Demeter Baden-Württemberg
Demeter
11. Dezember 2017
Gartenrundbrief 2/2011
Gartenrundbrief 2/2011

Aktueller Inhalt


Arbeitskalender März/April

von Iris Mühlberger (Text und Fotos)

März

Ich weiß nicht, wie es Ihnen erging. Ich wurde jedenfalls durch den frühen Wintereinbruch abrupt von der Gartenarbeit ins Haus geholt. So lagen Mitte Januar immer noch einige Beete unbearbeitet unter der Schneedecke versteckt. Viele Herbst- und Wintergemüse, wie Knollenfenchel, Rettich, Grünkohl und Rosenkohl, wuchsen durch den frühen und langen Frosteinbruch kaum mehr weiter. Die Herbst- und Winterernte fiel dadurch recht mager aus. Über eine üppigere “Ernte” konnte ich mich dafür bei meinen Nistkästen freuen. In 23 fand ich erstaunliche 34 Nester von Feld-, Haussperlingen, Meisen, Mehlschwalben und Staren.

Falls sich dieser Winter wieder bis in den April hinziehen sollte, werde ich in meinem Garten mit Baldrianblütenextrakt für mehr Wärme sorgen. Sind Frostnächte angesagt, spritze ich vorher auf Boden und Pflanzen das verdünnte Demeter-Präparat (siehe GR 2/2008). Dazu gebe ich 1 ml auf 1 Liter Wasser und verrühre alles intensiv ein paar Minuten. Baldrianblütenextrakt kann einen Spätfrostschutz um bis zu drei Grad bewirken.

Wenn der Boden genügend warm und abgetrocknet ist, verteile ich meinen bio-dynamischen Kompost auf die Beete und harke ihn nur leicht ein. Etwa eine Woche vorher impfe ich ihn noch einmal mit den Kompostpräparaten (Anleitung GR 5/2008). Ihre Strahlungswirkung hat nach Untersuchun- gen des Forschungrings für Biodynamische Wirtschaftsweise folgende Effekte:

???Die Larve des Asiatischen Marienkäfers hat auffällige Borsten
???Verschiedene Färbungen des Einwanderers, bei allen auffallend: ein schwarze “W” auf dem Halsschild
Foto: Wikipedia, H. Storch
Marienkäfer fühlen sich in meinem Garten sehr wohl, da ich außer den Demeter-Präparaten, Ackerschachtelhalm und Kräuterjauchen keine anderen Mittel einsetze. Dafür lasse ich meine vielen Nützlinge arbeiten. In den letzten Jahren hat sich bei mir, wie in vielen Regionen Deutschlands auch, der Asiatische Marienkäfer angesiedelt. Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts (JKI) Dossenheim haben bei vergleichenden Versuchen festgestellt, dass er Krankheitserregern wesentlich besser trotzt als unser heimischer Siebenpunkt-Marienkäfer. Das Blut (Hämolymphe) des Einwanderers entfalte eine bis zu tausendfach stärkere Wirkung gegen Bakterien und Pilze als das unseres Glücksbringers. Neben der antimikrobiellen Aktivität der Körpersäfte der Käfer untersuchten die Forscher vom JKI auch die Wirkung der Duftwolke, die die Tiere umgibt. Drei der flüchtigen Substanzen daraus hemmten in den Tests ebenfalls das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Diese Ergebnisse untermauern den aktuellen Trend, dass der Asiatische Marienkäfer sich immer weiter ausbreitet. Er vermehrt sich schneller als unsere einheimischen Arten und hat durch die gute Abwehr von Krankheitserregern auch bessere Überlebenschancen.
www.jki.bund.de

Bärlauch liebt lichten SchattenBärlauch liebt lichten Schatten
Der in Mode gekommene und gesunde Bärlauch lässt sich bei geeigneten Bedingungen im Garten leicht ansiedeln. Die Waldpflanze liebt feuchte, humose und kalkhaltige Standorte. Im lichten Schatten unter Gehölzen fühlt sie sich besonders wohl. Am einfachsten und sichersten ist es, von Anfang März bis Mitte Mai Jungpflanzen zu setzen (zehn pro Quadratmeter). Sie werden so tief gepflanzt, dass die Blattstielansätze etwa 2 cm unter der Bodenoberfläche verschwinden. Eine Aussaat ist weniger zu empfehlen, da Bärlauch bis zu zwei Jahre braucht, um zu keimen. Das Stecken von Zwiebeln ist auch möglich, war bei mir im Garten jedoch nicht sehr erfolgreich.

April

Unregelmäßige Brokkoli-Blume durch zu hohe TemperaturUnregelmäßige Brokkoli-Blume durch zu hohe Temperatur
Die ersten Brokkoli-Jungpflanzen kaufe ich in diesem Monat bei einem Demeter-Gärtner, da mir eine Anzucht im (hier kühlen) März meistens nicht gelingt. Oft werden die Blumen von Brokkoli ungleichmäßig, locker oder bilden zu große Einzelknospen. Manchmal wachsen auch Blätter durch die Blume oder einzelne Knospen blühen frühzeitig auf. Das ist kein Sorten- oder Kulturproblem. Entscheidend ist die Temperatur während der Ausbildung der Blume. Das empfindlichste Stadium liegt laut Literatur bei einem Blumendurchmesser von 5 bis 10 mm. Das ist rund vier Wochen nach der Pflanzung der Fall und dauert etwa eine Woche. Liegen die Temperaturen während dieser Zeit über 25 Grad kommt es zu Missbildungen der Blume und zu einem verstärkten Seitentriebwachstum. Hat die Pflanze das kritische Stadium überschritten, haben hohe Temperaturen keinen negativen Einfluss mehr.
BÖG Infofax

Ist der Boden genügend erwärmt, rühre ich nachmittags eine Stunde lang das mit Regenwasser verdünnte Biodynamische Hornmistpräparat an. In den letzten 20 Minuten gebe ich zur Anregung von Wärmeprozessen Baldrianblütenextrakt dazu (Seite 2). Danach wird die dynamisierte Mischung mit einem Handfeger grobtropfig auf Beete, Wiese, um Bäume und Sträucher verteilt. Hornmist fördert nachweislich das Bodenleben, den Humusaufbau und regt das Wurzelwachstum an. Eine genaue Anleitung steht im GR 2/2009. Der Boden darf beim Ausbringen auf keinen Fall gefroren sein, da das Präparat sonst nicht in die Erde eindringen kann.

„Mit einer Hand voll Samen können wir ein Stückchen Erde in eine blühende Landschaft verwandeln“, ist sich Nicole Krüger vom Netzwerk Blühende Landschaft NBL (www.bluehende-landschaft.de) sicher. Deshalb hat das NBL gemeinsam mit Saatgutunternehmen drei interessante Samenmischungen entwickelt:

Saatgut 3 Saatgut 2 Saatgut 1

Kurs: Die Demeter Präparate in die Hand nehmen

16. April, ab 8.00 Uhr

Rudolf Steiner ermunterte dazu, „ein persönliches Verhältnis zum Dünger und zum Arbeiten mit dem Dünger“ zu entwickeln. Wer die Herstellung der biodynamischen Feld- und Kompostpräparate näher kennenlernen und sie praktisch in die Hand nehmen möchte, ist bei diesem offenen Präparatetag richtig.

Ort und Anmeldung:
CvW KG, Biologisch- Dynamische Präparatezentrale,
Hohe Straße 25, 74653 Künzelsau-Mäusdorf.
Tel. 07940/2230, Fax 491,
c.v.wistinghausen@t-online.de,
www.praeparatezentrale.de