

Jetzt geht die Gartenarbeit wieder so richtig los. Beim Blick durchs Fenster auf einen Sonnenstrahl im Garten, hält es mich kaum mehr auf dem Bürostuhl. Ich bin jedes Jahr aufs Neue gespannt, wann hier auf der kalten Hohenloher Ebene der Boden soweit ist, dass ich ihn betreten und bearbeiten kann. Dann säe ich ganz schnell Dicke Bohnen aus. Die im Haus angezogenen Salatjungpflanzen werden ins Frühbeet gepflanzt und eventuell gegen Kälte mit Vlies abgedeckt. Der Treibsalat 'Larissa' (wunderbar zart und geschmackvoll, von www.bingenheimersaatgut.de) und Treibeissalat 'Kellys' (frühester Eissalat, von www.sativa-saatgut.de) sind die Ersten. Dieses Jahr möchte ich dazu den Batavia-Salat 'Maravilla de Verano' testen.

Seitdem ich mit der Bio Kräuter- und Aussaaterde von Floragard (Foto rechts) arbeite, gelingt mir die Jungpflanzenanzucht wunderbar. Der zugesetzte Kompost wird mit den Biodynamischen Präparaten behandelt. Zum zweiten Pikieren der Tomatenjungpflanzen nehme ich dann die Bio-Erde von Floragard. Sie ist etwas mehr aufgedüngt. Beide Erden und dazu ausgefallenes Biosaatgut aus England, kontrolliert von den Organic Farmers & Growers (Bio-Gärtner in England), gibt es bei:
Samentraum Gassmann, Tel. 04233/9825980,
www.samentraum.de (kein Katalog, nur online)
Nach Redaktionsschluss der letzten Ausgabe erreichte mich noch ein interessantes Biosaatgut-Angebot von der Arbeitsgemeinschaft “Standortanpassung und Ökologische Züchtung“ der Universität Göttingen. Ihre neue Initiative heißt "CULINARIS – Saatgut für Lebensmittel". CULINARIS bietet die besten Öko-Sorten aus der Forschung an: darunter viele Tomaten inklusiv Wildtomaten (siehe Titelbild), Paprika, Chili, Grünkohl oder Abessinischer Kohl.
Bestellliste bei www.culinaris-saatgut.de
Eine weitere Neuheit ist das Bio-Jungpflanzenangebot des österreichischen Vereins Arche Noah für Deutschland. Die Raritäten-Auswahl umfasst Sorten von dreißig Tomaten, etwa zwanzig Paprikas, Kürbissen, Gurken, Kräutern, Erdbeeren, dazu seltene Gemüse wie Andenbeere, Litschitomate, Erdmandel, Zuckerwurz, Melothria, Knollenziest und viele mehr. Eine Bestellung ist bis Mitte April möglich, Lieferung von Mitte April bis Ende Mai.
Arche Noah, Obere Straße 40,
A-3553 Schiltern, Tel. 0043/(0)2734/8626,
Fax 8627, www.arche-noah.at (Shop)
Werden Frostnächte angekündigt, spritze ich am Abend davor auf Boden und Pflanzen verdünnten Baldrianblütenextrakt (GR 2/2008). Dazu gebe ich ein Milliliter auf ein Liter Wasser und verrühre alles ein paar Minuten intensiv. Baldrianblütenextrakt kann einen Spätfrostschutz um bis zu drei Grad bewirken.
Das Käferbeet des Redaktionsgartens mit BärlauchFür nützliche Helfer im Garten, habe ich letztes Jahr im März ein Käferbeet aus alten Stämmen angelegt. Sie liegen kreuz und quer im Halbschatten von Sträuchern und sollen sich mit den Jahren zersetzen. Drumherum pflanzte ich noch Bärlauch und bin jetzt gespannt, wer das Käferbeet besiedeln wird. Zwischen die Hölzer können auch einheimische Wildpflanzen gesetzt werden, zum Beispiel Wald-Geißbart, Hohler Lerchensporn, Echter Wurmfarn, Waldmeister oder Wald-Ziest.
