Demeter Baden-Württemberg
11. Dezember 2017
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Gartenrundbrief 5/2017
Gartenrundbrief 5/2017

Arbeitskalender September/Oktober

von Iris Mühlberger

September

Tulpe ‘Prinses Irene’Tulpe ‘Prinses Irene’
Foto: Bingenheim
Tulpe ‘Havran’Tulpe ‘Havran’
Foto: Bingenheim
Tulpe ‘Apricona’Tulpe ‘Apricona’
Foto: Bingenheim

Diesmal habe ich einen sehr interessanten Artikel über Violettglas im Heft. Darin gelagerter Honig und andere Lebensmittel halten sich wesentlich länger und sollen eine bessere Qualität als in Weißglas abgefüllte haben. Ein Test mit getrockneten Kräutern aus dem Garten lohnt sich sicher. Sogar die bei einem Versuch der Firma „MIRON Violettglas“ sieben Monate gelagerten Kirschtomaten sahen noch richtig frisch aus. Die Tomaten im Weißglas waren in der gleichen Zeit verschimmelt und eingetrocknet. Ich wünsche Ihnen in diesem Herbst wunderbare Ernten mit geschmackvollem Obst und Gemüse aus Ihrem Garten.

Ab jetzt können Öko-Blumenzwiebeln gesteckt werden. Bei ihrem Anbau werden weder Unkrautvernichtungsmittel, Kunstdünger noch Pflanzenschutzmittel angewendet. Da außerdem weniger Zwiebeln auf der Fläche wachsen als im konventionellen Anbau und dazu mit der Hand gejätet wird, müssen die Zwiebeln auch etwas teurer verkauft werden. Bei der Bingenheimer Saatgut AG (www.bingenheimersaatgut.de) gibt es einige neue interessante Sorten. Darunter die Wildtulpe ‘Lilac Wonder’ (helllila Blüten mit gelbem Herz), Triumph Tulpe ‘Prinses Irene’ (leuchtend orange, pflaumenfarbig geflammt), ‘Apricona’ (lachs-rosa Blüten, die Bienen anziehen) oder ‘Havran’ (auberginenfarbige, fast schwarze Blüte). Außerdem gibt es erstmalig vier verschiedene Blumenzwiebel-Mischungen. Adressen von weiteren Anbietern von Bio-Blumenzwiebeln stehen auf unseren Internetseiten.

Zur besseren Ausreifung von Obst und Gemüse wird das Biodynamische Hornkieselpräparat jetzt nachmittags gespritzt. Dies ist besonders bei Wurzelgemüse und Obstgehölzen empfehlenswert. Alles über das Ausbringen und Lagern der Präparate steht im Buch „Anleitung zur Anwendung der Biologisch-Dynamischen Präparate“ von Christian von Wistinghausen (✝).
Verlag Lebendige Erde Darmstadt, 92 S., ISBN 109-921536-64-2, 10,– € zzgl. Versand, www.lebendigeerde.de (Bücher im Verlag)

Wer sich über die Biodynamischen Präparate genauer informieren möchte, kann auch folgenden Herbst-Kurs besuchen: 21. bis 23. September im Brunnenhof Hohe Str. 25, 74653 Künzelsau-Mäusdorf und in der Jagstmühle, 74673 Heimhausen, www.jagstmuehle.de Themen unter anderem: Umfassende Einführung in Theorie und Praxis der Biologisch-Dynamischen Präparate, des Mäusdorfer Rottelenkers, ihre Herstellung, Anwendung und Wirkung. Kosten: 290,– € inkl. Verpflegung zzgl. MwSt. und Übernachtung. Anmeldung und nähere Infos bei der Internationalen biologisch-dynamischen Präparatezentrale, Tel. 07940/2230, Fax 4911, www.praeparatezentrale.de (Download Programm), brunnenhof@biologisch-dynamisch-bewegt.de

Fleischbräune bei einer QuitteFleischbräune bei einer Quitte
Foto: Mühlberger

Quitten sollten nicht zu spät geerntet werden, am besten wenn ihre Farbe von Grün nach Gelb umschlägt. Die Früchte sind an sich sehr robust und kaum krank. In eher feuchten Jahren kann es jedoch zu einer Stoffwechselstörung, der sogenannten Fleischbräune, kommen. Sie ist von außen kaum sichtbar. Erst beim Aufschneiden fällt das bräunliche Fleisch auf. Es ist in erster Linie ein optisches, kein Qualitätsproblem. Nur die Lagerzeit verkürzt sich, da bei geernteten Früchten die Braunfärbung schnell stärker wird. Quitten mit hellem Fruchtfleisch können bis zu acht Wochen gelagert werden, solche mit Fleischbräune sollten schnell verarbeitet werden. Spät geerntete Früchte sind eher betroffen.

Jetzt beginnt wieder das große Aufräumen im Garten. Auch wenn Sie meinen, dass Ihr Garten ordentlich in den Winter gehen sollte – bleiben Sie einmal lockerer und tun Sie etwas für unsere Wildtiere! Nicht abgeschnittene Stauden sind ideale Winterquartiere für In sekten. Falls Blumen, Kräuter oder Gründüng ungen jetzt noch blühen, unbedingt stehenlassen! Sie sind wichtige Nektar- und Pollenquellen für die letzten Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Nicht abge- schnittene Stauden sind auch, zum Beispiel im Gegen licht und mit Reif oder Schnee bedeckt, ein wunderschöner Anblick im Winter. Genießen Sie das Durcheinander und sehen Sie es als ein Kunstwerk der Natur an!


Oktober

Mit den trotzdem anfallenden Gartenabfällen lege ich im Herbst einen frischen Komposthaufen an. Ich impfe ihn sofort nach dem Aufsetzen mit den Biodynamischen Kompostpräparaten (Schafgarbe, Kamille, Brennnessel, Eichenrinde, Löwenzahnblüten und Baldrianextrakt). Mich begeistert immer wieder, wie schnell danach die Abfälle verrotten. Rund zwei Wochen vor dem Ausbringen im nächsten Jahr behandle ich den reifen Kompost noch einmal mit den Biodynamischen Präparaten. Mitglieder von Demeter-Gartengruppen erhalten alle Präparate einmal jährlich kostenlos. Andere Interessenten können sie unter anderem bei Einführungskursen erwerben. Kurstermin obenstehend oder unter www.demeter.de/aus-und-fortbildung.
Infos über die Präparate: www.demeter.de/Verbraucher/Landwirtschaft/Praeparatearbeit