Demeter Baden-Württemberg
11. Dezember 2017
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Gartenrundbrief 4/2017
Gartenrundbrief 4/2017

Alarmierender Rückgang unserer Vögel

In den letzten 23 Jahren sind 80 % unserer Kiebitze verschwundenIn den letzten 23 Jahren sind 80 % unserer Kiebitze verschwunden
Foto: suzbah/fotolia.com

Die Vögel der Agrarlandschaft haben in Deutschland und Europa in den letzten Jahrzehnten immer schneller abgenommen. Zwischen 1990 und 2013 verschwanden in Deutschland 35 % aller Feldlerchen, 80 % aller Kiebitze und 84 % aller Rebhühner. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor (Drucksache 18/12195). Die alarmierenden Zahlen zum Verlust von Vögeln der Agrarlandschaft wurden laut Naturschutzbund NABU bereits in der im August letzten Jahres veröffentlichten Studie „Tracking Progress Towards EU Biodiversity Strategy Targets: EU Policy Effects in Preserving its Common Farmland Birds“ bekannt. Sie wurde gemeinsam von Forschungseinrichtungen und Verbänden erstellt. Die Studie zeige, dass die EU mit ihrer Vogelschutzrichtlinie und ihren Agrarumweltprogrammen zwar einen wichtigen Beitrag zum Erhalt vieler Vogelarten auf Feldern und Wiesen leiste, den dramatischen Artenschwund aber nicht umkehren könne. Hauptursache sei eine durch die EU-Agrarförderung immer intensiver werdende Landwirtschaft. Verantwortlich dafür sei vor allem die gemeinsame Agrarpolitik in der EU (GAP), bei der die Förderung größtenteils nach dem Gießkannenprinzip mittels pauschaler Flächenprämien ohne konkrete Natur- und Umweltleistungen für die Gesellschaft erfolge. Der NABU fordert eine grundlegende Reform der gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020. Agrarsubventionen müssten in Zukunft naturverträglich verteilt werden. Nur so könne auch die Vogelwelt gerettet werden. Die gleiche Botschaft unterstützten europaweit bereits über 600 Unternehmen und Organisationen im Bündnis „LivingLand“. Weitere Infos: www.livingland.de