes Gefühl, dass sich immer mehr ein natürlicher Kreislauf einstellt. Dazu tragen sicher auch die vielen Tiere bei, die sich in dem 16 Ar großen Naturgarten inzwischen angesiedelt haben oder ihn als Nahrungsraum nutzen. Einige davon gehören sogar der Roten Liste gefährdeter Tier- und Pflanzenarten Baden-Württembergs an (RL 2 = stark gefährdet, RL 3 = gefährdet, RL V = Vorwarnstufe). Ich habe einmal eine Aufstellung, der bis jetzt von mir und Profis bestimmten Tierarten gemacht und war selbst überrascht über die große Anzahl:
44 Vögel, 4 davon nur überfliegend (1 x RL 2, 2 x RL 3, 9 x RL V), 40 Wildbienen inklusiv Hummeln (1 x RL 2, 1 x RL 3, 7 x RL V), 19 Wespen, 24 Käfer und Schwebfliegen, 15 Libellen, 54 Schmetterlinge und Raupen (4 x RL 3, 6 x RL V), 7 Amphibien, 8 Säugetiere (1 x RL 3) und 2 Reptilien.
Ameisenhügel in der Wiese beleben einen NaturgartenJetzt ist wieder eine günstige Zeit, Öko-Blumenzwiebeln zu stecken. Bei ihnen werden weder Unkrautvernichtungsmittel, Kunstdünger noch Pflanzenschutzmittel angewendet (siehe GR 5/2010). Da weniger Zwiebeln auf der Fläche wachsen als im konventionellen Anbau und mit der Hand gejätet werden muss, sind sie auch etwas teurer. Adressen von Anbietern gibt es auf unseren Internetseiten www.gartenrundbrief.de/biogarten_blumenzwiebeln.php
Zur besseren Ausreifung von Obst und Gemüse spritze ich das biodynamische Hornkieselpräparat jetzt nachmittags (Anleitung im GR 4/2008). Dies ist besonders bei Wurzelgemüse und Obstgehölzen empfehlenswert. Wer sich näher über die Demeter-Präparate informieren möchte, kann dies bei folgendem Herbstkurs tun:
16. und 17. September im Brunnenhof
74653 Künzelsau-Mäusdorf Themen unter anderem: Einführung in die
Präparate, praktische Herstellung, Anwen-
dungen und Wirkungen.
Kosten: 150,– EUR oder nach Vereinbarung.
Anmeldung bei der
CvW KG, Biodynamische Präparatezentrale,
Tel. 07940/2230, Fax 4911,
c.v.wistinghausen@t-online.de
Knollenbräune an SellerieAuch Kürbisse müssen unbedingt vor den ersten Frösten geerntet sein. Vor allem weichschalige Sorten (Halloween-Typen) werden schon durch leichte Fröste geschä- digt. Um ein Faulen zu verhindern, kommt es auf die richtige "Ernte- und Nachernte- behandlung" an:
Als Schutzmaßnahme vor dem Verdursten werden die Blätter bunt.Am Ende noch ein interessanter Internettipp:
www.heckenschutz.de
Ehrenamtliche Seite des Arbeitskreises Heckenschutz mit vielen Artikeln, auch zu Pflege und Schutz. Die etwas unkonventionell aufgebauten Seiten werden ständig erweitert.
Illustration des wilden Feldsalats Valerianella locustaVon der Wild- zur Kulturpflanze
Die Wildpflanze (Zeichnung rechts) hat hellgrüne, längliche Blätter. Die aus der wilden Art Valerianella locusta durch Auslese gewonnenen Kultursorten sind dunkler in der Farbe. Die Blätter sind runder und die Rosettenbildung kräftiger mit mehr Blättern. Geblieben sind der gute Geschmack und die ausgeprägte Winterhärte. Geblieben ist aber auch das Schossen nach dem Winter, spätestens im April. Nach der Blüte bilden sich Samen, die etwa im Juni ausfallen, interessanterweise aber nicht gleich wieder keimen. Sie haben eine natürliche Keimhemmung, die mit der Zeit, bis etwa Anfang September, abgebaut wird. Falls früher gesät werden soll, muss auf überjähriges Saatgut zurückgegriffen werden. Saatgut im Handel hat natürlich die Keimhemmungsphase durchlaufen.