Folgenden wertvollen Hinweis von Demeter-Berater Julius F. Obermaier gebe ich gerne weiter: Komposte aus der Großen Brennnessel Urtica dioica erweisen sich bei Rosenkulturen als besonders empfehlenswert und wirkungsvoll. Auch wenn sie äußerlich sehr verschieden sind, weisen Rosengewächse auf zentrale Herzenskräfte hin und Brennnesseln bilden das zentrale Kompostpräparat. Sie werden möglichst frühmorgens im besten Wachstum gemäht, also kurz vor der Blüte. Dann kann nachmittags der Komposthaufen aufgesetzt werden. Dazu wird das leicht angewelkte Material mit reifen Kompost vermischt: pro Kubikmeter Brennnesseln etwa zehn Kilo. Danach entweder die Biodynamischen Kompostpräparate, Rottelenker oder Fladenpräparat zugeben und abdecken. Nach vier bis sechs Monaten ist der Spezial-Kompost reif und wird noch vor dem Winter zu den Rosenkulturen gegeben. Werden größere Mengen gebraucht, kann er mit anderem Kompost vermischt ausgebracht werden.
Ist der Boden genügend erwärmt, rühre ich nachmittags eine Stunde lang biodynamischen Hornmist zum Ausbringen an. Etwa fünf Gramm (gr) trockenes Präparat oder rund 40 gr frisches gebe ich dazu in fünf Liter handwarmes Regenwasser und rühre eine Stunde lang mit wechselnder Drehrichtung. In den letzten zwanzig Minuten gebe ich zur Anregung von Wärmeprozessen noch einen Spritzer Baldrianblüten extrakt dazu. Danach verteile ich die dynamisierte Mischung mit einem Handfeger grobtropfig auf die Beete, Wiese, um Bäume und Sträucher. Hornmist fördert nachweislich das Bodenleben, den Humusaufbau und regt das Wurzelwachstum an. Der Boden darf beim Ausbringen auf keinen Fall gefroren sein, da das Präparat sonst nicht in den Boden eindringen kann.
Etwa zur gleichen Zeit spritze ich vorbeugend gegen Pilzkrankheiten Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) auf Beete und Kulturen. Ich verwende dazu verdünnten Schachtelhalmextrakt aus dem Gartenmarkt.
Süßer als ‘Bantam’ schmecken die samenfesten Sorten ‘KS-SR-01 bis 03’ (Sativa und Bingenheim)Die Aktion "Bantam-Mais" geht in ihr siebtes Jahr. An rund 60.000 Standorten
haben Gärtner bisher samenfesten Mais als Symbol des Widerstandes gegen Gentechnik angebaut. Dieses Jahr wächst die Vielfalt der Aktion weiter. Nach blauem Lein werden zusätzlich Kohlrabi, Sonnenblumen und gelbe Zucchini – natürlich alle samenfest – angeboten. Machen Sie mit und melden Sie Ihren Anbau bei:
Save our Seeds, Marienstr. 19-20,
10117 Berlin, Tel. 030/24047146,
Fax 27590312, www.bantam-mais.de
Eine Lichtwurzel wächst hoch hinaus und braucht HaltDie Lichtwurzel Discorea batata gehört zu der großen Familie der Yams-Gewächse. Doch nur die Wurzel, die heute noch in einem Tal bei Chengde in der Provinz Hebei in China für Heil- und Ernährungszwecke angebaut wird, kann als Lichtwurzel bezeichnet werden. Ein Hinweis Rudolf Steiners, der sie als "Ablösepflanze" der Kartoffel bezeichnete, führte nach seinen Vorträgen für die Landwirtschaft (1924) zu ersten Anbauversuchen am schweizerischen Goetheanum in Dornach. Viel später, in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts, bemühte sich Ralf Rößner von der IMTON GmbH in der Nähe von Nürnberg intensiv um Forschung, Kultivierung und eine sinnvolle, zukunftsweisende Verarbeitung der Wurzeln.
Mini-Hochbeet für den Start ins erste Jahr
Die folgenden Erfahrungen stammen von Wolfgang Scheibe, der Lichtwurzeln in seinem Garten in Italien anbaut. Es ist eine kleine Herausforderung, mit richtiger Anleitung jedoch gut möglich. Die Pflanze wächst rasant in die Höhe. Sie braucht lange Stäbe oder Schnüre, damit die Ranken einen Halt finden. Eher bescheiden wirken dagegen die unauffälligen, in lockeren Trauben angelegten, kleinen Blütenstände. Besonders hübsch ist die feine violette Farbe der Ranken, Blattadern und des Blattrandes. Die Lichtwurzel entwickelt eigenartige Fruchtknöllchen (Bulbillen oder Blattachsenknöllchen) und überrascht bei der Ernte mit sehr langen Wurzeln. Die Knöllchen können als Pflanzgut genommen werden. Dann verlängert sich der Anbau aber um ein Jahr auf zwei Jahre. Für die Knollen reicht im ersten Jahr ein Beet oder Kasten mit etwa 30 cm Höhe aus.
