Demeter Baden-Württemberg
21. November 2017
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Gartenrundbrief 6/2017
Gartenrundbrief 6/2017

Holzasche im Garten – besser nicht!

von Isolde Keil-Vierheilig, Bayrische Gartenakademie
Brennendes FeuerBrennendes Feuer
Foto: Elisabeth/fotolia.com

Wenn es draußen dunkel und ungemütlich nass-kalt ist, wird die wohlige Wärme von Kachel– und Kaminöfen genossen. Doch wohin mit der anfallenden Asche? Oft werden Empfehlungen zum Ausbringen von Holzasche im Garten ausgesprochen. Unproblematisch ist das nicht, auch wenn sie von naturbelassenem Holz stammt.

Pro

Befürworter schätzen die Nährstoffe in der Asche. Calcium, Magnesium, Phosphor und vor allem viel Kalium sind darin enthalten. Der sehr hohe pH-Wert kann versauerte Böden neutralisieren. Asche in den Garten verstreut, führt Stoffe in den Naturkreislauf zurück.

Kontra

Da Nährstoffe, besonders Kalium, in hohen Mengen in vielen Gärten vorkommen, besteht schnell die Gefahr einer Überdosierung. Asche enthält neben wertvollen Nährstoffen für die Pflanze auch eine Menge Schadstoffe wie Arsen, Cadmium, Blei, Zink, Quecksilber, Chrom und Kupfer. Dies findet man auch in der Asche von unbehandeltem Holz. Die Bäume haben diese Stoffe über viele Jahre in mehr oder weniger großen Mengen durch Boden und Luft aufgenommen, je nachdem wo die Pflanzen gewachsen sind. Der anorganische Teil der Schadstoffe wird bei der Verbrennung nicht zerstört und liegt deshalb in der Asche in konzentrierter Form vor. Auch entstehen durch den Verbrennungsprozess neue Schadstoffe wie Chromate, Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) und Dioxine. Wer kennt schon die Schadstoffgehalte der eigenen Asche oder die Vorbelastung seines Gartenbodens. In den Kreislauf des Gartens ausgebracht, werden sich die unerwünschten Substanzen im Boden, aber auch in Gemüse, Obst und anderen Pflanzen wiederfinden. Holzasche besitzt einen sehr hohen pH-Wert, meist zwischen 11 und 13. Böden, die schon einen pH-Wert von sieben und höher aufweisen, werden damit noch alkalischer. Wichtige Spurennährstoffe wie Eisen werden dann im Boden festgehalten und können von den Pflanzen nicht mehr aufgenommen werden. Es kommt zu Mangelerscheinungen. Die feinen Bestandteile des Aschestaubs gefährden durch das Einatmen dazu den Anwender. Außerdem waschen sie sich bei Regenfällen schnell aus und gelangen ins Grundwasser.


Ausbringen von HolzascheAusbringen von Holzasche
Foto: VPales/fotolia.com

Ab in den Restmüll

Bringen Sie also keine Holzasche in den Garten oder auf den Kompost aus, auch nicht in kleinen Mengen! Entsorgen Sie Ihre erkaltete Holzasche über die Restmülltonne. Dazu lagern Sie die Kaminasche erst in einem Blecheimer oder in einem anderen geeigneten, nicht brennbaren Gefäß auf einer feuerfesten Unterlage. Ist die Asche ausreichend kalt, kann sie endgültig über die Restmülltonne entsorgt werden. Holzasche kann Schwermetalle und andere Schadstoffe in hohen Konzentrationen enthalten. Diese gelangen unweigerlich in den Boden und reichern über diesen Weg auch Obst- und Gemüsepflanzen mit Schadstoffen an. Die private Verwertung von Holzaschen unterliegt dem Bundes-Bodenschutzgesetz. Das besagt, dass keine schädlichen Bodenveränderungen erfolgen dürfen. Da die Schadstoffgehalte von Asche und Boden nicht bekannt sind, sollte vorsorglich auch keine ausgebracht werden.