Aussaat gut feucht und kühl halten
Feldsalat braucht für eine flotte Keimung ein abgesetztes und angedrücktes Saatbeet. Das etwas festere Saatbeet erleichtert eine gleichmäßige und flache Saat. Auch danach sollte die Erde wieder angedrückt werden. Die großkörnigen Sorten ‘Vit‘ und ‘Elan‘ sind für die Handaussaat besonders geeignet. (Die Lieblingssorte der Redaktion ist 'Verte de Cambrai', da die Blätter besonders nussig und gut schmecken, dazu sehr winterhart sind) Alle Sorten
gibt es bei www.bingenheimersaatgut.de.
Die Rosetten werden am schönsten, wenn sie genügend Platz haben - genaue Angaben im Kasten Seite 6. Die Saat keimt am besten, wenn das Saatbeet feucht gehalten wird, ohne dass eine Kruste entsteht. Es kann zum Beispiel mit Vlies, Baumwollnetz oder ähnlichem abgedeckt werden, aber nur bis sich der erste Keimling zeigt. Saaten im August fallen oft noch in die heiße Zeit. Dann sollte am Abend gegossen werden, damit die Saat über Nacht Kühle hat. Das ist besonders wichtig, da Temperaturen über 25 Grad eine Keimung verhindern. Je später der Aussaatzetipunkt umso länger wird die Kulturdauer bis zur Ernte. Der zweite Kasten gibt einen groben Hinweis für einen milden Standort in Süddeutschland. Je nach herbstlicher Witterung (warm und hell oder kalt und dunkel) kann sich die Zeit bis zur Ernte deutlich verschieben.
Sichere Vorkultur in Töpfen
Heute wird Feldsalat gerne gepflanzt. Das gilt ganz besonders für den Anbau im Gewächshaus. Die Vorteile:
Vorgezogener Feldsalat in PresstöpfenUnterschiedliche Qualität - je nach Anbaumethode
Feldsalat aus dem Freiland schmeckt deutlich kräftiger und die Pflanzen sind stabiler, auch nach der Ernte, als aus dem Gewächshaus. Um auch noch bei strengem Frost und/oder einer Schneedecke ernten zu können, ist eine Abdeckung mit einer stabilen Folie sinnvoll. Abgedeckt wird erst, wenn Schnee und Kälte angesagt ist, aber der Feldsalat noch nicht gefroren ist. Der zugedeckte Salat sollte bald geschnitten werden, da er bei Luft- und Lichtmangel nach einiger Zeit leicht zu faulen anfängt. Feldsalat aus dem Gewächshaus ist deutlich zarter, dafür nicht sehr intensiv im Geschmack. Auch in ungeheizten Häusern oder Frühbeeten wächst Feldsalat recht gut. Aber Achtung: Feldsalat wird schnell krank, wenn die Luft feucht ist und steht. Die Fenster sollten also Tag und Nacht mindestens einen Spalt geöffnet bleiben.
An dieser Stelle wurde bisher immer eine Tabelle mit den aktuellen Terminen veröffentlicht. Da jedoch die Leser aus ganz
Deutschland und Europa kommen, haben wir uns entschlossen, keine Tabelle mehr abzudrucken. Dafür können wie immer alle
baden-württembergischen Termine jederzeit aktuell im Internet abgerufen werden unter www.demeter-bw.de/gartengruppen_veranstaltungen.php. Mitglieder baden-württembergischer Gartengruppen werden natürlich weiterhin schriftlich eingeladen.
Auf unseren Internetseiten gibt es seit neuestem die Rubrik "Gartenfragen". Darin sind interessante Fragen von Lesern rund um den Biogarten veröffentlicht mit Antworten der Redaktion. Dazu können über eine Suchfunktion Themen gefunden werden:
www.gartenrundbrief.de/gartenfragen.php