Die Fruchtknöllchen an den Ranken können zum Pflanzen genommen werdenEs kann auch einfach ein Damm, wie beim Kartoffel- oder Spargelanbau, aufgehäufelt werden. Die oberen fünf bis zehn Zentimeter sollten guter nährstoffreicher, möglichst mit Biodynamischen Präparaten behandelter Kompost sein. Darunter ist gewaschener Flusssand ideal. Er dient unter anderem als Drainage. Die Knöllchen werden nach dem letzten Frost im Abstand von 15 cm wie Steckzwiebeln gepflanzt. In die Erde wird alle etwa 30 cm ein rund zwei Meter langes Schilf- oder Bambusrohr gesteckt. Was aus dem Knöllchen als Triebspitze aus dem Boden kommt, ist anfänglich sehr unscheinbar, sucht und findet aber schnell die Rankhilfe. Dann kann das Beet dick gemulcht (Achtung Schnecken!) oder von wirklich störenden Beikräutern befreit werden. Geerntet wird vorsichtig, nachdem sich die Blätter gelb gefärbt haben und abgefallen sind – auf jeden Fall vor dem ersten Frost. Die Wurzeln haben jetzt eine Länge von zehn bis 30 cm. Wenn sie vorsichtig von lockerer Erde befreit sind, können sie kühl und trocken im Dunkeln bis zur erneuten Pflanzung aufbewahrt werden. Ein Eimer oder eine Kiste mit trockenem Sand eignen sich auch.
Mehr als ein Meter lange Wurzeln
Wer diesen Aufwand vermeiden will, verwendet gleich obere Abschnitte von größeren Wurzeln, die sogenannten Herzen oder einjährige Pflanzwurzeln. Dann können im ersten Jahr die bis zu 1,20 Meter langen unverzweigten Lichtwurzeln geerntet werden. Sie sollten vollständig und ohne große Mühe aus lockerem Boden genommen werden können.
Die üppige Lichtwurzelernte von Wolfgang ScheibeDeshalb ist es besonders wichtig, einen mindestens 1,20 m hohen "Zuchtkasten" zu bauen. Die oberen etwa 20 cm müssen guter, möglichst präparierter und nährstoffreicher (Mist-)Kompost sein. Darunter kommt gewaschener Flusssand. Damit sich die Schichten auch während der Ernte nicht vermischen, kann Stroh, Heu oder Laub als Trennschicht verwendet werden. Im ersten Anbauversuch kleidete ich eine rund gebogene Baustahlmatte mit Plastikfolie aus und füllte sie entsprechend. Zur Ernte brauchte ich sie nur vorsichtig zu öffnen. Seit drei Jahren benütze ich einen dreiseitigen, 1,20 m hohen Kasten aus Schalbrettern, den ich gut mit der rückseitigen Mauer verbinde und dessen eine Schmalseite zur Ernte aufschraubbar ist. Die Stäbe oder Schnüre als Rankhilfe sollten mindestens drei bis maximal sieben Meter lang sein. Diese Konstruktion ist sehr gut auch als einjähriger Sichtschutz einzusetzen. Während der gesamten Kulturzeit darf die Kompostschicht niemals austrocknen. Gaben von Brennnessel-, Beinwell- und Kräuterjauchen sind gut. Die Knöllchen und Herzwurzeln können vor dem Stecken in Hornmist getaucht und die obere Kompostschicht damit benetzt werden. Eine zweite Hornmistgabe, eventuell zum ersten Beikrautjäten, unterstützt die vegetative Entwicklung. Hornkiesel wird im Sommer morgens kurz vor der Blüte und eventuell ein zweites Mal im Herbst nachmittags, wenn sich die allerersten Blätter gelblich verfärben, gespritzt. Ich konnte aus meinem Kasten von 1,40 m x 0,30 m x 1,20 m Größe letztes Jahr rund acht Kilo Wurzeln ernten.
