Demeter Baden-Württemberg
21. November 2017
Schriftgröße: Font Size
Suche:
Gartenrundbrief 6/2017
Gartenrundbrief 6/2017

Arbeitskalender November/Dezember

von Iris Mühlberger

Immer wieder wird das Thema „Holzasche im Garten ausbringen – ja oder nein?“ kontrovers diskutiert. Die Bayerische Gartenakademie geht in einer interessanten Pressemeldung fundiert darauf ein, siehe hier. Ich bringe schon seit vielen Jahren keine Holzasche mehr in meinem Garten aus, da mir die angesprochenen Kritikpunkte teilweise bekannt waren oder ich ein schlechtes Gefühl beim Ausstreuen hatte. Ich wünsche Ihnen, liebe Leser/innen, eine wunderbare und ertragreiche Ernte mit vielem geschmackvollem und gesundem Gemüse und Obst.

November

Grünkohl und Rosenkohl vertragen zwar Frost, doch ihre Pflanzengewebe halten einen häufigen Wechsel zwischen Plus- und Minusgraden nicht aus. So können an einem sonnigen, frostigen Wintertag starke Temperaturunterschiede auftreten – auf der Sonnenseite zum Beispiel +8 °C, auf der Schattenseite nur -5 °C. Das stresst die Pflanzen und kann zu Schäden führen. Ein Vlies auf dem Gemüse oder kurzzeitig ausgelegte Strohmatten können die Temperaturunterschiede dämpfen. Auch eine Schneeschicht isoliert sehr gut – und das auf natürliche Art und Weise. Ebenso leiden Spinat, Feldsalat und überwinternder Salat unter den wechselnden Temperaturen. Wenn tagsüber zum Beispiel die Bodenoberfläche auftaut, es darunter aber gefroren bleibt, reißen die Wurzeln leicht ab. Die Pflanzen vertrocknen. Auch sie sollten im Freiland und im kalten Frühbeet mit Reisig, Vlies oder ähnlichem geschützt werden. Bei höheren Temperaturen lüften und/oder auf decken nicht vergessen!

Dezember

Ab jetzt werden wieder die neuen Samenkataloge verschickt. Wie immer empfehle ich Bio-Saatgut zu kaufen, möglichst sogar mehrere Jahre vermehrtes. Von Hybridsorten rate ich prinzipiell ab, da sie durch für mich fragwürdige Züchtungsmethoden, wie Inzucht, gewonnen werden. Hybriden wachsen zwar sehr einheitlich, schmecken jedoch meistens weniger gut. Außerdem können ihre Samen nicht zur Vermehrung genutzt werden, da sie sich wieder in die Ursprungssorten und Zwischenformen aufspalten. Die Sortenvielfalt ist dazu deutlich eingeschränkt. Der Kauf von Bio-Saatgut (besonders von alten Sorten) ist deshalb immer auch ein Beitrag zur Artenvielfalt. Samenfeste Sorten fallen mitunter etwas kleiner aus oder reifen ungleichmäßiger. Sie können jedoch problemlos nachgezüchtet werden. So entstehen Haussorten, die dem regionalen Klima hervorragend angepasst sind. Zudem gibt es bei Bio-Saatgut keine Rückstände von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln oder Herbiziden wie zum Beispiel „Glyphosat“ (Round Up). Auf unseren Internetseiten sind rund fünfzig Bio-Saatgut-Anbieter aufgelistet, die mehrere Jahre vermehrtes Saatgut anbieten.

Grünkohl ist ein leckeres WintergemüseGrünkohl ist ein leckeres Wintergemüse
Foto: Mühlberger

Grünkohl hält Temperaturen bis –15 °C im Freien aus. Wird es kälter, sollten die Pflanzen am besten mit Vlies abgedeckt werden, bis es wieder wärmer ist. Als einer der ältesten Kohlarten ist Grünkohl dem Wildkohl am ähnlichsten. Im ersten Jahr bildet das leckere Wintergemüse nur Blätter aus, im zweiten blüht er mit schönen gelben Blütenständen. Sie locken schon früh im Jahr viele Insekten, darunter auch Wildbienen, an. Deshalb lohnt es sich immer, ein paar Pflanzen auf den Beeten bis ins Frühjahr stehen zu lassen.

Die Umweltorganisation ROBIN WOOD informiert in einer Liste im Internet über Öko-Weihnachtsbäume mit glaubwürdigen Siegeln und gibt Tipps zum Baumkauf. ROBIN WOOD weist darauf hin, dass die meisten der rund 25 Millionen in Deutschland verkauften Christbäume aus intensiv bewirtschafteten Plantagen stammten. „Wenn schon Weihnachtsbäume, dann am besten aus Forst betrieben oder Weih nachtsbaum kulturen, die ökologisch bewirtschaftet werden und bei denen dies auch von unabhängiger Seite kontrolliert wird.“ Christbaum-Käufer sollten daher auf Siegel wie Demeter, Bioland, Naturland oder Biokreis oder auf das Bio-Siegel der Europäischen Union achten. Bäume mit diesen Zertfikaten seien ohne chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Dünger herangewachsen. Die gleichen Bedingungen erfüllten auch Bäume aus FSC-zertifizierten Forstbetrieben (Forest Stewardship Council). ROBIN WOOD gibt seit über fünfzehn Jahren die nach Bundesländern sortierte Liste mit inzwischen mehr als 175 Verkaufsstellen heraus. In vielen Regionen bleibt es aber weiterhin schwierig, einen zertifizierten Öko-Christbaum zu finden. Dann könne ein Baum aus der Region eine Alternative sein. www.robinwood.de/weihnachtsbaeume