Lichtqualität beim Verzehr sofort frei
Die Blätter der Lichtwurzel können frisch oder getrocknet als Tee getrunken werden. Das befreit den Kopf. Die Knöllchen, deren Ernte meist sehr groß ausfällt, werden wie Bonbons gegessen. Täglich bis zu sieben Stück harmonisieren die Verdauung. Und dann die Wurzel: Kann die besondere Qualität überhaupt beschrieben werden, die diese Wurzel unserer Ernährung schenkt? Gewagt sei ein kurzer Versuch. Unsere "übliche" Nahrung führt zum Erwachen im physischen Leib, verzehrte Lichtwurzel zusätzlich in das Bewusstwerden unseres Äther- oder Bildekräfteleibs. Der hohe Anteil an Lichtqualität ist beim Verzehr sofort frei verfügbar, muss also nicht den ganzen Verdauungsablauf über Kauen, Schlucken, Magen- und Darmaufenthalt durchmachen. Die Menge kann dabei gering gehalten werden: täglich ein frischer, etwa 3 cm langer Wurzelabschnitt oder maximal ein Fingerhut voll getrocknetem Lichtwurzelpulver, reichen aus.
Die langen Wurzeln müssen gerade und ohne Verzweigungen wachsen könnenHöchster Gehalt an Lichtäther
Von den Inhaltsstoffen her ist Discorea batata ein reichhaltiges Wurzelgemüse: Stärke, Proteine, Fett, Aminosäuren, Saponine, Polysaccharide, Schleimstoffe, Vitamine und 31 verschiedene Spurenelemente gehören dazu. Die chinesische Heilkunde beschreibt eine fördernde Wirkung auf Milz, Lunge, Niere und endokrine Drüsen, genauso wie auf Haut und Haar. Der Blutzucker soll reguliert und das Immunsystem gestärkt werden. Das Besondere bleibt aber der höchste Gehalt an Lichtäther in der Pflanzenwelt, der in der Lage ist, einen Ausgleich zu den heute üblichen Qualitätsverlusten durch eine übertrieben technisierte Lebensmittelherstellung zu schaffen. Hinweise auf das Vorhandensein der spezifischen Lichtwurzelqualität können an der Pflanze "abgelesen" oder "erübt" werden: zum Beispiel das enorme Tiefenwachstum der Knolle, die alles daransetzt, den Mutterboden zu durchstoßen und weiter in die Tiefe zu streben. Erst dort oder im kieseligen Flussand wird sie zum Lichtspeicherorgan. Sie wächst gegenüber anderen Wurzelgemüsen sogar "verkehrt": Unter der Erdoberfläche beginnt sie dünn und zart, nimmt mit zunehmender Tiefe an Umfang zu. Bleibt die Wurzel im Mutterbodenbereich oder der Kompostschicht "stecken", verzweigt sie sich fingerartig und die Lichtqualität tritt zurück. Auffällig sind auch die unterschiedlichen Blattstellungen, die rotviolette Ausfärbung der Ranke und Blattränder. Mit dem Anbau im Garten könnte eine neue Familie aus der Pflanzenwelt die Vielfalt bereichern und das Spektrum der Heil- und Gewürzpflanzen erweitern. Pflanzgut, Brutknöllchen und Lichtwurzelprodukte gibt es bei:
IMTON GmbH, Unterriedener Hauptstr. 44,
90518 Altdorf, Tel./Fax 09187808003,
www.lichtwurzel.info
Firma ErdmannHAUSER, Robert-Bosch-Str. 17,
71729 Erdmannhausen, Tel. 07144/8964-0,
Fax -28, und im Naturkostfachhandel
Seminar zur naturgemäßen Bienenhaltung
Referenten: G. Friedmann und M. Weiler, beide Demeter-Imkermeister
13. April, 18.00 Uhr bis 15. April, 16.00 Uhr
Ort: Tainach/Kärnten (Österr.), Bildungshaus "Sodalitas"
Kosten: 150,– € zzgl. Übernachtung und Verpflegung
Anmeldung und Infos:
Tel. 0043-42363279, rainer@kfzfischer.de oder www.demeter.at
Ökologische Imkerei und Varroaregulierung
7. April, 10.00 bis 17.00 Uhr
Ort: Demeter-Imkerei G. Friedmann, 89555 Küpfendorf-Steinheim
Kosten: kostenlos, Essensbeitrag 20,– €
Anmeldung hier
Veranstaltungen zur wesensgemäßen Bienenhaltung und Blühenden Landschaft
im Internet unter www.mellifera.de oder Tel. 07428/94524-90, Fax -99